Portugal konsultiert öffentlich zu nationaler Energiespeicherstrategie mit Ziel von 6,9 GW bis 2030

2026-09-01 09:38
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de.wedoany.com-Bericht: Die portugiesische Regierung hat eine öffentliche Konsultation zur „Nationalen Energiespeicherstrategie“ (ENAE) eingeleitet, um die Integration von Energiespeichersystemen in das nationale Stromsystem zu beschleunigen. Ziel ist es, die installierte Speicherkapazität bis 2030 auf 6,9 Gigawatt und bis 2040 auf 9,76 Gigawatt zu erhöhen. Die Frist für Stellungnahmen endet am 16. September 2026.

Die Strategie basiert auf technischen Studien der drei Institutionen INESC TEC, INESC-ID und IN+, die zum portugiesischen INESC-Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk gehören. Die Strategie definiert Maßnahmen entlang von vier Säulen: wirtschaftliche Wertschöpfung und Teilnahme an Systemdienstleistungen, regulatorischer Rahmen, Vereinfachung der Netzanschlussverfahren sowie technologische Innovation.

Die strategischen Ziele umfassen Pumpspeicher, Batterien und andere großtechnische Speichertechnologien. Darüber hinaus werden begleitende Maßnahmen für dezentrale Speicher und Nachfrageflexibilität vorgeschlagen, um die Umsetzung zu unterstützen – einschließlich Wasserstofferzeugung, Elektrofahrzeug-Laden und Wärmepumpen.

Die der Strategie zugrunde liegenden technischen Analysen zeigen, dass Speicher dazu beitragen müssen, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 auf 82 % bis 85 % zu steigern und die Durchdringung kontinuierlich zu erhöhen, wobei dieser Anteil bis 2040 voraussichtlich 89 % bis 91,4 % erreichen könnte. Das Dokument betont, dass Speicher die Rentabilität der Solarenergie verbessern können, da sie die erzielten Strompreise für Solarstrom erhöhen und Verluste in Zeiten hoher Erzeugung aus erneuerbaren Energien reduzieren. Die Studie warnt zugleich, dass eine übermäßige Ausweitung der Speicherkapazitäten über die erwarteten Ziele hinaus zu abnehmenden Grenzerträgen führen und sogar eine wirtschaftliche „Selbstkannibalisierung“ zwischen Speicheranlagen auslösen könnte.

Ein zentrales Element der Strategie ist die Schaffung eines wirtschaftlichen Umfelds, das die Projektfinanzierung ermöglicht. Portugal schlägt eine ergänzende Vergütungsstruktur („Value Stacking“) vor, die Strommarkt, Systemdienstleistungen und Kapazitätsmechanismen kombiniert. Speicher sollten wie andere Technologien unter nichtdiskriminierenden Bedingungen Zugang zu künftigen Kapazitätsmechanismen erhalten, die sowohl schnell einsetzbare, kurzlebigere Lösungen (wie Batterien) als auch großtechnische, langlebige Speicheranlagen (wie Pumpspeicher) anerkennen sollten.

Die ENAE plant die Erschließung neuer Märkte für Dienstleistungen wie schnelle Frequenzregelung, virtuelle Trägheit und Spannungsregelung und hebt dabei besonders die netzbildenden (grid-forming) Fähigkeiten der Wechselrichter von Speichersystemen hervor. Das Dokument argumentiert, dass die Kombination von synchroner Kompensation mit netzbildend betriebenen Speichern eine technisch robuste und wirtschaftlich ausgewogene Lösung für die dynamische Stabilität des iberischen Stromsystems bieten könnte.

Im Bereich der Netze schlägt die Strategie vor, Netzkapazitäten freizugeben, die von Projekten ohne Umsetzungsfähigkeit belegt sind, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, den Netzanschluss für unabhängig oder co-lokal installierte Speicheranlagen zu erleichtern und mögliche doppelte Netzentgelt-Belastungen zu beseitigen. Im Bereich der Innovation beabsichtigt Portugal, die Forschung zu Natrium-Batterien, Flow-Batterien, Langzeitspeichern, Recycling und Digitalisierung zu verstärken und erwägt die Untersuchung saisonaler Speicheroptionen wie Wasserstoffspeicherung in Salzkavernen und Druckluftspeicher in geologischen Formationen.

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