de.wedoany.com-Bericht: Somalias größter Telekommunikationsanbieter Hormuud Telecom wandelt sich von einem traditionellen Konnektivitätsanbieter zu einer zentralen Säule der digitalen Wirtschaft, des Finanzsystems und der humanitären Infrastruktur des Landes.

Hormuud-CEO Mohamed Aden Farah erläuterte diesen Wandel in einem Interview mit ITWeb Africa. Er erklärte, dass die Telekommunikationsinfrastruktur in Somalia vor 20 Jahren, als das Unternehmen startete, fast von Grund auf neu aufgebaut werden musste – nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern als Weg zurück in die Wirtschaft. Hormuud half beim Aufbau des Rückgrats der somalischen digitalen Wirtschaft; das 4G-Netz deckt heute über 70 % der Bevölkerung ab.
Die Entwicklung von Hormuud begann mit der grundlegenden Kommunikation und erstreckte sich dann auf den Bereich der Finanzinfrastruktur. Da Somalia kein formelles Bankensystem besitzt, führte das Unternehmen die Mobile-Money-Plattform EVC Plus ein. Diese Plattform ist zum Rückgrat der täglichen Wirtschaftsaktivitäten geworden; rund 90 % der Bevölkerung nutzen sie für Einzelhandelszahlungen, Gehaltsabrechnungen und Überweisungen.
Hormuud betrachtet Mobile Money nicht als eigenständiges Produkt, sondern baut ein Ökosystem rund um den gesamten Kundenlebenszyklus auf. Dieses integrierte Modell hat auch humanitäre Aktionen verändert. Über das humanitäre Portal von Hormuud können NGOs mit EVC Plus digitale Hilfsgüter verteilen, eine schnelle Lieferung ermöglichen und gleichzeitig wichtige Gelder in der lokalen Wirtschaft zirkulieren lassen.
Bei der Förderung der finanziellen Inklusion führt Hormuud durch die Kombination von Mobile-Money-Daten, Kundenverhalten und Gerätezugang neuartige Kredite ein. Die Gerätefinanzierung ist ein Schlüsselfall, der den Besitz eines Smartphones in einen Einstiegspunkt für eine breitere finanzielle Inklusion verwandelt. Obwohl das 4G-Netz über 70 % der Bevölkerung abdeckt, ist der Zugang zur digitalen Wirtschaft immer noch ungleichmäßig. Hormuud gibt an, dass fast 50 % seines Gerätemarktes immer noch Feature-Phones nutzen; für viele ist das Hindernis nicht mehr der Sendemast, sondern das Telefon in der Tasche.
Um diese Lücke zu schließen, hat Hormuud in Zusammenarbeit mit Get-Phone ein Programm zur Unterstützung einkommensschwacher Nutzer gestartet. Das Programm kombiniert Geräte mit täglichen Konnektivitätspaketen und wandelt einmalige hohe Ausgaben in überschaubare tägliche Kosten um. Der Betreiber investiert auch in lokale Rechenzentren, um lokale digitale Dienste zu unterstützen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Abhängigkeit von externen Systemen zu verringern.
Hormuud priorisiert die Netzresilienz durch den Einsatz von Solarinfrastruktur, die darauf ausgelegt ist, Brennstoffschocks, Klimabelastungen und Spitzen in der Notfallnachfrage standzuhalten. Letztendlich betrachtet der Betreiber eine robuste Konnektivität als treibende Kraft für die regionale Finanzstabilität, die die lokale Wirtschaft über sichere Überweisungskanäle wie EVC Plus und WAAFI direkt mit der somalischen Diaspora verbindet.
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