Siemens bringt Capital 3D-Workflow für elektrisches Design auf den Markt – Industriessoftware verlagert Kabelbaum-Design in die 3D-Kollaboration
2026-06-03 15:39
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de.wedoany.com-Bericht: Am 2. Juni veröffentlichte Siemens Digital Industries Software, eine Tochtergesellschaft der deutschen Siemens AG, neue 3D-Design-Funktionen für die Capital-Software. Diese vereinheitlichen Kabelbaum-Design, physikalische Verlegung und mechanische Designumgebungen in einem einzigen modellbasierten Workflow. Die Lösung richtet sich an die Entwicklung komplexer mechatronischer Produkte in den Bereichen Automobil, Luft- und Raumfahrt, Industrieanlagen und Elektronik und soll Schnittstellenverluste in der teamübergreifenden Zusammenarbeit sowie späte Nacharbeiten reduzieren.

Dieses Update adressiert ein seit langem bestehendes Problem der technischen Zusammenarbeit in der Industriessoftware: Elektrische Systeme werden in der Regel von spezialisierten Elektroteams entworfen, während mechanische Räume, Strukturkomponenten, Verlegewege, Wärmemanagement und Wartungsräume von den Mechanikteams verantwortet werden. Die beiden Datentypen zirkulieren in unterschiedlichen Werkzeugen, Versionen und Bewertungsrhythmen, wodurch Probleme wie Kabelbaum-Interferenzen, Längenänderungen, Steckerpositionen und Montagezugänglichkeit oft erst spät im Prozess sichtbar werden. Siemens hat Capital nun mit Softwareumgebungen wie Designcenter und Teamcenter verbunden, sodass Ingenieure elektrische Inhalte direkt in einer gemeinsamen 3D-Umgebung einsehen und Kabelbaum-Design sowie physikalische Verlegung im selben Kontext validieren können. Für Elektrofahrzeuge, Flugzeuge, Schienenverkehr-Ausrüstung, Industrieroboter, Energieanlagen und hochwertige elektronische Geräte wird die interne elektrische Architektur immer komplexer. Die Anzahl der Kabelbäume, Sensoranschlüsse, Steuerungen, Aktoren und softwaredefinierten Funktionen steigt kontinuierlich. Die traditionelle Trennung von 2D-Elektrodesign und mechanischem Design verlängert die Validierungszyklen und erhöht die Nacharbeitskosten in der Prototypenphase.

Die neuen Funktionen werden diese Woche erstmals auf der Siemens Realize LIVE Americas-Veranstaltung vorgestellt.

Aus Sicht des Fertigungsentwicklungsprozesses geht es bei diesem Software-Update nicht nur um die Hinzufügung einer 3D-Visualisierungsschnittstelle, sondern vielmehr darum, das elektrische System von einem Prozess, bei dem es nach der Zeichnungsfreigabe an den mechanischen Raum angepasst wird, hin zu einer frühzeitigen synchronen Validierung in der Produktentwicklung zu verlagern. Ingenieurteams können interdisziplinäre Konflikte bereits in der frühen Designphase erkennen, manuelle Übergaben und doppelte Eingaben reduzieren und gleichzeitig elektrische Designabsichten, mechanische Randbedingungen, Lebenszyklusdaten und Fertigungsvorbereitungsinformationen in denselben digitalen Faden einbinden. Mit der zunehmenden Intelligenz der elektronischen und elektrischen Architektur von Fahrzeugen, Steuerungssystemen für High-End-Anlagen und Industrieanlagen verschwimmen die Grenzen zwischen Elektrik und Mechanik immer mehr. Kabelbäume sind nicht nur Verbindungselemente, sondern beeinflussen auch Gewicht, Kosten, Montageprozess, Wartungswege und Zuverlässigkeit. Wenn die neuen 3D-Funktionen von Capital in Kundenprojekten in großem Maßstab eingesetzt werden, können Fertigungsunternehmen Probleme in der virtuellen Validierungsphase lösen, anstatt sie erst in der Phase des physischen Prototyps, der Betriebsmittel oder der Serienproduktion zu korrigieren.

Die Aufnahme dieser Fähigkeit in das Xcelerator-Portfolio von Siemens zeigt auch, dass der Wettbewerb in der Industriessoftware von einzelnen Design-Tools hin zu domänenübergreifenden Engineering-Plattformen wechselt. Die Datenkonnektivität zwischen Produktlebenszyklusmanagement, elektrischem Systemdesign, mechanischem Design, Simulationsvalidierung und Fertigungsausführung wird zu einer wichtigen Grundlage für Unternehmen mit komplexen Anlagen, um Entwicklungszeiten zu verkürzen. Für Zulieferer könnte der einheitliche modellbasierte Workflow auch die Datenzusammenarbeit zwischen OEMs, Komponentenherstellern und Engineering-Dienstleistern verbessern und Kommunikationskosten aufgrund von Versionsinkonsistenzen, unklaren Schnittstellen oder verzögerten Designänderungen senken. In der Unterkategorie Industriessoftware eignet sich ein solches Update eher als Fallbeispiel für die Digitalisierung von Fertigungsentwicklungsprozessen und nicht als einfache Veröffentlichung eines KI-Tools.

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