Nordsee-Windkraft könnte bis 2050 11 % der Meeresfläche bedecken
2026-06-06 10:12
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de.wedoany.com-Bericht: Eine neue Studie zeigt, dass die Fläche für Offshore-Windkraft in der Nordsee bis 2050 auf 58.500 Quadratkilometer anwachsen könnte, was 11 % der gesamten Meeresfläche entspricht.

Nordsee-Windpark – Bildquelle: iStock

Die Studie wurde von der Heriot-Watt University geleitet. Das Forschungsteam führte eine umfassende Untersuchung der bestehenden Offshore-Windparks und der in den nationalen Plänen aufgeführten Projekte in sieben Nordsee-Anrainerstaaten durch: den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Norwegen und Frankreich. Um den von den Ländern veröffentlichten Zielen für die installierte Leistung zu entsprechen, wurden auch hypothetische Windparks in die Studie einbezogen.

Dr. Simon Waldman, Assistenzprofessor für Energietechnologie an der School of Energy, Geoscience, Infrastructure and Society der Heriot-Watt University, wies darauf hin, dass das Szenario zeige, was passieren könnte, wenn die Länder ihre Zusagen zum Ausbau der Offshore-Windkraft einhalten. Es handele sich nicht um eine Vorhersage des tatsächlichen Zustands der Nordsee im Jahr 2050, sondern um eine Hochrechnung auf der Grundlage aktueller Daten und der Ambitionen der Länder. Bei der Erstellung des Szenarios griff das Team umfassend auf internationale Meeres- und Energiedatensätze zurück, die nationale Ziele, Raumplanung, Meerestiefe, Wind- und Wellenaufzeichnungen, bestehende Infrastruktur und erwartete Turbinentechnologien umfassten.

Karte der Nordsee – Bildquelle: Energies

Für das Jahr 2030 wird erwartet, dass das Vereinigte Königreich weiterhin das Land mit der größten Offshore-Windkraftkapazität in der Nordsee sein wird, mit rund 4.200 in Betrieb befindlichen Turbinen. Deutschland und die Niederlande folgen mit etwa 2.700 bzw. 1.700 Turbinen. Bis 2050 wird die Führungsposition dieser drei Länder bestehen bleiben: Das Vereinigte Königreich wird voraussichtlich rund 6.300 Turbinen haben, Deutschland etwa 4.300 und die Niederlande knapp über 4.200. Gemessen an der Flächenbelegung liegt die Niederlande an erster Stelle: Bis 2050 werden etwa 19 % ihrer Nordseegebiete von Windparks eingenommen. Belgien folgt mit 18 % auf Platz zwei, Dänemark mit 15 %, Deutschland mit 14 %, das Vereinigte Königreich mit 9 %, Norwegen mit 8 % und Frankreich mit 7 %. Insgesamt wird der Anteil der in Betrieb befindlichen und geplanten Offshore-Windkraftflächen in der Nordsee von derzeit etwa 1 % auf rund 11 % im Jahr 2050 steigen, was einer Fläche von etwa 58.500 Quadratkilometern entspricht.

Die Studie zielt darauf ab, die Auswirkungen auf die Umgebung zu bewerten, indem die möglichen Standorte von Turbinen nach einem großflächigen Ausbau der Offshore-Windkraft simuliert werden. Waldman erklärte, die Ergebnisse der Studie zeigten das Ausmaß und die praktischen Überlegungen, die mit dem versprochenen Wachstum der Offshore-Windkraft verbunden seien. Debbie Russell, Meeresökologin an der University of St Andrews, ergänzte, dass große Windparks atmosphärische Nachläufe erzeugen, die sich über 40 Kilometer oder noch weiter erstrecken können. Einzelne Turbinen verlangsamen den Wind hinter sich, und die Nachläufe von Mega-Projekten könnten nationale Grenzen überschreiten und andere Projekte beeinträchtigen. Sie erwähnte, dass es bereits erste Anzeichen dafür gebe, dass Entwickler aufgrund benachbarter Nachläufe Energieverluste erleiden. Gleichzeitig nehme die ökologische Besorgnis zu, da verstanden werden müsse, wie diese Strukturen das Meeressystem verändern. Das Verständnis dieser Wechselwirkungen sei für die Expansion der Branche von entscheidender Bedeutung. Professor Rodney Forster vom Hull Marine Laboratory der University of Hull ist der Ansicht, dass die Offshore-Windkraftentwicklung in den kommenden Jahrzehnten erheblich zunehmen werde. Mit der Ausweitung der Projekte müsse man die potenziellen Auswirkungen auf die vielfältigen Ökosysteme und die breitere Meeresindustrie verstehen. Der nächste Schritt sei die Identifizierung anderer Meeresnutzungen, die mit den in Betrieb befindlichen Windparks koexistieren oder innerhalb dieser stattfinden könnten.

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