Eine aktuelle Studie der Binghamton University, State University of New York, zeigt, dass Mieter in den USA erhebliche Hürden bei der Verbesserung der Energieeffizienz ihrer Wohnungen überwinden müssen. Dies wirkt sich auf ihre Heizkosten und ihren Wohnkomfort aus. Die Studie, die sich auf die Energieeffizienz von Wohngebäuden konzentriert, wurde in der Fachzeitschrift *Energy Research & Social Sciences* veröffentlicht und untersucht die Rolle und Strategien der Kommunen bei der Bewältigung dieser Herausforderung.

In den USA tragen über 90 % der Mieter die Energiekosten ganz oder teilweise. Da Vermieter in der Regel das letzte Wort bei Renovierungen haben, fällt es Mietern oft schwer, wirksame Energiesparmaßnahmen umzusetzen. George Holmsey, außerordentlicher Professor für Umweltwissenschaften an der Binghamton University, erklärt: „Mieter sind nicht Eigentümer der Immobilie und können daher weder Dämmung einbauen noch Geräte modernisieren. Dadurch ist es für sie schwierig, den Energieverbrauch und die Kosten zu kontrollieren.“ Diese Trennung von Verantwortung und Nutzen, oft als „Anreizaufspaltung“ bezeichnet, ist einer der Hauptgründe für das anhaltende Problem der Energieeffizienz im Wohnungsbau.
Interviews eines Forschungsteams mit Nachhaltigkeitsbeauftragten von 59 Kommunen in den Vereinigten Staaten ergaben, dass einige Gemeinden zwar Programme zur Verbesserung der Energieeffizienz eingeführt haben, deren Reichweite jedoch begrenzt ist und Mietern aufgrund verschiedener Faktoren, wie der Bereitschaft der Vermieter, der Wohnqualität und der Beteiligung der Mieter, oft nicht effektiv zugutekommt. Co-Autorin Professorin Christina Marty erklärte: „Theoretisch können diese Programme Mietern helfen, aber in der Praxis nutzt sie kaum jemand, da Mieter die Zustimmung ihrer Vermieter einholen müssen.“ Dies führt dazu, dass viele Maßnahmen und Subventionen zur Verbesserung der Energieeffizienz letztendlich vor allem Hausbesitzern zugutekommen.
Energieeffizienz im Wohnungsbau ist nicht nur eine Frage der Kosten, sondern auch der Gesundheit. Marty merkte an: „Mieter leiden häufiger an Asthma und sind aufgrund des Wohnens in unzureichendem Wohnraum anfälliger für andere Gesundheitsprobleme.“ Daher wirkt sich die Verbesserung der Energieeffizienz von Mietwohnungen positiv auf die Lebensqualität der Mieter aus.
Die Studie identifizierte auch einige potenzielle lokale Praktiken, wie beispielsweise anreizbasierte Zoneneinteilung, Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen oder die Integration von Energieeffizienzauflagen in das Genehmigungsverfahren für Mietwohnungen. Homsy veranschaulicht dies anhand eines Beispiels: „In einer von uns untersuchten Gemeinde waren Vermieter verpflichtet, die Energieeffizienz ihrer Gebäude gemäß dem Genehmigungsverfahren für Mietwohnungen zu verbessern, konnten aber die für sie bequemste Methode wählen. Diese Flexibilität förderte die Kooperation der Vermieter.“ Solche Maßnahmen sollen die Energieeffizienz von Wohngebäuden schrittweise verbessern und gleichzeitig die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen.
Weitere Informationen: Autoren: George C. Homsy et al., Titel: Still Easily Exploring: Local Sustainability Leaders and Energy Efficiency of Rental Units, Veröffentlicht in: Energy Research & Social Sciences (2025).












