Eine aktuelle Studie unter der Leitung von Forschern der Boston University zeigt, dass in den angrenzenden Vereinigten Staaten zig Millionen Menschen in der Nähe von Anlagen zur Förderung fossiler Brennstoffe leben. Die Studie wurde in den *Environmental Research Letters* veröffentlicht.

Sie ist die erste, die die von Anlagen der Lieferkette fossiler Brennstoffe betroffene Bevölkerung in den gesamten Vereinigten Staaten systematisch schätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass in den 48 zusammenhängenden Bundesstaaten (ohne Alaska und Hawaii) etwa 46,6 Millionen Menschen in einem Umkreis von 1,6 Kilometern (etwa einer Meile) um mindestens eine solche Anlage leben. Dies entspricht etwa 14,1 % der Gesamtbevölkerung in diesem Gebiet.
Jonathan Buonokore, Assistenzprofessor für Umweltgesundheit an der Boston University School of Public Health und Erstautor der Studie, erklärte: „Diese Studie hilft uns, das Ausmaß des potenziellen Problems grob zu erfassen und ermöglicht ein besseres Verständnis der spezifischen Gefahren und der möglicherweise betroffenen Bevölkerungsgruppen.“ Forscher weisen darauf hin, dass sich frühere Studien vor allem auf die gesundheitlichen Auswirkungen von Förderanlagen und Kraftwerken konzentrierten, während die Auswirkungen der Zwischenstufen in der Lieferkette nicht vollständig erforscht wurden.
Die Studie analysierte darüber hinaus die Belastung der Bevölkerung durch verschiedene Stufen der Lieferkette. Knapp 21 Millionen Menschen leben in der Nähe von Endanlagen wie Kraftwerken, mehr als 20 Millionen in der Nähe von Förderanlagen (wie Öl- und Gasquellen) und mehr als 6 Millionen in der Nähe von Lagerstätten. Die Studie deckte zudem erhebliche Ungleichheiten in der Verteilung der Anlagen auf, wobei Minderheiten in jeder Stufe einem höheren Belastungsrisiko ausgesetzt sind.
„Alle diese Stufen können potenziell eine Reihe von Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben, aber bisher haben wir nicht einmal untersucht, wer sich in der Nähe dieser Infrastrukturkomponenten aufhält“, sagte Mary Willis, Hauptautorin der Studie und Assistenzprofessorin für Epidemiologie an der Boston University School of Public Health. Diese Forschung basiert auf der vom Forschungsteam entwickelten Datenbank „Energy Infrastructure Exposure Intensity and Equity Index“ (Index für die Belastung durch Energieinfrastruktur und Chancengleichheit). Das Forschungsteam hofft, dass diese Arbeit eine Datengrundlage für zukünftige, detaillierte Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen liefern und die Entwicklung relevanter Umwelt- und Gesundheitspolitiken unterstützen wird.












