Curitiba plant soziales Mietprogramm gegen Wohnungsdefizit von 84.000 Einheiten
2026-07-17 17:55
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de.wedoany.com-Bericht: Der Stadtrat von Curitiba berät über einen Vorschlag für ein soziales Mietprogramm, das mit öffentlichen Immobilien einkommensschwachen Haushalten Wohnraum bieten soll. Die Miete wird an das Haushaltseinkommen angepasst, mit Priorität für benachteiligte Gruppen.

Der Vorschlag wurde von Stadträtin Vanda de Assis (Arbeiterpartei) eingebracht und zielt darauf ab, den Zugang zu Wohnraum durch öffentliche Mietwohnungen zu erweitern, ohne den Bewohnern Eigentum zu übertragen. Der Vorschlag wurde am 13. März 2026 eingereicht und wartet derzeit auf die technische Stellungnahme des Rechtsberatungsbüros, bevor er dem Verfassungs- und Justizausschuss vorgelegt wird.

Die dem Vorschlag zugrunde liegenden Daten zum Wohnungsdruck stammen von der João-Pinheiro-Stiftung. Laut dieser Stiftung wird das Wohnungsdefizit in Curitiba und der Metropolregion auf 83.923 Einheiten geschätzt, wovon etwa 60.700 auf überhöhte Mieten zurückzuführen sind. In der Begründung des Vorschlags heißt es, dass der Großteil des Wohnungsdefizits auf übermäßige Mietbelastung zurückzuführen sei und nicht nur auf einen Mangel an Wohnraum.

Die Miete im sozialen Mietprogramm ist nicht einheitlich. Dem Vorschlagstext zufolge kann die Zahlungsweise kostenlos, ermäßigt oder vollständig kostenpflichtig sein, abhängig von der sozioökonomischen Situation der jeweiligen Familie. Familien, die nicht zahlen können, erhalten einen vollständigen Erlass, Familien mit teilweisem Einkommen zahlen anteilig nach Budget, und Familien mit ausreichender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zahlen den vollen Betrag. Dieses Modell soll vermeiden, einen einheitlichen Tarif auf Familien mit unterschiedlichen sozialen Realitäten anzuwenden.

Curitiba prüft soziales Mietprogramm: öffentlicher Wohnraum, einkommensabhängige Preise, Vorrang für Senioren, Gewaltopfer und Obdachlose

Der Vorschlag definiert Prioritätsgruppen, darunter Senioren, Obdachlose, Menschen mit Behinderungen, Bewohner von Risikogebieten, von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Sammler von recycelbaren Materialien. Gleichzeitig betont der Vorschlag, dass Wohnraum in der Nähe von Arbeitsplätzen, öffentlichen Dienstleistungen und städtischer Infrastruktur liegen sollte, um die Lebenshaltungskosten der Familien zu senken. Vanda de Assis ist der Ansicht, dass soziales Mietprogramm das Recht auf Wohnraum in der Nähe von Arbeitsplätzen zu geringen Kosten gewährleisten kann.

Im Gegensatz zu Kaufprogrammen behält das soziale Mietprogramm die Immobilien als kommunales Eigentum und überträgt den Familien kein Eigentum. Diese Wohnungen bilden einen öffentlichen Wohnungsbestand, der je nach sozialem Bedarf im Laufe der Zeit verschiedenen Begünstigten dienen kann. Der Vorschlag bezeichnet dies als „öffentlichen Wohnungspark", um ein kontinuierliches Wohnraumangebot zu gewährleisten. Der Vorschlag sieht auch vor, dass begünstigte Familien später an andere Wohnungspolitiken verwiesen werden können, etwa bei Vorliegen der Voraussetzungen in ein Kaufprogramm.

Curitiba prüft soziales Mietprogramm: öffentlicher Wohnraum, einkommensabhängige Preise, Vorrang für Senioren, Gewaltopfer und Obdachlose

Das soziale Mietprogramm muss noch die Ausschussberatung und rechtliche Prüfung durchlaufen. Wird es vom Gesetzgeber genehmigt und vom Bürgermeister unterzeichnet, tritt das Gesetz 90 Tage nach Veröffentlichung im städtischen Amtsblatt in Kraft. Der Vorschlag bezieht sich auf das Programm „Morar no Centro" (Wohnen im Zentrum) von São Paulo als Referenz, um die Machbarkeit der Bereitstellung von sozialem Mietwohnraum in Gebieten mit städtischer Infrastruktur zu belegen.

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