de.wedoany.com-Bericht: Die Laufzeit der Kernkraftwerke Heysham 1 und Hartlepool wird erneut verlängert und läuft nun bis März 2030.

Gemäß dem Netto-Null-Emissionsziel der britischen Regierung müssen bis 2030 mindestens 95 % des in Großbritannien erzeugten Stroms aus sauberen Quellen stammen. Kernenergie gilt als notwendige Grundlast zur Erreichung dieses Ziels. Die beiden Anlagen sollten ursprünglich 2024 geschlossen werden; nach einer Reihe positiver Graphitinspektionen hatte der Betreiber, der französische Energiekonzern EDF, ihre Lebensdauer im vergangenen Jahr bereits bis 2028 verlängert.
Durch die Entscheidung zur erneuten Verlängerung um zwei Jahre wird die Stromproduktion aus Kernenergie voraussichtlich um 28 Terawattstunden (TWh) steigen. Dieser Produktionszeitraum überschneidet sich in etwa mit der Inbetriebnahme des ersten Generators des im Bau befindlichen Kernkraftwerks Hinkley Point C. Hinkley Point C nutzt neuere Technologie; die jährliche Stromerzeugung eines einzelnen Blocks wird nahezu der Summe aller vier Reaktoren von Heysham 1 und Hartlepool entsprechen. Obwohl die vier alternden Reaktoren von Heysham 1 und Hartlepool auf dem Papier eine maximale Gesamtkapazität von 2,25 Gigawatt (GW) haben – höher als die 1,63 GW eines einzelnen Blocks von Hinkley Point C – müssen die älteren Anlagen häufig für Wartungsarbeiten abgeschaltet und mit reduzierter Leistung betrieben werden, um den alternden Graphitkern zu schützen.
Anfang dieses Monats unterzeichnete EDF zudem eine Vereinbarung mit der britischen Regierung, um die Betriebsdauer des Kernkraftwerks Sizewell B in der Grafschaft Suffolk bis 2055 zu verlängern.
John Munro, Geschäftsführer des Kernkraftwerksbetriebs von EDF, erklärte, das Ziel sei, diese Anlagen so lange wie möglich zur Stromerzeugung zu nutzen, solange dies sicher und wirtschaftlich vertretbar sei. Die Bestätigung der zweijährigen Verlängerung für Heysham 1 und Hartlepool sei großartig. Die Advanced Gas-cooled Reactor (AGR)-Anlagen seien seit fünfzig Jahren das Rückgrat der sicheren, emissionsfreien Stromerzeugung in Großbritannien. Die Kernkraftflotte spiele zudem eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Netzstabilität, was besonders wichtig sei, da das gesamte System zunehmend auf erneuerbare Energien ausgerichtet werde. Diese Entscheidung sichere eine stabile Grundlast und heimische Stromerzeugung und verringere die Abhängigkeit von Importen in angespannten Zeiten.
Das polnische Konsortium SGE hat kürzlich den Bau von 14 kleinen modularen Reaktoren (SMR) mit einer Gesamtleistung von 4,2 Gigawatt vorgeschlagen, die frühestens 2034 in Betrieb gehen könnten.










