de.wedoany.com-Bericht: Chile und Argentinien haben ein neues Kooperationsabkommen im Nuklearbereich unterzeichnet. Es ist das erste substanzielle Kooperationsprojekt zwischen den beiden Ländern seit dem entsprechenden Abkommen von 1976. Das Abkommen wurde von Vertretern der argentinischen Nationalen Atomenergiekommission (CNEA) und der chilenischen Nationalen Nuklearenergiekommission (CCHEN) unterzeichnet. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit umfassen Forschungsreaktoren, Radioisotope sowie die Anwendung der Nukleartechnologie in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Industrie und Bergbau.
Martín Porro, Präsident der argentinischen CNEA, bezeichnete die Unterzeichnung des Abkommens als einen wichtigen Meilenstein in der bilateralen und regionalen Zusammenarbeit. Er wies darauf hin, dass die chilenische Nationale Nuklearenergiekommission eine Institution sei, mit der Argentinien seit vielen Jahren in einer Vielzahl von Fragen eng zusammenarbeite. Die Zusammenarbeit umfasse unter anderem das lateinamerikanische Netzwerk für Forschungsreaktoren im Rahmen von Initiativen der Internationalen Atomenergie-Organisation. Richard Gonzalez, Interims-Exekutivdirektor der chilenischen CCHEN, erklärte, dass die Konsolidierung und der endgültige Abschluss des Abkommens die wissenschaftliche und technologische Entwicklung Chiles vorantreiben werde. Die Zusammenarbeit mit der CNEA trage dazu bei, das technologische Entwicklungsniveau Chiles zu verbessern.

Gemäß dem Abkommen umfassen die Kooperationsformen den Informationsaustausch, technische Besuche sowie gemeinsame Forschungs- und Technologieentwicklungsprojekte. Die beiden Institutionen bestätigten, dass die Zusammenarbeit folgende konkrete Bereiche abdeckt: Forschungsreaktoren und ihre Anwendungen; Radioisotope; Anwendung der Nukleartechnologie in Gesundheit, Landwirtschaft, Industrie und Bergbau; nukleare und Strahlensicherheit; Ausbildung von Fachkräften; Management abgebrannter Brennelemente; Kernreaktoren; technisches Alterungsmanagement und Modernisierung von Kernreaktoren; sowie wissenschaftliche und technische Hilfe im Nuklearbereich.
Argentinien verfügt derzeit über drei Kernreaktoren, deren Stromerzeugung etwa 7 % der gesamten nationalen Stromproduktion ausmacht. Der erste kommerzielle Kernreaktor des Landes wurde 1974 in Betrieb genommen. Argentinien hatte den kleinen modularen Reaktor CAREM25 entwickelt, dessen Projekt jedoch von der derzeitigen Regierung eingestellt wurde. Seit Mitte der 1950er Jahre betreibt Argentinien kontinuierlich Uranexploration und einige Bergbauaktivitäten, die letzte Uranmine wurde jedoch 1997 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Das Land hat auch eine lange Geschichte im Bereich der Forschungsreaktoren, darunter den derzeit im Bau befindlichen Forschungsreaktor RA-10.

Die chilenische Nationale Nuklearenergiekommission betreibt seit 1974 den Forschungsreaktor RECH-1. Der Reaktor befindet sich im Nuklearzentrum La Reina in Santiago. Es handelt sich um einen 5-Megawatt-Poolreaktor, der schwach angereichertes Uran als Brennstoff, leichtes Wasser als Moderator und Kühlmittel sowie Beryllium als Reflektor verwendet. Die Hauptanwendung des RECH-1-Reaktors ist die Produktion von Radioisotopen, die hauptsächlich für medizinische Zwecke bestimmt sind. Darüber hinaus können bestrahlte Proben für die chemische und geologische Materialanalyse verwendet werden, um das Alter von Proben zu bestimmen und Radiotracer herzustellen. Chile verfügt derzeit über keine Kernkraftwerke, es gab jedoch in der Vergangenheit einige Bauvorschläge.

Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.
E-Mail: news@wedoany.com









