de.wedoany.com-Bericht: Das luxemburgische Satellitenkommunikationsunternehmen SES hat kürzlich bekannt gegeben, dass es für die mexikanische Billigfluggesellschaft Viva einen schnellen und zuverlässigen Multi-Orbit-Satelliten-Bordkonnektivitätsdienst gestartet hat. Der Dienst wird in der Airbus-Flotte von Viva eingesetzt und deckt 60 A320- und 40 A321-Flugzeuge ab. Damit ist Viva die erste mexikanische Fluggesellschaft, die den neuen elektronisch gesteuerten Phased-Array-Antennendienst von SES nutzt.
Der Kern dieser Zusammenarbeit besteht darin, das Satelliten-Breitband von wenigen High-End-Streckenkonfigurationen auf eine größere Flotte von Billigfluggesellschaften auszuweiten. Fluggesellschaften standen bei der Einführung von Internet an Bord lange Zeit vor drei Einschränkungen: erstens die hohen Installations- und Wartungskosten pro Flugzeug, zweitens die schwer zu gewährleistende Stabilität der Abdeckung auf grenzüberschreitenden Strecken und drittens der zu schnelle Anstieg der Nachfrage der Passagiere nach Video, sozialen Medien, Büroarbeit und Instant Messaging. Dass SES Viva nun eine Multi-Orbit-Satellitenverbindung bereitstellt, bedeutet, dass die Fluggesellschaft nicht mehr nur auf eine einzige Orbitalressource angewiesen ist, sondern durch die Kombination von Satelliten in verschiedenen Umlaufbahnen die Kontinuität der Abdeckung und das Netzerlebnis verbessert. Für Billigfluggesellschaften ist die Bordkonnektivität nicht nur für das Passagiererlebnis relevant, sondern könnte auch zu einem wichtigen Zugang für zukünftige Zusatzeinnahmen, Treueprogramme und digitale Dienstleistungen werden.
Die von SES in dieser Lösung eingesetzte neue elektronisch gesteuerte Phased-Array-Antenne ist weniger als 7 cm hoch und eignet sich, um bei Flugzeugen ein Gleichgewicht zwischen aerodynamischer Leistung, Bauraum und Wartungseffizienz zu erreichen.
In der Luftfahrtkommunikation beeinflussen Größe, Gewicht, Stromverbrauch und Zuverlässigkeit der Antenne direkt die Bereitschaft der Fluggesellschaften, eine großflächige Einführung vorzunehmen. Die flache elektronisch gesteuerte Phased-Array-Antenne reduziert die Auswirkungen auf die Flugzeugstruktur und die aerodynamische Form und greift durch elektronische Strahlschwenkung auf das Multi-Orbit-Netzwerk von SES zu. Viva verfügt über eine der jüngsten Airbus A320- und A321-Flotten Lateinamerikas. Nach der großflächigen Einführung der Bordkonnektivität kann sie auf Inlands- und Regionalstrecken in Mexiko ein Verbindungserlebnis bieten, das dem terrestrischen Breitband näher kommt. Für Passagiere wird das Online-Bleiben während des Fluges von einem Zusatzdienst zu einem Grunderlebnis; für Fluggesellschaften treibt die Konnektivität auch Folgeanwendungen wie Bordverkauf, Kundenansprache, Werbung, Zahlungen, Reisedienstempfehlungen und Betriebsdatenerfassung voran.
Projekte dieser Art zeigen auch, dass die Satellitenkommunikation zunehmend in mobile Verkehrsszenarien vordringt. Bisher war Satelliten-Breitband eher für abgelegene Gebiete, die Schifffahrt, den Energiesektor, die Regierungskommunikation und Notfallszenarien gedacht, während die Bordkonnektivität in der Luftfahrt lange durch Kosten und Erlebnisqualität eingeschränkt war. Mit der schrittweisen Reife von Multi-Orbit-Netzwerken, Flachantennen, Bord-Gateways und Content-Dienstplattformen beginnen Fluggesellschaften, die Bordkonnektivität in die digitale Infrastruktur ihrer Flotten zu integrieren. Die Zusammenarbeit zwischen SES und Viva umfasst 100 Flugzeuge und geht damit über Einzelversuche hinaus und nähert sich der Phase der kommerziellen Masseneinführung. Sobald das Bord-Breitband ein stabiles Erlebnis bietet, wird es die Dienstbeziehung zwischen Fluggesellschaften und Passagieren verändern: Der Flug ist kein offline Raum mehr, sondern ein mobiles Szenario für kontinuierliche Verbindung, Konsum, Arbeit und Interaktion.
Für die Wertschöpfungskette der Satellitenkommunikation wird der Markt für Bordkonnektivität in der Luftfahrt zu einem wichtigen Wachstumstreiber für Multi-Orbit-Satellitennetzwerke. Die Betreiber müssen gleichzeitig Probleme wie Satellitenkapazität, Boden-Gateways, Bordterminals, Antennenleistung, Streckenabdeckung, Installationszertifizierung und die Geschäftsmodelle der Fluggesellschaften lösen. Viva, eine mexikanische Billigfluggesellschaft, führt die Multi-Orbit-Satellitenverbindung ein. Dies zeigt, dass hochwertiges Internet an Bord nicht mehr nur auf Full-Service-Fluggesellschaften oder Langstrecken-Interkontinentalflüge beschränkt ist, sondern auch in regionale Luftverkehrsmärkte mit höherem Passagieraufkommen und höherer Umschlagseffizienz vordringt. Die nächsten Variablen werden sich auf das Installationstempo in der Flotte, das tatsächliche Netzerlebnis, die Umwandlung von Passagierzahlungen und die Geschwindigkeit konzentrieren, mit der SES seine Multi-Orbit-Luftfahrtdienste bei anderen Flugkunden in Amerika replizieren kann.
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