de.wedoany.com-Bericht: Kürzlich hat der brasilianische Telekommunikationsbetreiber TIM sein eigenes Versorgungssystem für erneuerbare Energien erweitert und künstliche Intelligenz in das Energiemanagement des Kommunikationsnetzes integriert. Das Unternehmen produziert derzeit über 136 Solar-, Wasser- und Biogaskraftwerke in 23 brasilianischen Bundesstaaten und dem Bundesdistrikt etwa 70 % des Stroms für seinen Netzverbrauch und versorgt damit mehr als 20.000 Mobilfunkantennen mit Strom.
Der Schwerpunkt dieser Maßnahme liegt auf zwei Ebenen: den Betriebskosten des Kommunikationsnetzes und der Energiestabilität. Mobilfunknetze decken große Gebiete ab und haben eine hohe Anzahl von Basisstationen; Antennen, Übertragungsgeräte, Rechenzentren und Edge-Standorte benötigen eine langfristige, kontinuierliche Stromversorgung. Die Stromkosten sind seit jeher ein wesentlicher Bestandteil der Netzbetriebskosten von Betreibern. TIM begann 2017 mit der dezentralen Stromerzeugung, damals mit nur fünf Kraftwerken im Bundesstaat Minas Gerais, die etwa 1.200 Antennen versorgten. Heute hat sich dieses System zu einem landesweiten, regionalen Energiemix entwickelt, der eine jährliche Stromerzeugung von etwa 474 GWh erreicht – das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch einer Stadt mit rund 770.000 Einwohnern. Für einen Markt wie Brasilien, der geografisch weitläufig ist und starke regionale Unterschiede in den Strompreisen aufweist, kann die Kombination erneuerbarer Energien mit dem Betrieb von Kommunikationsstandorten durch den Betreiber die Abhängigkeit von traditionellem Strombezug und regionalen Strompreisschwankungen verringern und gleichzeitig eine stabilere langfristige Energieversorgung für abgelegene Gebiete, überregionale Netze und Standorte mit hoher Last bieten.
Mit der Integration künstlicher Intelligenz in das Energiemanagement geht TIMs Weg zur Energieeinsparung von der „Ausweitung sauberer Stromquellen" hin zur „präzisen Steuerung des tatsächlichen Verbrauchs an jedem einzelnen Standort".
Seit 2025 setzt TIM KI-Projekte bei der Analyse von Energierechnungen und Stromverbrauchsdaten ein. Durch die Erstellung von erwarteten Verbrauchsmustern für verschiedene Betriebseinheiten und den anschließenden Abgleich mit tatsächlichen Abrechnungs- und Verbrauchsdaten werden Messanomalien, Verbrauchsabweichungen und das Risiko von Geräteausfällen identifiziert. Energieverschwendung in Kommunikationsbasisstationen wird oft nicht nur durch einzelne große Geräte verursacht, sondern versteckt sich in den Details von Klimaanlagen, Notstromversorgungen, Gleichrichtern, Batterien, Übertragungsgeräten und dem Betriebszustand der Standorte. Wenn das KI-System kontinuierlich abnormale Muster erkennt, kann es dem Wartungsteam helfen, Messfehler, ineffizienten Gerätebetrieb oder Abweichungen im Standortenergieverbrauch schneller zu erkennen und so die Verluste durch manuelle Inspektionen und verzögerte Fehlersuche zu reduzieren. Mit der zunehmenden Abdeckung von 5G-Netzen, dem Anstieg des Datenverkehrs und der Zunahme von Edge-Computing-Knoten wird der Energiedruck, dem die Betreiber in Zukunft ausgesetzt sind, weiter steigen. Der alleinige Bezug von Grünstrom reicht nicht mehr aus, um Effizienzprobleme zu lösen. Der datengesteuerte Energiebetrieb wird zu einem wichtigen Instrument für die Kostensenkung in der Kommunikations-infrastruktur.
TIM ergänzt seinen Energiemix gleichzeitig durch den Bezug von Strom auf dem freien Markt und internationale Zertifikate für erneuerbare Energien und gibt seit 2021 an, zu 100 % mit erneuerbaren Energien zu arbeiten. Der Einsatz von KI-Fähigkeiten für das Energiemanagement bedeutet, dass die nachhaltige Transformation des Betreibers nun in eine Phase eintritt, die stärker auf Beobachtbarkeit, Vorhersagbarkeit und Optimierbarkeit ausgerichtet ist. Für die globale Telekommunikationsbranche hat sich die Energieeffizienz mobiler Netze von einem unternehmerischen ESG-Projekt zu einer Frage der Infrastrukturwettbewerbsfähigkeit entwickelt. Wer ein besseres Gleichgewicht zwischen Abdeckung, Kapazität, Energieeffizienz und Betriebskosten findet, wird es leichter haben, bei der Expansion von 5G, IoT, Unternehmensnetzwerken und KI-Edge-Anwendungen einen Kostenvorteil zu behalten.
Der Fall von TIM Brasil bietet auch für den lateinamerikanischen Telekommunikationsmarkt ein reproduzierbares Modell. Viele Länder Lateinamerikas stehen vor Herausforderungen wie schwankenden Strompreisen, regionalen Unterschieden in der Stromversorgung, einer dezentralen Kommunikationsinfrastruktur und Investitionsdruck für Netz-Upgrades. Betreiber, die durch dezentrale erneuerbare Energien, KI-gestütztes Energiemonitoring und standortbezogene Betriebs- und Wartungszyklen Kosten senken, können dazu beitragen, die langfristige Widerstandsfähigkeit mobiler Netze zu erhöhen. Die weitere Entwicklung wird sich darauf konzentrieren, ob das KI-Energiemanagementprojekt auf weitere Standorte ausgeweitet werden kann, ob die Anomalieerkennung in tatsächliche Energieeinsparungen umgesetzt werden kann und ob das Versorgungssystem für erneuerbare Energien das Wachstum von 5G und zukünftigen KI-Edge-Geschäften weiterhin unterstützen kann.
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