SAP-Energiekonferenz in Frankreich fokussiert Herausforderungen der KI-Skalierung
2026-06-08 17:27
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de.wedoany.com-Bericht: Auf der SAP for Energy & Utilities Conference in Toulouse, Frankreich, war Künstliche Intelligenz das zentrale Thema, das sich durch die gesamte Veranstaltung zog. Energieexperten diskutierten während der dreitägigen Konferenz schwerpunktmäßig die realen Herausforderungen beim Übergang der KI vom Proof of Concept zur skalierbaren Anwendung, die Aspekte wie Dateninfrastruktur, Integration von Altsystemen, regulatorische Compliance und organisatorischen Wandel umfassen.

Die Energiebranche investiert massiv in Künstliche Intelligenz, um Effizienz zu steigern, neue Geschäftsmodelle zu erschließen und die Energiewende voranzutreiben. Die Schwierigkeiten beim Übergang von Pilotprojekten zur vollständigen Umsetzung werden jedoch oft unterschätzt. Der Aufbau einer soliden Datenbasis dauert etwa sechs Monate, weitere zwölf Monate vergehen, bis quantifizierbare Renditen sichtbar werden, und die großflächige Ausrollung kann noch drei Jahre in Anspruch nehmen. Zu den Faktoren, die diese Situation verursachen, gehören: Die aus alltäglichen einfachen Aufgaben gewonnene KI-Nutzungserfahrung wird unrealistisch auf komplexe Unternehmensumgebungen übertragen; historische Altsystemlandschaften lassen sich nur schwer schnell ändern; Compliance-Anforderungen in regulierten Branchen wie Strom, Gas und Wasser müssen bei jeder Architekturentscheidung vorab berücksichtigt werden; es mangelt an KI-Fachkräften, die sowohl Geschäftsverständnis als auch technische Fähigkeiten besitzen; und der organisatorische Wandel bleibt ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Bei der Ausweitung von KI-Pilotprojekten auf die gesamte Organisation müssen kontinuierlich Aspekte wie Lebenszyklusmanagement, Identitäts- und Zugriffsmanagement, Sicherheit, Compliance, Governance, Release-Management, Tests und kontinuierliche Verbesserung berücksichtigt werden. Andre Bechtold, Präsident von SAP Industries & Experiences, betonte, dass Unternehmen, die heute in die richtige Grundlage investieren, in Zukunft voll von KI profitieren werden. Torsten Welte, Leiter von SAP Energy & Natural Resources Industries, wies darauf hin, dass die Fachabteilungen die technologischen Möglichkeiten verstehen und die IT-Abteilung die Geschäftsanforderungen begreifen müsse; KI verändere diese Branche grundlegend.

Die SAP Business Suite hat KI in Form von Joule nativ integriert und daraus spezifische Anwendungsszenarien abgeleitet. Im Bereich Asset Management und Predictive Maintenance können Versorgungsunternehmen Anlagen und Netze proaktiv verwalten, bevor Störungen auftreten; der Utilities Customer Self-Service Agent ermöglicht rund um die Uhr Self-Service und senkt die Servicekosten um bis zu 90 %.

Das Thema dezentrale Energieressourcen (DER) stand auf der Konferenz durchgehend im Fokus. Mit dem Anschluss von Millionen dezentraler Ressourcen wie Solarzellen, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und Batteriespeichersysteme wandelt sich der Energiefluss von einer Einbahnstraße zu einem bidirektionalen System, bei dem Prosumer, die selbst Strom erzeugen, aktiv Energie ins Netz zurückspeisen. Die Koordination der von diesen Anlagen erzeugten riesigen Datenmengen stellt eine zentrale Herausforderung dar. Die SAP Distributed Energy Resources solution integriert technische Anlagen, Geschäftsverträge und Kundendaten in einem einheitlichen Datenmodell und legt damit die Grundlage für neue Geschäftsmodelle wie intelligente Stromtarife, dynamische Preisgestaltung, Energie-Sharing und Demand Response. Markus Bechmann, Global Vice President und Co-Leiter der Industry Business Unit Utilities bei SAP, erklärte, dass dynamische Preisgestaltung und intelligente Stromtarife bereits realisierbare Geschäftsmodelle seien und Energieversorger heute über die technische Grundlage verfügten, um diese Chancen zu nutzen.

Um KI greifbar zu machen, präsentierte das SAP Experience Center im Walldorfer Energiepark reale Beispiele der eigenen Energiewende, darunter Szenarien wie Elektromobilität, intelligentes Asset Management und Energie-Communities. Die Informationen von der Konferenz zeigen, dass KI in der Energiebranche kein Zukunftsthema mehr ist, aber für den unternehmensweiten Wandel vom Pilotprojekt sind neben technologischer Innovation auch solide Daten-, Prozess- und Organisationsgrundlagen erforderlich.

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