Wood Mackenzie erhöht Prognose für Energiespeicher in Lateinamerika bis 2035 auf 34 Gigawatt

2026-08-28 13:59
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de.wedoany.com-Bericht: Wood Mackenzie geht in seinem Bericht „Latin America energy storage outlook 2026" davon aus, dass die installierte Speicherkapazität in Lateinamerika von 2,5 Gigawatt im Jahr 2025 auf 34 Gigawatt im Jahr 2035 ansteigen wird – eine Vervielfachung um das 13,6-Fache innerhalb von zehn Jahren.

Diese neue Schätzung stellt eine erhebliche Korrektur gegenüber dem vorherigen Bericht dar. Im September 2025 hatte das Institut für den lateinamerikanischen Markt bis 2034 eine Speicherkapazität von 23 Gigawatt prognostiziert, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 8 %, und nannte Netzbeschränkungen, zunehmende Abregelung erneuerbarer Energien sowie Ausschreibungsmechanismen als Haupttreiber des Speicherwachstums.

Pamela Morales, Analystin bei Wood Mackenzie, erklärte, Lateinamerika sei kein Nischenmarkt für Speicher mehr, sondern ein aktiver Markt; die Projektpipeline wachse rasant, doch ohne einen umfassenden Regulierungsrahmen mit klaren Vergütungsmechanismen komme die Umsetzung ins Stocken.

Chile bleibt der größte Speichermarkt der Region und beherbergt derzeit das größte in Betrieb befindliche Batteriespeichersystem (BESS) Lateinamerikas. Der hohe Anteil abgeregelter erneuerbarer Energien stützt weiterhin Investitionen in Langzeitspeicher. Das Institut weist zugleich auf ein neues Risiko hin: Mit zunehmender Batteriekapazität zeige sich im Norden Chiles eine Preis-Kannibalisierung, die die Erlöse aus Energie-Arbitrage schmälern könnte.

Die Speicheraussichten Mexikos hängen weitgehend von der energiepolitischen Ausrichtung ab. Das Institut schätzt, dass neue Mechanismen für strategische Projekte sowie Pläne mit Speicherkomponenten, die gemeinsam mit der mexikanischen Bundesstromkommission (Comisión Federal de Electricidad, CFE) entwickelt werden, bis 2030 die Vergabe von mehr als 3 Gigawatt Kapazität vorantreiben könnten. Die im Juli gestartete Ausschreibung für strategische Projekte sieht eine Referenzgröße von 935 Megawatt für unabhängige Speichersysteme vor, jeweils mit einer Dauer von drei Stunden, verteilt auf Niederkalifornien (Baja California), Südniederkalifornien (Baja California Sur) sowie die nördlichen, nordwestlichen, östlichen, westlichen und Halbinselregionen; diese Zahl dient lediglich der Orientierung und stellt keine Begrenzung für Projekteinreichungen dar. Darüber hinaus schreibt der Plan de Desarrollo del Sector Eléctrico (Stromsektorentwicklungsplan) laut der Analyse von Wood Mackenzie für neue Erneuerbare-Energien-Projekte eine Speicherpflicht in Höhe von 30 % der installierten Leistung vor.

Brasilien steht vor einem Wandel der installierten Kapazität. Das Land plant für den 2. und 4. Dezember 2026 seine ersten beiden Kapazitätsreserve-Auktionen, die speziell auf große Batteriesysteme ausgerichtet sind: Die erste richtet sich an Projekte, die lokale Fertigungsanforderungen erfüllen, die zweite ist für andere Systeme offen. Die Vertragslaufzeit beträgt 15 Jahre, die Lieferung beginnt am 1. August 2028, und die Projekte müssen eine Mindestkapazität von 30 Megawatt und eine Dauer von vier Stunden aufweisen.

Wood Mackenzie ist der Ansicht, dass diese Auktionen ab 2028 das Speicherwachstum in Brasilien beschleunigen werden, warnt jedoch zugleich, dass die Finanzierung solange begrenzt bleiben werde, wie es an ausreichend klaren und vorhersehbaren Vergütungsmechanismen fehle.

Argentinien hat innerhalb von etwas mehr als einem Jahr einen ausschreibungsbasierten Markt für unabhängige Speicher aufgebaut. Die Kapazitätszahlen im Bericht weichen von den offiziellen Angaben ab: Die Beratungsfirma beziffert die kürzlich vergebenen Projekte auf rund 1,3 Gigawatt, während die offiziellen Daten insgesamt 1413,5 Megawatt ergeben, davon 713 Megawatt für AlmaGBA und 700,5 Megawatt für AlmaSADI. Diese Projekte dienen vor allem der Entlastung kritischer Netzknotenpunkte und der Bereitstellung von Kapazität und Reserveleistung während des Ausbaus der Übertragungsnetze.

Die Dominikanische Republik wird im Bericht als einer der Märkte mit dem ausgereiftesten Regulierungsrahmen in der Karibik aufgeführt. Ihre Vorschriften verlangen, dass neue Erneuerbare-Energien-Projekte mit einer Leistung von mindestens 20 Megawatt Wechselstrom (MWac) Speicher mit mindestens 50 % der installierten Leistung und einer Mindestdauer von vier Stunden vorsehen müssen. Das Institut setzt das Speicherziel der Dominikanischen Republik für 2030 auf 500 Megawatt fest.

Trotz der klaren Wachstumserwartungen weist das Institut darauf hin, dass das Fehlen bankfähiger Erlösmodelle weiterhin das wichtigste Hindernis in der Region darstellt. In mehreren Märkten gibt es keine klaren Vergütungsmechanismen für Hilfsdienste, Energie-Arbitrage oder Kapazität, zudem bestehen Finanzierungsengpässe, Genehmigungsverzögerungen und eine begrenzte Zahl von Abnehmern, die langfristige Verträge unterstützen können.

Morales erklärte, Lateinamerika müsse eine Balance zwischen verpflichtenden Anforderungen und Anreizen finden, um den Speichermarkt zu entwickeln; Länder, die bankfähige Vergütungsmechanismen etablieren, seien besser in der Lage, die angekündigte Projektpipeline im kommenden Jahrzehnt in tatsächliche Bauprojekte umzuwandeln.

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