de.wedoany.com-Bericht: Das brasilianische Ministerium für Bergbau und Energie (MME) verteidigte am Dienstag (2.) in einer Anhörung vor dem Ausschuss für Bergbau und Energie der Abgeordnetenkammer die Stromverträge über fast 20 GW, die bei der im März dieses Jahres durchgeführten Kapazitätsreserveauktion (LRCAP) abgeschlossen wurden. Der Großteil dieser Verträge entfällt auf Gaskraftwerke. Die Auktion war von Abgeordneten und Vertretern der erneuerbaren Energien-Branche kritisiert worden.

Der amtierende Minister für Bergbau und Energie, Gustavo Atayde, reagierte auf die Kritik und erklärte, man müsse „diese falsche Gegenüberstellung von Gaskraftwerken und erneuerbaren Energien überwinden". Er erläuterte, dass die nach Verfügbarkeit kontrahierten Gaskraftwerke nur dann eingesetzt würden, wenn die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen nicht ausreiche, um die Nachfrage zu decken. Dieser Mechanismus ermögliche es Brasilien, den Anteil von Solar- und Windenergie im Stromsystem zu erhöhen. Atayde wies zudem darauf hin, dass das Wachstum des Energieverbrauchs, der Klimawandel, die beschleunigte Elektrifizierung der Wirtschaft und der steigende Anteil variabler Energien die Kontrahierung regelbarer Kapazitäten erforderten, um die Zuverlässigkeit des nationalen Verbundsystems zu gewährleisten.
Der amtierende Minister betonte, dass die größte Herausforderung für den Stromsektor derzeit darin bestehe, die Verfügbarkeit von Strom zu Spitzenlastzeiten sicherzustellen. Die rasche Expansion erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie, stelle das System vor neue betriebliche Herausforderungen. Er erklärte, dass mit der LRCAP-Auktion nicht Energie, sondern Sicherheit kontrahiert werde. Studien der Energie-Forschungsgesellschaft (EPE) und des brasilianischen Stromnetzbetreibers (ONS) zeigten, dass das Risiko von Stromlücken in den kommenden Jahren ohne neue Vertragsabschlüsse zunehme. Bei der ersten LRCAP-Auktion in diesem Jahr wurden Verträge über insgesamt fast 19 GW abgeschlossen.

In der Anhörung erklärte der Direktor für Betriebsplanung des ONS, Alexandre Zucarato, dass Studien zur Versorgungssicherheit zeigten, dass sich die Systemsicherheitsindikatoren zwischen 2027 und 2030 verschlechtern würden. Selbst nach der LRCAP-Kontrahierung seien die Versorgungsstandards noch nicht vollständig erfüllt. Der Präsident der EPE, Thiago Prado, betonte, dass diese Auktion nicht als traditionelle Energieauktion betrachtet werden dürfe. Er wies darauf hin: „Die LRCAP ist keine Energieauktion, sondern eine Auktion für die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit des Stromsystems." Die Anhörung fand vor dem Hintergrund von Kritik von Abgeordneten und Branchenteilnehmern am Auktionsdesign statt, die unter anderem die Beteiligung von Batteriespeichersystemen, die Anpassung der Höchstpreise der Auktion und die Dominanz von Gaskraftwerken betraf.
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