Italiens Sparkle und Entel Bolivia: 60-Tbit/s-Korridor „Zwei Ozeane" schafft Ost-West-Verbindung quer durch Südamerika
2026-05-29 18:54
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de.wedoany.com-Bericht: Kürzlich unterzeichneten der italienische internationale Telekommunikationsanbieter Sparkle und der bolivianische Telekommunikationsbetreiber Entel Bolivia eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding). Gemeinsam werden sie den „Digitalen Korridor der zwei Ozeane" quer durch Südamerika kommerziell betreiben. Diese landgestützte Glasfaserroute wird Peru und Brasilien über Bolivien verbinden und einen Kommunikationskanal mit niedriger Latenzzeit zwischen den digitalen Gateways am Pazifik und am Atlantik schaffen. Die Auslegungskapazität ist auf bis zu 60 Tbit/s skalierbar.

Das Projekt hat eine Gesamtlänge von rund 4.370 Kilometern und sieht den Aufbau einer direkten Landverbindung von Lima (Peru) nach São Paulo (Brasilien) vor, wodurch die Netzwerklatenz zwischen den beiden Städten von über 120 Millisekunden auf unter 60 Millisekunden gesenkt wird. Für die digitale Infrastruktur Südamerikas liegt der Wert dieser Route darin, eine landgestützte Backup- und Niedriglatenz-Strecke als Alternative zu traditionellen Untersee-Glasfaserkabeln zu bieten, was die Resilienz von regionalem Internet, Cloud-Diensten, Content-Delivery, Unternehmens-Standleitungen und grenzüberschreitender Datenübertragung verbessern kann.

Bolivien kommt in diesem Projekt eine Schlüsselrolle als Transitknotenpunkt zu. Da das Land im Zentrum des südamerikanischen Kontinents liegt, hat es einen hohen geografischen Wert für die Verbindung der Westseite der Anden mit dem brasilianischen Binnenmarkt. Durch die Zusammenarbeit mit Sparkle wird Entel Bolivia die landgestützten Netzressourcen Boliviens in einen größeren interkontinentalen digitalen Korridor einbetten und das Land so von einem Teilnehmer am Binnenkommunikationsmarkt zu einem Transitknotenpunkt für transozeanischen Datenverkehr in Südamerika weiterentwickeln.

Die Kapazitätsplanung von 60 Tbit/s zeigt, dass dieser Korridor nicht nur traditionelle Sprachdienste oder allgemeinen Internetzugang bedient, sondern Bandbreitenreserven für Cloud-Computing, Streaming, Finanztransaktionen, Remote-Unternehmensdienste, Content-Delivery-Netzwerke und das Wachstum des KI-Datenverkehrs vorhält. Die Ost-West-Datenübertragung in Südamerika war lange Zeit von Seekabeln und regionalen Backbone-Netzen abhängig. Wenn eine landgestützte Route einen stabilen kommerziellen Betrieb erreichen kann, wird dies dazu beitragen, den grenzüberschreitenden Verkehrsdruck zu verteilen und die Verbindungsqualität für einige Binnen- und transnationale Dienste zu verbessern.

Für Sparkle wird der „Digitale Korridor der zwei Ozeane" die Positionierung des Unternehmens im lateinamerikanischen Markt für internationale Konnektivität stärken. Sparkle selbst ist ein globaler Backbone- und internationaler Wholesale-Kommunikationsdienstleister, der Europa, Amerika, den Mittelmeerraum und andere regionale Märkte verbindet. Durch die Partnerschaft mit Entel Bolivia kann Sparkle den inner-südamerikanischen Ost-West-Verkehr in sein globales Netzwerksystem integrieren und Betreibern, Cloud-Anbietern, Content-Plattformen und multinationalen Unternehmen mehr Routing-Optionen bieten.

Das Projekt befindet sich noch in der Phase der Unterzeichnung der Absichtserklärung und der gemeinsamen kommerziellen Vorbereitung, was nicht gleichbedeutend damit ist, dass alle Leitungen bereits in Betrieb sind oder die 60-Tbit/s-Kapazität vollständig genutzt wird. Die anschließende Umsetzung erfordert noch grenzüberschreitende Netzwerkzusammenschaltungen, kommerzielle Routing-Vereinbarungen, Gerätebereitstellung, Betriebs- und Wartungskoordination, Service Level Agreements, Kundenzugang und behördliche Genehmigungen. Für Geschäftskunden hängt die tatsächlich verfügbare Leistungsfähigkeit von den Routing-Aktivierungspunkten, den Bandbreitenprodukten, der Latenzleistung und den Failover-Mechanismen ab.

Der Fokus der weiteren Beobachtung wird auf dem Zeitplan für die Kommerzialisierung des „Digitalen Korridors der zwei Ozeane", dem Fortschritt der Routenaktivierung Lima–São Paulo, der schrittweisen Freigabe der 60-Tbit/s-Kapazität und der Frage liegen, ob dieser Korridor Cloud-Dienste, Content-Delivery- und Betreiber-Wholesale-Kunden anziehen kann. Der gemeinsame Bau des „Digitalen Korridors der zwei Ozeane" durch das italienische Unternehmen Sparkle und das bolivianische Unternehmen Entel Bolivia zeigt, dass sich die südamerikanische Kommunikationsinfrastruktur von der küstennahen Seekabelanbindung hin zu einem kontinentalen, landgestützten Backbone-Netz mit niedriger Latenz weiterentwickelt.

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