de.wedoany.com-Bericht: WT hat den neuesten „Australian Building Market Conditions Report“ veröffentlicht, der darauf hinweist, dass die Baukosten in Australien in den nächsten drei Jahren weiterhin hoch bleiben werden. Für 2026 wird ein Anstieg der normalen Geschäftskosten (BAU) im Bauwesen um 5,5 % erwartet, während der Infrastrukturbereich mit 5,1 % rechnet.

Der Bericht erscheint zweimal jährlich und prognostiziert die Kostensteigerungen im Bau- und Infrastrukturbereich nach Städten aufgeschlüsselt. In der aktuellen Ausgabe wurde die Methodik angepasst, um den im Februar 2026 ausgebrochenen Nahostkonflikt zu berücksichtigen. Dabei werden die BAU-Steigerungen von den direkten Auswirkungen des Konflikts getrennt, um der Branche eine klarere und nützlichere Entscheidungsgrundlage zu bieten.
Damon Roast, Bauökonom bei WT, erklärte, dass diese Methodik die Realität widerspiegele, dass die direkten Auswirkungen des Nahostkonflikts je nach Projekttyp, Materialzusammensetzung und Grad der Lieferkettenexposition erheblich variieren. Roast zufolge würde eine Vermischung der direkten Auswirkungen des Nahostkonflikts mit den normalen Geschäftssteigerungen den tatsächlichen Kostendruck, dem die Branche ausgesetzt ist, verzerren. In einigen Bereichen seien die direkten Auswirkungen des Konflikts auf die Baukosten erheblich, insbesondere bei Infrastrukturprojekten, die stark von Erdölprodukten abhängig sind. Für viele Bauprojekttypen sei der Anteil der betroffenen Materialien an den Gesamtkosten jedoch relativ gering, und die Verfügbarkeit von Ersatzmaterialien oder alternativen Beschaffungsquellen helfe, den Preisdruck zu dämpfen. Eine einzige, pauschale Steigerungszahl könne diese Vielfalt nicht abbilden. Die Methodik biete Kunden und der Branche eine verlässliche Benchmark, um Risiken auf Projektbasis zu bewerten und zu managen – dies sei der richtige Ansatz.
Auch ohne die direkten Auswirkungen des Nahostkonflikts zeigt der Bericht, dass der zugrunde liegende Kostendruck weiterhin hoch bleibt. Die BAU-Steigerungen umfassen alle anderen Faktoren des Kostenwachstums, darunter normale Marktfaktoren, neue Unternehmensvereinbarungen (Enterprise Bargaining Agreements) sowie indirekte Auswirkungen des Konflikts wie Spekulationen, Veränderungen in der Projektpipeline und Arbeitsmarkteffekte. Bundesweit wird erwartet, dass die BAU-Baukostensteigerung im Jahr 2027 auf 5,3 % und im Infrastrukturbereich auf 5,0 % zurückgeht; anschließend, mit der Stabilisierung der wirtschaftlichen Erholung, steigen die Baukostensteigerungen im Jahr 2028 wieder auf 5,8 % und im Infrastrukturbereich auf 5,2 %.
Brisbane bleibt der angespannteste Markt des Landes, mit einer prognostizierten BAU-Baukostensteigerung von 6,5 % im Jahr 2026, die bis 2028 auf 10,0 % ansteigen wird, da sich die Projektpipeline für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 in Brisbane verstärkt. Die Sunshine Coast (7,0 %) und die Gold Coast (6,8 %) sind die drei Märkte mit den höchsten Steigerungen im Jahr 2026. Für Perth wird 2026 ebenfalls ein Anstieg der Baukosten um 6,7 % erwartet, begünstigt durch die anhaltende Stärke des Bergbausektors, das Bevölkerungswachstum und die gute finanzielle Lage des Bundesstaates. Für Sydney und Melbourne wird eine Abschwächung prognostiziert, mit Baukostensteigerungen von jeweils 4,8 % im Jahr 2026, da der Zinsdruck und die Nahostsituation die Pipeline von Gewerbe- und Wohnbauprojekten belasten.
Das Basisszenario von WT geht davon aus, dass Mitte Juli eine Einigung im Nahostkonflikt erzielt wird und die Versorgung bis zum zweiten Quartal 2027 wieder das Vorkonfliktniveau erreicht. In diesem Szenario könnte eine Konjunkturabschwächung eintreten, mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Rezession, obwohl Zinssenkungen und fiskalische Anreize unterstützend wirken könnten. Der Bericht modelliert auch positive und negative Szenarien. Im negativen Szenario wird eine Konfliktlösung erst im August oder September 2026 erreicht, und eine Erholung der Versorgung ist vor Ende 2027 unwahrscheinlich, was trotz fiskalischer und monetärer Unterstützung zu einer schweren Rezession führen könnte.
James Ford, National Director von WT, betonte, dass das derzeitige Umfeld einen rigorosen Ansatz bei der Kostenplanung und Risikoverteilung erfordere. Ford erklärte, die Bauindustrie durchlebe eine der komplexesten Perioden der jüngeren Geschichte. Kunden und Projektteams benötigten klare, verlässliche Informationen, um fundierte Entscheidungen zu treffen, und nicht Schlagzeilenzahlen, die grundlegend unterschiedliche Kostendruckfaktoren vermischten. Der Bericht spiegele unser Engagement wider, der Branche die erforderliche Genauigkeit und Klarheit zu bieten, insbesondere unter Bedingungen, die dies noch schwieriger machen.
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