Der Irak hat den Start seines ersten 500-Megawatt-Windkraftprojekts bekannt gegeben und damit den offiziellen Einstieg dieses traditionell ölreichen Landes in den Bereich der erneuerbaren Energien markiert. Dieser Schritt offenbart nicht nur eine Lockerung der Dominanz der Öl- und Gasfirmen auf dem Energiemarkt im Nahen Osten, sondern bietet auch eine strategische Chance für chinesische Unternehmen, sich an der neuen Energieinfrastruktur der Region zu beteiligen.
Transformation der Energiestruktur im Irak: von der Ölabhängigkeit zur Wind- und Solarenergie
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) ist der Irak zwar der zweitgrößte Ölproduzent der OPEC, seine Stromlücke beträgt jedoch acht bis zehn Gigawatt, und während der Spitzenzeit des Stromverbrauchs im Sommer muss das Land häufig Strom aus dem Iran importieren.
Das geplante 500-MW-Windkraftprojekt wird das bereits umgesetzte 7,5-GW-Solarkraftprojekt ergänzen, mit dem Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 20 % zu erhöhen. Der irakische Energieminister Ziad Ali Fadhil gab kürzlich bekannt, dass das Land in den nächsten fünf Jahren Investitionen im Bereich neue Energien im Wert von über 10 Milliarden US-Dollar anziehen will.
Das im letzten Jahr von der China Energy Engineering Group Northwest Institute gebaute Photovoltaikkraftwerk Rumaila (900 MW) wurde ans Netz angeschlossen und erzeugt Strom. Das darin verwendete intelligente Betriebs- und Wartungssystem wird die Effizienz der Stromerzeugung um 12 % steigern und damit einen Maßstab für nachfolgende Projekte setzen. Dieses kombinierte Entwicklungsmodell „Photovoltaik + Windenergie“ entwickelt sich für viele Länder des Nahen Ostens zur gängigen Lösung der Energiekrise.
Drei wichtige Wege für chinesische Unternehmen, neue Energietechnologien in den Nahen Osten zu exportieren
Spiel und Chancen unter geopolitischen Risiken
Obwohl der irakische Markt für neue Energien große Aussichten bietet, müssen wir uns vor drei Risiken in Acht nehmen: Erstens der Behinderung der Landenteignung durch die einheimischen Stämme, die zu einer zweijährigen Verschiebung des 600-MW-Projekts des kuwaitischen KIPIC führte; zweitens ist die finanzielle Zahlungsfähigkeit fraglich, da die Subventionsrückstände der irakischen Regierung im Jahr 2023 37% erreichen werden; und drittens der politische Bündelungswettbewerb zwischen US-amerikanischen und europäischen Unternehmen im Rahmen des Programms „Build Back Better World“ (B3W).
Chinesische Unternehmen erzielen mit der Strategie „Technologie gegen Ressourcen“ einen Durchbruch: Die Shandong Electric Power Construction No. 3 Company hat zugesagt, 30 % des Projekts an lokale Unternehmen zu vergeben und 500 technische Mitarbeiter für das Photovoltaikprojekt IBRI II in Oman auszubilden. Dieses lokalisierte Kooperationsmodell löst nicht nur soziale Risiken, sondern sichert auch die Unterstützung der Regierung.









