Forscher der University of California, Riverside (UC Riverside) haben kürzlich den Bau einer Biomasseverarbeitungsanlage mit einer Kapazität von mehreren Kilogramm abgeschlossen. Die Anlage, die sich im Zentrum für Umweltforschung und -technologie der Universität befindet, kann forst- und landwirtschaftliche Biomasseabfälle in für Textilien geeigneten Zellstoff umwandeln. Dieser Fortschritt in der Zellstoffproduktionstechnologie zeigt einen vielversprechenden Weg auf, Biomasseabfälle in hochwertige Produkte zu verwandeln.

Die Pilotanlage nutzt ein patentiertes Verfahren namens CELF. Projektleiter Charles Tsai, außerordentlicher Forschungsprofessor an der UC Riverside, erklärte: „Es ist sauberer, schonender und energieärmer als das herkömmliche Kraftpapierverfahren. Es konkurriert nicht mit Holz, da es minderwertige Holzabfälle in hochwertige Zellstoffprodukte umwandeln kann, die den Spezifikationen entsprechen.“ Diese Zellstoffproduktionstechnologie kann minderwertige Biomasse wie Waldrodungsreste und Obstbaumschnitt verarbeiten.
Der mit diesem Verfahren hergestellte Zellstoff erfüllt die Standards für Textilzellstoff und kann zur Herstellung von Viskose, Lyocellfasern und weiteren Produkten verwendet werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden vermeidet das CELF-Verfahren die Entstehung giftiger Schwarzlauge und liefert nutzbare Materialien wie gereinigtes Lignin, fermentierbaren Sirup und Gips. Cai ergänzte: „Das CELF-Verfahren ist sehr schonend; es zersetzt Materialien nicht auf schädliche Weise und vermeidet so aggressive Bedingungen. Die Nebenprodukte sind nutzbar und unschädlich.“ Ein weiterer Vorteil dieser Zellstoffproduktionstechnologie ist ihre Eignung für dezentrale Produktion. Da das System kleiner als herkömmliche Zellstofffabriken ist, ermöglicht es die lokale Verarbeitung direkt an Abfallerzeugungsstandorten wie landwirtschaftlichen Betrieben oder Waldrodungsflächen. Das Pilotprojekt hat bereits mit der Verarbeitung von Waldbrandrückständen in Kalifornien begonnen, um das Waldbrandrisiko zu mindern. Unternehmen prüfen zudem den Einsatz des Verfahrens zur Verarbeitung von Mandelplantagenabfällen.
Cai betonte, dass das Projekt darauf abzielt, die Herstellungsverfahren bestehender Materialien zu verbessern. Er erklärte: „Wir führen keine neue Textilfaser ein. Wir nutzen lediglich ein saubereres und kostengünstigeres Verfahren zur Herstellung desselben Zellstoffs – der Rohstoff ist jedoch derselbe Abfall wie zuvor.“ Die University of California, Riverside, sucht derzeit nach Partnerschaften mit relevanten Unternehmen, um diese Technologie weiterzuentwickeln und zu lizenzieren.











