Wie Wedoany.com erfuhr, hat OpenAI's Policy Director Chris Lehane in einem Interview in Davos verraten, dass das Unternehmen plant, sein erstes Hardware-Gerät im Jahr 2026 auf den Markt zu bringen. Seit der Übernahme der Designfirma von Ex-Apple-Designchef Jony Ive im Mai letzten Jahres hat OpenAI-CEO Sam Altman mehrfach die Einführung eines KI-Geräts erwähnt, dies ist jedoch das erste Mal, dass ein konkreter Zeitrahmen bekannt gegeben wurde.

Mehreren Berichten zufolge entwickelt OpenAI einen bildschirmlosen Prototyp für ein kleines Gerät, möglicherweise in tragbarer Form, mit dem Ziel, eine natürlichere Mensch-Maschine-Interaktion zu ermöglichen. Altman beschrieb das Gerät als „gelassener“ als ein Smartphone, dessen Einfachheit die Erwartungen der Nutzer möglicherweise übertreffen könnte. Lehane nannte das „Gerät“ als eines der Schlüsselprojekte für 2026 und sagte, dass „später in diesem Jahr“ weitere Fortschritte bekannt gegeben werden. Er versprach zwar nicht, dass das Gerät definitiv noch im Jahr 2026 auf den Markt kommt, wies aber darauf hin, dass das Unternehmen erwäge, es „in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 auf den Markt zu bringen“, wobei der tatsächliche Zeitplan „je nach Entwicklungsfortschritt dynamisch angepasst“ werde. Zur konkreten Form des Geräts äußerte er sich nicht.
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos verfolgt OpenAI parallel mehrere Strategien. Das Unternehmen wird in dieser Woche seinen Plan zur Beseitigung der „Fähigkeitsüberschüsse“ („Capability Surplus“) vorstellen, um die Kluft zwischen den Nutzern und den Fähigkeiten von ChatGPT zu überbrücken. Daten zeigen, dass sich die Fähigkeiten von ChatGPT alle sieben Monate verdoppeln, aber die überwiegende Mehrheit der Nutzer nutzt nur einen Bruchteil seiner Funktionen. OpenAI bezeichnet dieses Phänomen als „Capability Surplus“ und betont, dass, wenn sich nichts ändert, die KI-Vorteile nur einer kleinen Gruppe von Akteuren zugutekommen, die die technologischen Grenzen vorantreiben. Daher startet das Unternehmen das Programm „OpenAI for Countries“, um Länder bei der Förderung der KI-Verbreitung und Anwendungsumsetzung zu unterstützen.
Im Bereich der Hardware-Lieferketten beschleunigt OpenAI die Lokalisierung seiner Lieferanten. Wie bekannt wurde, hat das Unternehmen Angebotsanfragen (RFPs) an US-amerikanische Hardware-Hersteller verschickt, die Schlüsselkomponenten wie Chips und Motoren abdecken, um Partnerschaften für die Erweiterung von Verbrauchergeräten, Robotern und Cloud-Rechenzentren aufzubauen. Dieser Schritt unterstreicht seinen strategischen Kurswechsel: Angesichts von Engpässen im Software-Wettbewerb sucht das Unternehmen nun durch Hardware einen neuen Durchbruch. Chris Lehane bezeichnete KI kürzlich öffentlich als „Katalysator für die Reindustrialisierung Amerikas“ und betonte, dass „die Lieferketten in die USA zurückgeholt werden müssen“.
Das erste KI-Gerät könnte sich auf Sprachinteraktion konzentrieren. Laut Berichten taiwanesischer Medien Anfang dieses Monats wird das Gerät ausschließlich von Foxconn gefertigt, hat den internen Codenamen „Gumdrop“ und könnte ein intelligenter Stift oder ein tragbares Audio-Gerät sein, das voraussichtlich 2026 oder 2027 auf den Markt kommen soll. Das Produkt verfügt über ein Mikrofon und eine Kamera und unterstützt die Echtzeit-Übertragung handschriftlicher Notizen zur Verarbeitung an ChatGPT. Darüber hinaus plant OpenAI für das erste Quartal 2026 die Veröffentlichung eines neuen Sprachmodells mit natürlicherer emotionaler Ausdrucksfähigkeit und Echtzeit-Konversationsfunktionen, einschließlich der Fähigkeit, Unterbrechungen im Gespräch zu verarbeiten. Das Unternehmen plant außerdem eine Reihe von bildschirmlosen Geräten wie intelligente Brillen und Smart Speaker, die als „kollaborative Begleiter“ der Nutzer positioniert werden sollen. Jony Ive betont, dass ein bildschirmloses Design natürlicher sei und dazu beitrage, eine übermäßige Nutzerbindung zu vermeiden.









