Die britische Atomenergiebehörde hat mit dem italienischen multinationalen Energieunternehmen Eni eine Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Fusionsenergie unterzeichnet. Die Zusammenarbeit beginnt hauptsächlich mit dem Bau der weltweit größten und modernsten Anlage zum Tritium-Brennstoffkreislauf.
Die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Tritium wird bei der Brennstoffversorgung und Stromerzeugung künftiger Fusionskraftwerke eine wichtige Rolle spielen und von entscheidender Bedeutung für die Verbesserung der Effizienz dieser Technologie sein.
Die Tritiumkreislaufanlage UKAEA-Eni H3AT befindet sich auf dem Campus Culham in Oxfordshire, Großbritannien, und soll 2028 fertiggestellt werden. Die Anlage soll eine Weltklasse-Anlage werden und der Industrie und der Wissenschaft die Möglichkeit bieten, Handhabung, Lagerung und Recycling von Tritium zu erforschen.
UKAEA und Eni werden bei der Entwicklung fortschrittlicher technischer Lösungen im Bereich Fusionsenergie und verwandter Technologien zusammenarbeiten, wozu auch ein Programm zum Kompetenztransfer gehört. Eni wird das H3AT-Projekt mit seiner Expertise im Management und der Entwicklung von Großprojekten unterstützen und so dazu beitragen, die Risiken im Fahrplan zu minimieren. Die Zusammenarbeit kombiniert die umfassende Expertise von UKAEA in der Fusionsforschung und -entwicklung mit Enis bewährten industriellen Fähigkeiten im Anlagenbau, der Inbetriebnahme und dem Betrieb.
Ian Chapman, CEO der britischen Atomenergiebehörde, sagte: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Eni, die großes Engagement für die Kernfusion gezeigt haben. Wir glauben, dass Fusionsenergie zu einer Zukunft mit Netto-Null-Emissionen beitragen kann, auch über die Dekarbonisierung der Elektrizität hinaus. Die H3AT-Demonstrationsanlage wird als weltweit größte und modernste Anlage für den Tritium-Brennstoffkreislauf einen neuen Maßstab setzen, den Weg für innovative Produkte aus Fusionsbrennstoff ebnen und die Führungsrolle Großbritanniens in diesem kritischen Bereich der Forschung und Entwicklung demonstrieren.“
Claudio Descalzi, CEO von Eni, fügte hinzu: „Die Fusionsenergie soll den globalen Energiewendepfad revolutionieren, die Dekarbonisierung unserer Wirtschafts- und Industriesysteme beschleunigen, den Zugang zu Energie erweitern und die Energieabhängigkeit in einem gerechteren Übergangsrahmen verringern. Eni ist in allen Bereichen der Forschung und Entwicklung dieser komplexen Technologie fest engagiert und überzeugt.“
„Heute haben wir gemeinsam mit unseren britischen Partnern den Grundstein für weitere Fortschritte bei der Verwirklichung unseres Ziels der Kernfusion gelegt. Dieses Ziel wird immer konkreter und ist nicht mehr allzu weit entfernt, wenn man den enormen Spielraum für Innovationen in der Kernfusionstechnologie bedenkt. Internationale Technologiepartnerschaften auf Systemebene wie diese sind für die Fortsetzung dieser positiven Entwicklung unverzichtbar.“









