de.wedoany.com-Bericht: ECOOLTEC hat seine elektrischen Transportkühlaggregate mit natürlichen Kältemitteln für batterieelektrische Lkw verfügbar gemacht und dies auf einer IAA-Vorab-Pressekonferenz am Firmensitz in Mülheim an der Ruhr bekannt gegeben. CEO Henning Altebäumer erklärte, dass die Kombination aus rein elektrischen Transportkühlaggregaten und Elektro-Lkw während des Transports keine lokalen Schadstoffe verursache und somit die ideale umweltfreundliche Lösung sei. Das Unternehmen verwendet die natürlichen Kältemittel Propen (R1270) und Kohlendioxid (R744), deren Treibhauspotenzial nahezu null beträgt. Zum Vergleich: Das häufig verwendete fluoriertes Gas R452A hat ein Treibhauspotenzial (GWP) von über 2000, und selbst die langsam eingeführten Kältemittel mit niedrigem GWP weisen noch einen dreistelligen GWP-Wert auf.
Laut ECOOLTEC-CTO Holger Dörre hat das Unternehmen serienreife Lösungen für Lkw von DAF, Iveco, MAN, Mercedes-Benz, Renault und Volvo entwickelt. Entsprechende Lösungen für Scania werden in den kommenden Wochen vorgestellt. Diese Lösungen sind für den Anschluss an AC- oder DC-ePTO (elektrische Nebenabtriebe, die Wechsel- oder Gleichstrom erzeugen) geeignet. AC-ePTO liefert Strom ähnlich einer herkömmlichen Wechselstromsteckdose, während DC-ePTO Gleichstrom mit einer Spannung zwischen 400 und 800 Volt direkt aus der Traktionsbatterie bezieht. Das Unternehmen betont, dass die Kühlaggregate flexibel an die unterschiedlichen Eingangsparameter angepasst werden müssen.
Dörre erläuterte: „Obwohl der Anschluss unseres eigenen Wechselrichters an den jeweiligen ePTO im Grunde nur ein Kabel erfordert, sind einige Besonderheiten zu beachten.“ Diese betreffen hauptsächlich die Kommunikation zwischen dem Transportkühlaggregat und dem Fahrzeugantriebssystem über den CAN-Bus. „Die erforderlichen Protokolle müssen für jede Fahrzeugmarke individuell entwickelt und mit den Lkw-Herstellern abgestimmt werden. Dies kann je nach Fahrzeugmarke zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen dauern. In den letzten Monaten haben wir beides erlebt“, berichtete der technische Geschäftsführer. Diese Protokolle sind die Voraussetzung dafür, dass das System die Ladung in jedem Betriebszustand des Transportfahrzeugs vorschriftsmäßig kühlen kann. Anfangs traten beispielsweise Probleme auf, wenn der Lkw an der Ladestation geladen oder ausgeschaltet wurde. In diesem Fall schaltete das Fahrzeug auch das Transportkühlaggregat ab, sodass der Laderaum nicht vorkonditioniert werden konnte. Einige Lkw-Hersteller verlangen zudem, dass der Fahrer eine bestimmte Reihenfolge von Aktionen einhält, um ein Abschalten des ePTO zu vermeiden. Holger Dörre betonte jedoch: „Auch bei Elektro-Lkw muss die Bedienung so einfach und komfortabel sein wie bei herkömmlichen Modellen.“
Darüber hinaus sind die herstellerspezifischen Anforderungen an Stromstärke, Spannung und Netzfrequenz zu beachten. Der Technikexperte sagte: „Weitere Herausforderungen sind die Spannungsqualität, die der Nebenabtrieb liefert, sowie die im Fahrzeug implementierten Leckage- und Isolationsüberwachungen, die in neueren Fahrzeuggenerationen nicht immer nach den bekannten Industriestandards funktionieren.“ Laut Dörre gibt es eine weitere Besonderheit bei batterieelektrischen Sattelzugmaschinen: In der Verbindung zwischen Zugmaschine und Auflieger kann nur Wechselstrom, nicht jedoch Gleichstrom übertragen werden. Daher ist ein AC-ePTO an der Zugmaschine unerlässlich. Dörre appellierte: „Diese vielfältigen fahrzeugspezifischen Anwendungen der Transportkühlung stellen eine hohe Hürde für alle Beteiligten dar. Daher sind allgemein einheitliche fahrzeugseitige Anschlüsse und Bedienelemente wünschenswert.“
Laut Dörre ist ein weiterer Vorteil der ECOOLTEC-Technologie die Position des Nischengeräts (Dachgerät) auf dem Fahrzeugdach. Aufgrund der Batteriepakete von Elektro-Lkw ist auf dem Fahrgestellrahmen kaum Platz für Unterflurgeräte. Frontgeräte hingegen würden über das Fahrerhaus hinausragen. Allerdings verfügen einige Elektro-Lkw gar nicht über die erforderliche Niederflurkabine.
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