de.wedoany.com-Bericht: Das Helium Network verfolgt einen unkonventionellen Geschäftsansatz: Sein dezentrales Wireless-Modell (DeWi) hat sich vom Konzept zur Carrier-tauglichen Anwendung entwickelt. Nachdem die verbraucherorientierte Marke Helium Mobile an Andrew Yangs Noble Mobile übergeben wurde, konzentriert sich das Helium-Team wieder auf das Netzwerk selbst.
Auf Basis des DeWi-Modells motiviert das Helium Network Privatpersonen und Unternehmen, gemeinsame Wi-Fi-Hotspots zu kaufen und zu installieren. Die Hotspot-Betreiber erhalten je nach Nutzung Belohnungen in Form der Kryptowährung Helium Network Token (HNT). Weltweit sind bereits über 140.000 mobile Hotspots im Netzwerk aktiv. Der neue CEO Mario Di Dio hat sich darauf konzentriert, ein „Carrier-taugliches“ Netzwerk aufzubauen, das mit den großen US-Anbietern (AT&T, T-Mobile) sowie dem mexikanischen Anbieter Telefónica zusammenarbeitet. Gleichzeitig treibt er die internationale Expansion in Brasilien und Großbritannien voran.
Die Entwicklung des Helium Network verlief nicht ohne Hindernisse. Der HNT-Kryptowährungswert fiel in diesem Monat um 64 % und verzeichnete im Jahresverlauf einen Rückgang von 87 %. Am Tag des Rücktritts des ehemaligen CEO Amir Haleen (der weiterhin als Vorsitzender fungiert) verlor HNT 15 % an Wert. Trotz der Herausforderungen zeigt sich Di Dio optimistisch für die Zukunft von Helium und betont, dass die Fähigkeit, großen Mobilfunkanbietern Wi-Fi-Entlastung (Offloading) zu bieten, ein zentraler Wert sei.
Im Gespräch mit Fierce erklärte Di Dio, dass das traditionelle Konzept des „Offloadings“ möglicherweise hinter der Realität zurückbleibt. In der Vergangenheit war die Benutzererfahrung oft schlecht, wenn Anbieter aufgrund von Netzauslastung auf Wi-Fi zurückgriffen, da sie die Qualität des Wi-Fi-Netzwerks nicht effektiv steuern konnten. Helium hat dies durch seine Quality-of-Service (QoS)-Plattform geändert. Diese Plattform ermöglicht es Anbietern, Wi-Fi-Offloading-Sitzungen dynamisch zu überwachen und zu verwalten. Sie liefert den Anbietern nahezu in Echtzeit Metriken, sodass diese entscheiden können, ob ein Nutzer besser über Wi-Fi oder das Mobilfunknetz versorgt wird. „Deshalb glaube ich, dass dies nicht mehr das einfache Offloading von früher ist“, so Di Dio.
Mit Blick auf die Zukunft sieht Di Dio eine zunehmende Diskussion über QoS für das Wi-Fi-Management in den 3GPP-Standards. Das Geheimnis von Helium liege darin, „dies bereits heute mit Wi-Fi umsetzen zu können“, was als Verstärker des Wertversprechens betrachtet wird. Helium ist in der Wi-Fi-Branche in Zentralafrika sehr aktiv und treibt innerhalb von Organisationen wie der Wireless Broadband Association (WBA) die Aufnahme von QoS-Metriken in die Protokollstacks von OEMs und ODMs voran, um der gesamten Branche zu helfen, einen servicequalitätsorientierten Ansatz zu übernehmen.
Di Dio bemerkt, dass die Fortschritte von Starlink Mobile im Bereich Direct-to-Device (D2D) tatsächlich beachtlich seien, weist jedoch darauf hin, dass Starlink mit Herausforderungen bei der Innenabdeckung zu kämpfen habe, während Helium hier durch Wi-Fi klare Vorteile biete. Etwa 80 % des mobilen Datenverkehrs findet in Innenräumen statt. Er ist der Ansicht, dass Wi-Fi Passpoint sowie die intelligente Umsetzung von Wi-Fi-Offloading durch Helium die Antwort auf aktuelle Probleme seien. Auch Fixed Wireless Access (FWA) wird als Katalysator für die Wi-Fi-Entwicklung betrachtet. Wenn der FWA-Verkehr eines Anbieters sich der Kapazitätsgrenze nähert, werde Wi-Fi der Schlüssel sein, um mehr Kunden zu bedienen. Di Dio prognostiziert, dass die Nachfrage nach Wi-Fi-Offloading weiter steigen wird und Helium aufgrund seiner einzigartigen Herangehensweise an das Wi-Fi-Offloading in einer vorteilhaften Position sein wird.
Angesichts der Ansicht, dass privates LTE/5G Wi-Fi ersetzen könnte, erklärt Di Dio, dass dies kein Markt sei, in dem der Gewinner alles bekommt. In verschiedenen Anwendungsfällen hätten privates 5G, Wi-Fi oder Distributed Antenna Systems (DAS) jeweils ihre Vorteile. „Die Realität ist, dass Wi-Fi immer existieren wird. Die Standards entwickeln sich jedes Jahr weiter, um die Benutzererfahrung zuverlässiger zu machen“, sagt er. Er glaubt, dass das zukünftige Netzwerk ein Multi-Netzwerk-Fusionsmodell sein wird, bei dem das System intelligent die beste Verbindung zwischen Mobilfunk, Wi-Fi oder Satellit auswählen kann – keine Technologie werde den Markt allein beherrschen.
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