Die Europäische Kommission hat kürzlich eine Finanzhilfe in Höhe von insgesamt 144 Millionen Euro genehmigt, um den Bau eines 50-MW-Projekts für grünen und rosa Wasserstoff am Standort eines bedeutenden französischen Chemie- und Düngemittelunternehmens zu unterstützen. Die Mittel werden an HyforSeeds, eine Tochtergesellschaft des Hynamics-Geschäftsbereichs der EDF-Gruppe, fließen. Das Unternehmen plant, am Werk von LAT Nitrogen in Ottmarsheim-Chalampé Elektrolysekapazitäten für Wasserstoff zu entwickeln.
Bei erfolgreicher Umsetzung wird das Projekt Wasserstoff aus erneuerbaren Energien und Kernkraft nutzen und voraussichtlich etwa 15 % des derzeit von LAT Nitrogen verwendeten grauen Wasserstoffs ersetzen. Der Direktzuschuss deckt einen Teil der Investitionskosten für den Bau des Elektrolyseurs und anderer Infrastruktur. Nach Schätzungen der Kommission könnte das Projekt jährlich mehr als 46.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.
Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera erklärte: „Diese Finanzierung wird den Einsatz von grünem und kohlenstoffarmem Wasserstoff bei der Herstellung von Ammoniak und Düngemitteln fördern. Der Ersatz des Verbrauchs von grauem Wasserstoff in Bereichen wie der Ammoniakproduktion wird als einer der effektiven Wege zur Entwicklung einer sauberen Wasserstoffwirtschaft angesehen.“ Ein aktueller Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) stellt fest, dass sich die meisten festen Abnahmeverträge für sauberen Wasserstoff derzeit auf die industrielle Versorgung konzentrieren.
Europäische Produzenten von grünem Ammoniak stehen unter Wettbewerbsdruck durch kostengünstige ausländische Anbieter. So haben beispielsweise die deutschen Unternehmen Uniper und RWE bereits Hauptabnahmeverträge mit AM green für dessen indisches Ammoniakprojekt Kakinada unterzeichnet. Frankreichs Kernkraftressourcen könnten jedoch eine wirtschaftlichere Grundlaststromversorgung für große Wasserstoffprojekte bieten.
Anfang dieser Woche billigte Brüssel außerdem ein französisches Subventionsprogramm zur Unterstützung von bis zu 1 GW an Produktionskapazität für grünen und kernkraftbetriebenen Wasserstoff. Weltweit ist etwa ein Drittel der Düngemittelversorgung von der Lage im Nahen Osten und den Schifffahrtsproblemen in der Straße von Hormus betroffen, was die Bedeutung einer inländischen Wasserstoffproduktion unterstreicht.









