Templin plant 20 Millionen Euro für geothermische Wärmeversorgung
2026-06-20 11:52
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de.wedoany.com-Bericht: Eine Machbarkeitsstudie für die brandenburgische Stadt Templin zeigt, dass die Stadt neben der bestehenden Nutzung für ein Thermalbad auch Potenzial für geothermische Wärmeversorgung besitzt. Lokale Interessengruppen arbeiten gemeinsam daran, Mittel und notwendige Genehmigungen für die Entwicklung eines geothermischen Wärmenetzes zu sichern.

Studie zeigt geothermisches Wärmepotenzial in Templin

Die im Jahr 2025 veröffentlichte Studie, die vom örtlichen Thermalbadbetreiber NaturTherme Templin in Auftrag gegeben wurde, zeigt, dass die förderbare Thermalsole eine höhere Temperatur aufweist als das derzeit in der Therme genutzte Wasser. Das Thermalwasser in Templin erreicht Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius und liegt damit deutlich über den Temperaturen, die bei bereits geplanten oder in Betrieb befindlichen Geothermieprojekten in Prenzlau, Schwerin, Neuruppin oder Neubrandenburg genutzt werden.

Templin blickt auf eine lange Tradition der Nutzung von Thermalwasser zum Baden zurück. Die Therme der NaturTherme Templin fördert seit über 25 Jahren Thermalwasser aus 1.650 Metern Tiefe. Auf Basis dieser neuen Erkenntnisse möchte die Stadt diese Tradition nun auf die Wärmeversorgung der Kleinstadt ausweiten und eine nachhaltige und zuverlässige Wärmequelle bereitstellen.

Lokale Interessengruppen, darunter die Stadtverwaltung, der Thermalbadbetreiber und das Fernwärmeunternehmen, haben sich auf die Entwicklung dieses geothermischen Wärmesystems geeinigt. Die Stadt wird das Fernwärmeunternehmen von der städtischen Wohnungsgesellschaft zurückkaufen, um günstigere Voraussetzungen für die Beantragung von Krediten und Fördermitteln zu schaffen.

Die Studie zeigt, dass für die Entwicklung des Projekts Investitionen in Höhe von 20 bis 22 Millionen Euro erforderlich sind. Templin hofft, mindestens 40 Prozent der Mittel aus dem Bundesprogramm Effiziente Wärmenetze (BEW) zu erhalten. Die Stadt plant zudem, den Deutschlandfonds zu nutzen, der gemeinsam von verschiedenen Bundesministerien und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgelegt wurde.

Bürgermeister Christian Hartphiel zeigt sich optimistisch, dass Templin die erforderlichen Eigenmittel aufbringen und Fördermittel beantragen kann. Die Investitionen können auf mehrere Haushaltsjahre verteilt werden und sind für den städtischen Jahreshaushalt von etwas über 35 Millionen Euro tragbar. Trotz der hohen Investitionssumme sei das Projekt langfristig wirtschaftlich. „Nichtstun ist teuer“, betont Diana Krüger-Stessun, Geschäftsführerin des Fernwärmeunternehmens. „Das Projekt ist eine einzigartige Investition, um Privathaushalten, Kindertagesstätten, Schulen, Sporthallen, Sozialeinrichtungen, Unternehmen und Tourismuseinrichtungen für Jahrzehnte eine sichere und bezahlbare Wärmeversorgung zu bieten.“

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