de.wedoany.com-Bericht: Dimension Net, die Ride-Hailing-Plattform Uber und das israelische KI-Wahrnehmungsunternehmen Autobrains gaben am 1. Juni offiziell bekannt, dass die gemeinsamen Tests des L4-Autonomen Robotaxis in Deutschland in München gestartet sind. Das Testfahrzeug ist der elektrische SUV Jaguar I-PACE, der mit der von Autobrains entwickelten unüberwachten multimodalen KI-Wahrnehmungstechnologie ausgestattet ist. Dies markiert den ersten Einstieg von Uber in die öffentliche Straßentestphase für L4-Robotaxis in Europa.
Die Kernkompetenz, die Autobrains für diese Zusammenarbeit bereitstellt, ist seine selbst entwickelte unüberwachte multimodale Wahrnehmungslösung. Dieser technische Ansatz überspringt das in der Branche übliche Trainingsmodell mit massiven manuell annotierten Daten und nutzt hochdimensionale räumliche Clustering-Algorithmen, um Fahrszenarien direkt aus rohen Sensordaten zu verstehen. Er deckt Hunderttausende von Long-Tail-Szenarien ab und vermeidet effektiv Sicherheitslücken, die bei traditioneller KI durch fehlendes Training für seltene Szenarien entstehen. Noah Zych, globaler Leiter für autonomes Fahren und Lieferungen bei Uber, wies im März dieses Jahres öffentlich darauf hin, dass Autobrains ohne umfangreiche Datenvorverarbeitung eine Wahrnehmung ermöglicht, was die Skalierbarkeit des autonomen Fahrsystems von Uber erheblich verbessern wird. Die vorherigen Umbau- und Integrationsarbeiten wurden im Engineering-Zentrum von Autobrains in München durchgeführt. Das Team von Technikexperten und Ingenieuren von Autobrains integrierte die Wahrnehmungs- und Entscheidungssoftware von Autobrains in die Hardwareplattform des Jaguar I-PACE.
Die Wahl Münchens als Startpunkt für die Robotaxi-Tests in Europa durch Uber hängt eng mit dem Konformitätsrahmen der EU-Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen (GSR) für L4-Autonomes Fahren zusammen. Diese Verordnung bietet seit Juli 2024 eine rechtliche Grundlage für den kommerziellen Betrieb von L4-Autonomen Fahren innerhalb der EU. Uber muss beim Kraftfahrt-Bundesamt einen Antrag auf eine Testgenehmigung stellen, bevor es öffentliche Straßentests in einem bestimmten Gebiet durchführen kann. Die GSR verlangt, dass Testfahrzeuge mit einem Sicherheitsfahrer ausgestattet sein müssen und die Cybersicherheitsstandards für Fahrzeuge erfüllen. Uber hat ein Entwicklungszentrum in München, und die Stadt erfüllt die Anforderungen der EU-Verordnungen, was sie zur bevorzugten Stadt für die Vertiefung der strategischen Expansion von Uber auf dem europäischen Kontinent macht.
Seit Uber 2023 wieder verstärkt in den Bereich des autonomen Fahrens eingestiegen ist, hat es kein komplett eigenes System entwickelt, sondern Kooperationen mit mehreren Unternehmen für autonome Fahrtechnologie geschlossen. Zuvor hatte Uber in Phoenix, USA, bereits Robotaxi-Dienste von Waymo und Motional eingeführt; mit der Zusammenarbeit mit Autobrains in Europa wird diese Asset-leichte, Multi-Plattform-Strategie erstmals auf den europäischen Markt übertragen. Für Uber ist der Fortschritt des L4-Robotaxis nicht nur eine technische Validierung, sondern steht in direktem Zusammenhang mit den langfristigen Kostenstrukturen und der Kapazitätsflexibilität seines Ride-Hailing-Geschäfts. Sobald Robotaxis in großen Städten im großen Maßstab betrieben werden, könnte Uber die Kosten für die Fahrerrekrutierung und Fahrzeugwartung erheblich senken und gleichzeitig die Kapazität von den Einschränkungen des menschlichen Arbeitskräfteangebots befreien.
Noah Zych hatte zuvor öffentlich erklärt, dass Uber optimistisch in Bezug auf die kommerziellen Aussichten des L4-Autonomen Fahrens sei. Mit der Reifung der Technologie und dem Fortschritt der Vorschriften werden L4-Robotaxis im städtischen Mobilitätsmarkt Effizienz- und Kostenvorteile zeigen. Der Start der Tests in München ist ein entscheidender Knotenpunkt für die Umsetzung dieser Roadmap in Europa. Zuvor hatte Ubers CEO Dara Khosrowshahi auf dem Investorentag im November 2025 bereits öffentlich bekannt gegeben, dass Uber die Investitionen in sein Entwicklungszentrum in München verstärkt, um die Einführung der L4-Autonomen Fahrtechnologie in Europa voranzutreiben.
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