USA stellen 700 Millionen Dollar für Kohlekraftwerke und Exportterminals bereit
2026-06-11 14:07
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de.wedoany.com-Bericht: Die US-Regierung plant, rund 700 Millionen Dollar an Bundesmitteln für die Unterstützung von Kohle-Infrastruktur bereitzustellen. Diese Mittel umfassen die Modernisierung bestehender Kraftwerke, den Bau neuer Kraftwerke sowie die Errichtung von Kohleexportterminals. Das Weiße Haus wird voraussichtlich am Donnerstag gemeinsam mit Abgeordneten und Gouverneuren aus Kohle fördernden Bundesstaaten das Programm ankündigen, das als eine der direktesten finanziellen Zusagen der Bundesregierung für Kohle in den letzten Jahren gilt.

Laut Plan sollen 425 Millionen Dollar gemäß dem „Defense Production Act" an 13 bestehende Kohlekraftwerke in zehn Bundesstaaten vergeben werden: West Virginia, Kentucky, North Carolina, Indiana, Tennessee, Arkansas, Arizona, Oklahoma, North Dakota und Wisconsin. Beamte des Weißen Hauses erklärten, die Mittel könnten für die Modernisierung des Betriebs der Anlagen verwendet werden, vollständige Details auf Projektebene wurden jedoch noch nicht veröffentlicht.

Das US-Energieministerium (Energy Department) wird 185 Millionen Dollar bereitstellen, um den Bau von zwei neuen Kraftwerken der Terra Energy Center Corp. in Alaska und der TerraPurus Inc. in West Virginia sowie die Wiederinbetriebnahme des AES Warrior Run-Kraftwerks nahe Cumberland in Maryland zu unterstützen. Weitere 75 Millionen Dollar sind speziell für das geplante Kohleexportterminal in Oakland, Kalifornien, das Oakland Bulk and Oversized Terminal, vorgesehen. Sollte das Terminal fertiggestellt werden, könnten dort jährlich bis zu 12 Millionen Tonnen Kohle aus Wyoming, Montana und anderen westlichen Bundesstaaten exportiert werden.

Die Regierung beruft sich für das Programm auf den „Defense Production Act". Dieses Gesetz geht auf das Jahr 1950 zurück und wurde ursprünglich zur Beschleunigung der Stahlproduktion während des Koreakrieges genutzt. Später diente es verschiedenen Regierungen zur Unterstützung der Maskenproduktion, des Solarausbaus und zur Behebung von Engpässen bei Säuglingsnahrung. Die Trump-Regierung nutzte das Gesetz häufiger als ihre Vorgänger, um nationale Energieprioritäten voranzutreiben, und setzte es bereits zur Wiederaufnahme der Offshore-Ölförderung vor der Küste Kaliforniens ein. Regierungsbeamte verknüpfen diesen Schritt mit der Zuverlässigkeit des Stromnetzes und dem Energiebedarf Künstlicher Intelligenz. Innenminister Doug Burgum erklärte, der Sieg im Wettlauf um Künstliche Intelligenz sei eine nationale Sicherheitsnotwendigkeit, und die Kohleverstromung sei entscheidend, um den sprunghaft gestiegenen Strombedarf von Rechenzentren zu decken.

Zu den begünstigten Versorgungsunternehmen gehören Duke Energy, Hallador Energy, Oklahoma Gas & Electric sowie mindestens eine Tochtergesellschaft der American Electric Power. Die beiden neuen Kraftwerksprojekte erfordern Kofinanzierungen durch die Entwickler Terra Energy Center Corp. und TerraPurus Inc., wobei die Gesamtausgaben für beide Projekte 386 Millionen Dollar betragen.

Umweltorganisationen lehnen dies entschieden ab und argumentieren, dass die Verwendung von Bundesmitteln für Kohle die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verlängere, während emissionsfreie Alternativen bereits kosteneffizienter seien. Kritiker weisen darauf hin, dass erneuerbare Energien und Erdgas bei den Stromerzeugungskosten bereits günstiger seien als Kohle, und bezeichnen solche Subventionen sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch als Fehlentscheidung. Auch das Exportterminalprojekt in Oakland stößt auf langjährigen Widerstand. Umweltschützer äußern Bedenken, dass der Kohlenstaub aus den offenen Waggons, die das Terminal beliefern, die umliegenden Gemeinden gefährden könnte.

Kohle deckte einst mehr als die Hälfte des US-Strombedarfs, doch bis 2024 ist dieser Anteil auf etwa 17 Prozent gesunken. Der Trend der Versorgungsunternehmen hin zu günstigerem Erdgas und erneuerbaren Energien wird hauptsächlich vom Markt getrieben. Neben der finanziellen Unterstützung hat das Energieministerium Notverordnungen erlassen, die einige Kohlekraftwerke verpflichten, über ihr geplantes Stilllegungsdatum hinaus weiterzubetreiben. Das Innenministerium hat Maßnahmen ergriffen, um das Angebot an Bundesland für Kohlepachtverträge zu erweitern. Auch Verteidigungsminister Pete Hegseth wurde angewiesen, Vereinbarungen zu unterzeichnen, um Strom aus Kohlekraftwerken zur Unterstützung militärischer Operationen zu kaufen.

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