de.wedoany.com-Bericht: Das Technologieunternehmen Tivita hat die neue Plattform TABA auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) vorgestellt, die darauf abzielt, den Pflegeprozess für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zu vereinfachen. Die Plattform automatisiert administrative Aufgaben wie die Aktualisierung von Krankenakten, die Terminplanung und das Finanzmanagement und hilft Therapeuten so, mehr Zeit für die klinische Versorgung aufzuwenden.

Der Name TABA leitet sich von der Angewandten Verhaltensanalyse (ABA, Análise do Comportamento Aplicada) ab, einer der wissenschaftlich fundiertesten Methoden in der Autismus-Therapie. Die Plattform ist darauf ausgelegt, die Pflege patientenzentrierter zu gestalten, klinische Fortschritte detailliert zu dokumentieren und Angehörigen die Nachverfolgung zu erleichtern.
Claudio Franco, CEO von Tivita, erklärte, dass der Einsatz von KI bereits positive Auswirkungen auf die Arbeit der Fachkräfte habe und die Transparenz der Kommunikation verbessere. Er berichtete, dass die Zeit, die Therapeuten für klinische Verwaltungsaufgaben aufwenden, von mehreren Stunden auf wenige Minuten verkürzt wurde und die Kliniken nun einen klareren Überblick über den Fortschritt jedes Patienten haben. Das Produkt wurde bereits auf dem Kongress der Autismus-Reise (Congresso de Jornada do Autismo) in Rio de Janeiro validiert. Er wies zudem darauf hin, dass diese Technologie Therapeuten nicht ersetze, sondern sie besser mit den Patienten verbinde – ein Modell, das durch technologische Mittel auch in anderen Bereichen der Medizin und Therapie weiterentwickelt werden könne.
Die Physiotherapeutin und Neuropädiaterin Grazieli Nicolini ist technische Direktorin der Neurokids Saúde e Reabilitação, die TABA nutzt. Sie betonte, dass die angewandte Verhaltensanalyse die wirksamste wissenschaftliche Methode im Autismus-Bereich sei. Ihre Prinzipien wie positive Verstärkung, Funktionsanalyse, Datenerhebung und Generalisierung von Fähigkeiten seien auf jeden Menschen anwendbar, der Behandlungsplan bleibe jedoch stets individualisiert.
Sie wies darauf hin, dass der datenbasierte Charakter der ABA-Therapie eine effektivere Dokumentation erfordere, die durch Technologie vereinfacht werden könne. Eine langfristige Abhängigkeit von Papier oder Tabellenkalkulationen führe zu Informationsverlusten und Entscheidungsverzerrungen. TABA biete einen Mehrwert bei der Informationsorganisation, der Fortschrittsdokumentation und der Mustererkennung, wodurch bewährte Praktiken leichter zugänglich würden.
Die Entwicklung der KI-Plattform resultierte aus der Notwendigkeit, Probleme wie unvollständige Krankenakten, inkonsistente Fortschrittsberichte und fragmentierte Daten in multidisziplinären Kliniken zu lösen. Claudio Franco erklärte, dass ABA-Therapeuten mit fragmentierten Werkzeugen konfrontiert seien und Daten in Tabellenkalkulationen, verschiedenen Apps und Papierdokumenten festhielten. TABA biete sechs verschiedene Aufzeichnungsmethoden und benötige keine Internetverbindung; die Plattform nutze KI, um individualisierte Bildungspläne (Plano Educacional Individualizado) und klinische Zusammenfassungen automatisch zu generieren oder zu erstellen, wodurch Therapeuten wöchentlich mehrere Stunden Arbeitszeit sparten.
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