Südkorea und Westinghouse planen Zusammenarbeit beim Bau von 8 Kernkraftwerken in den USA

2026-09-09 11:50
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de.wedoany.com-Bericht: Nach einem Bericht südkoreanischer Medien vom 9. September stimmen Südkorea und die USA derzeit eine Investitionskooperationsvereinbarung zum Bau von bis zu acht großen Kernkraftwerken in den USA ab. Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich auf etwa 120 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 161 Billionen KRW. Die Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) und die US-amerikanische Westinghouse Electric Company (WEC) könnten bei diesem Projekt zusammenarbeiten.

Dem Bericht zufolge umfassen die vorläufig diskutierten Pläne: Mindestens zwei der acht Kernkraftwerke sollen mit dem in Südkorea entwickelten APR1400-Reaktor ausgestattet werden, während bei den übrigen Blöcken voraussichtlich die AP1000-Technologie von Westinghouse zum Einsatz kommt. Der genaue Standort, der Bauträger, die Betriebsvereinbarungen, der endgültige Reaktortyp, die Investitionsstruktur und der tatsächliche Investitionsumfang müssen jedoch noch weiter verhandelt werden und sind noch nicht endgültig festgelegt.

Südkorea und Westinghouse hatten zuvor Rechtsstreitigkeiten über technische und geistige Eigentumsfragen im Zusammenhang mit Südkoreas Nuklearexporten. Westinghouse hatte zuvor behauptet, dass der südkoreanische APR1400-Reaktor auf seiner Kern technologie basiere, und hatte Klagen gegen die Exportaktivitäten der Korea Electric Power Corporation (KEPCO) und der KHNP eingereicht. Beide Seiten einigten sich anschließend auf einen Vergleich und vereinbarten, ihre Zusammenarbeit auf dem globalen Kernkraftmarkt zu verstärken.

Hinsichtlich der Arbeitsteilung verfügt Westinghouse über die AP1000-Technologie, die grundlegende Konstruktionskompetenz sowie Erfahrung im US-amerikanischen Regulierungs- und Genehmigungssystem für Kernkraft; Südkorea hingegen hat umfangreiche Erfahrung in Design, Beschaffung, Bau, Projektmanagement sowie Betrieb und Wartung großer Kernkraftwerke gesammelt. Der Bericht geht davon aus, dass bei einem Joint Venture oder einer Beteiligungskooperation Westinghouse für das grundlegende Design und die US-amerikanische Lizenzierung zuständig sein könnte, während KEPCO und KHNP für Detaildesign, Bau, Betrieb und Ausrüstungslieferung verantwortlich wären.

Südkorea prüft außerdem, ob es sich am Erwerb von Anteilen an Westinghouse beteiligen soll. In den entsprechenden Berichten heißt es, die USA hätten zuvor die Möglichkeit einer Beteiligung der südkoreanischen Regierung und der KEPCO an der Aktionärsstruktur von Westinghouse angesprochen. Derzeit wird Westinghouse von Fonds der kanadischen Brookfield Asset Management sowie dem Uranunternehmen Cameco gemeinsam gehalten. Die südkoreanische Regierung hat noch keine Details zu einem möglichen Einstieg, zur Beteiligungsquote oder zur Frage des Stimmrechts bekannt gegeben.

Branchenkenner in Südkorea sind der Ansicht, dass eine klarere Projektbeteiligung durch Aktien- oder Geschäftskooperationen die Chancen der südkoreanischen Nuklearindustrie erhöhen würde, Zugang zum US-Markt zu erhalten und bei künftigen Verhandlungen über geistige Eigentumsrechte im Nuklearexport mehr Gewicht zu haben. Das Projekt ist jedoch weiterhin mit zahlreichen Unsicherheiten konfrontiert, darunter Bauzeit, Kostenkontrolle, Gewinnverteilung, Risikoübernahme sowie die Beteiligungsform der US-Bundes- und Landesregierungen.

Die südkoreanischen Medien erwähnten außerdem, dass Toshiba nach der Übernahme von Westinghouse im Jahr 2006 aufgrund von Verzögerungen und Kostensteigerungen bei US-amerikanischen Nuklearprojekten in eine Finanzkrise geriet und Westinghouse 2017 Insolvenzschutz beantragte. Die südkoreanische Nuklearindustrie ist daher der Ansicht, dass bei einer großen Nuklearinvestition in den USA und einer Beteiligung an Westinghouse ausreichende Sicherheitsvorkehrungen in Bezug auf staatliche Beteiligung, Risikoisolierung, Kostenteilung und Projekt-Governance-Mechanismen getroffen werden müssen.

Dem Bericht zufolge könnten Südkorea und die USA bereits um den 18. September herum eine Vereinbarung über Investitionen in den USA ankündigen. Neben dem Rahmen für den Bau von acht Kernkraftwerken umfassen die südkoreanischen Investitionskandidaten in den USA auch das Gaskombikraftwerk Encinal in Texas und das LNG-Projekt in Alaska. Die südkoreanische Regierung plant, bis Ende dieses Monats die erste Investitionszahlung in Höhe von über 2,2 Milliarden US-Dollar in die USA zu überweisen.

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