Renesas Electronics übernimmt das Softwareunternehmen Pictorus aus Oakland, Kalifornien
2026-06-21 16:26
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de.wedoany.com-Bericht: Renesas Electronics hat die Übernahme des in Oakland, Kalifornien ansässigen Softwareunternehmens Pictorus abgeschlossen, um seine modellgetriebenen Workflow-Fähigkeiten für die Embedded-Systementwicklung zu stärken. Pictorus bietet eine cloudbasierte Plattform für Verhaltensmodellierung, mit der Ingenieure in einem Webbrowser Systemverhalten durch Blockdiagramme beschreiben, Simulationen durchführen und automatisch Embedded-Softwarecode generieren können.

Diese Übernahme ist Teil der Bemühungen von Renesas, die Fähigkeiten seiner Plattform „Renesas 365" zu verbessern. Diese Plattform zielt darauf ab, Systemerkundung, Bauteilauswahl, Softwareentwicklung, Simulation, Codegenerierung und Lebenszyklusmanagement in einer einheitlichen Umgebung zu integrieren, um den zunehmend komplexen Herausforderungen der Embedded-Entwicklung zu begegnen. Moderne Embedded-Produkte umfassen nicht nur MCUs, Peripheriegeräte und Firmware, sondern müssen auch Sensoren, Aktoren, Regelkreise, Kommunikationsprotokolle, Sicherheitsanforderungen, Leistungsbeschränkungen und Software-Updates bewältigen, was traditionelle Entwicklungsworkflows an ihre Grenzen bringt.

Durch die Integration von Pictorus können Ingenieure den Entwicklungsprozess von „zuerst das Bauteil auswählen, dann den Code schreiben" weiter vorverlagern zu „zuerst das Systemverhalten beschreiben". Das Embedded-Verarbeitungsproduktportfolio von Renesas umfasst MCUs, MPUs, Analog-, Power- und Konnektivitätsprodukte. In Kundenprojekten besteht die zentrale Herausforderung jedoch zunehmend nicht mehr nur in der reinen Bauteilauswahl, sondern in der Beurteilung, ob das ausgewählte Bauteil das gesamte System unterstützen kann – beispielsweise ob die Timing-Anforderungen erfüllt werden, die Peripherie ausreicht, der Software-Stack kompatibel ist und die Leistungs- und Latenzziele erreicht werden können. Die Renesas 365-Plattform soll die Lücke zwischen Chip- und Systemdesign schließen, während Pictorus das entscheidende Glied „von der Systemverhaltensbeschreibung zur Softwareimplementierung" ergänzt.

Mit Pictorus können Ingenieure das erwartete Systemverhalten in Blockdiagrammen darstellen, Simulationsvalidierungen durchführen und auf Basis des Modells Embedded-Softwarecode generieren. Renesas gibt an, dass der generierte Code in der speichersicheren Sprache Rust verfasst ist und die Interoperabilität mit C/C++ und Python unterstützt. Die Integration dieser Fähigkeit in Renesas 365 trägt dazu bei, mehrere Entwicklungsphasen wie Systemverhaltensmodellierung, Simulation, virtuelle Prototypen, Codegenerierung, Bauteilauswahl und Bereitstellung zu verbinden. Renesas bezeichnet dies als „digitale Kontinuität".

Embedded-Teams arbeiteten früher oft mit nicht miteinander verbundenen Werkzeugen – Systemdesign, Simulation, Hardwareauswahl, Firmware-Implementierung, Debugging und Bereitstellung konnten jeweils isoliert erfolgen. Diese Fragmentierung erhöhte das Risiko, dass frühe Systemannahmen nicht mit der endgültigen Implementierung übereinstimmten. Die visuelle Verhaltensgestaltung und die automatische Codegenerierung von Pictorus zielen genau darauf ab, dieses Problem zu lösen. In den letzten Jahren hat Renesas nacheinander Irida Labs übernommen, um seine Fähigkeiten in der Embedded-Visual-Wahrnehmung und Vision-AI-Software zu ergänzen. Die aktuelle Übernahme stärkt die Fähigkeiten in der Verhaltensmodellierung und automatischen Codegenerierung. Diese Schritte zeigen, dass sich der Wettbewerb bei MCU/MPU-Anbietern von reinen Ein-Chip-Parametern auf Software, Werkzeuge und Entwicklungsprozesse verlagert hat.

Für Halbleiterunternehmen beschränkt sich der Wettbewerb nicht mehr nur auf die Bereitstellung von Chips und Referenzsoftware. Embedded-Produkte werden zunehmend softwaredefiniert, und Chip-Anbieter werden dazu gedrängt, einen umfassenderen Engineering-Prozess zu unterstützen. Die modellbasierte Entwicklung nähert sich dem Mainstream-Embedded-Workflow an, die Codegenerierung wird enger mit der Cloud-Umgebung verknüpft, und die Chip-Anbieter bemühen sich, die Distanz zwischen Hardwareauswahl und Softwareimplementierung zu verkürzen. Die Art und Weise, wie Ingenieure zum Code gelangen, verändert sich weiterhin.

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