de.wedoany.com-Bericht: Deutschland Die Wirtschaftsvereinigung Stahl gab am 18. Juni 2026 bekannt, dass die deutsche Rohstahlproduktion im Mai 2026 bei 3,2 Millionen Tonnen lag, ein Anstieg von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit verzeichnete die Produktion bereits den fünften Monat in Folge ein positives Wachstum. Von Januar bis Mai 2026 belief sich die kumulierte Rohstahlproduktion in Deutschland auf 15,7 Millionen Tonnen, ein Plus von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Trotz der anhaltenden Erholung erklärte der Verband, dass das Ende der Krise noch nicht verkündet werden könne. Die annualisierte Rohstahlproduktion betrage 37,7 Millionen Tonnen und liege damit weiterhin unter der gesunden Kapazitätsauslastungsschwelle von 40 Millionen Tonnen.
Deutschland ist der größte Stahlproduzent in Europa und macht etwa ein Viertel der gesamten EU-Rohstahlproduktion aus. Zu den wichtigsten Unternehmen der deutschen Stahlindustrie zählen Thyssenkrupp Steel Europe, Salzgitter AG und ArcelorMittal. Thyssenkrupp Steel Europe, eine Tochtergesellschaft der Thyssenkrupp AG mit Sitz in Duisburg, ist mit einer jährlichen Rohstahlkapazität von rund 11 Millionen Tonnen der größte Stahlproduzent Deutschlands. Die Salzgitter AG mit Sitz in Salzgitter, Niedersachsen, ist in den Bereichen Stahlproduktion, -verarbeitung und -handel tätig und verfügt über eine jährliche Rohstahlkapazität von rund 7 Millionen Tonnen.
Im Jahr 2025 lag die deutsche Rohstahlproduktion bei etwa 40 Millionen Tonnen. Seit der Energiekrise im Jahr 2022 leidet die deutsche Stahlindustrie unter den doppelten Belastungen hoher Energiekosten und schwacher Nachfrage, was bei mehreren Unternehmen zu Produktionskürzungen und Personalabbau führte. Seit 2026 erholt sich die Produktion Monat für Monat, da die Energiepreise gesunken sind und die Nachfrage aus der verarbeitenden Industrie wieder anzieht. Die Daten des Verbandes zeigen, dass die Produktion im Mai bei 3,2 Millionen Tonnen lag, gegenüber 3,1 Millionen Tonnen im April und 3,0 Millionen Tonnen im März, ein anhaltend positiver Trend. Die annualisierte Produktion von 37,7 Millionen Tonnen liegt jedoch weiterhin unter der Schwelle von 40 Millionen Tonnen. Diese Schwelle gilt als wichtiger Indikator für die Beurteilung der gesunden Kapazitätsauslastung von Stahlproduzenten – eine Jahresproduktion unter 40 Millionen Tonnen bedeutet eine unzureichende Anlagenauslastung, was die Rentabilität der Unternehmen belastet und langfristig Investitionen und Beschäftigung beeinträchtigen kann.
Die Wirtschaftsvereinigung Stahl erklärte, dass Energiepreise, Kosten für CO₂-Emissionszertifikate und Importwettbewerb aus Asien weiterhin langfristige strukturelle Herausforderungen für die Branche darstellen. Die Branche verfolgt aufmerksam die Umsetzung des CO₂-Grenzausgleichssystems (CBAM) der EU und dessen Auswirkungen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Stahlhersteller. Der fünfte Produktionsanstieg in Folge deutet darauf hin, dass sich die deutsche Stahlindustrie allmählich aus dem Tal der Krise bewegt, die Erholungsbasis jedoch noch nicht stabil ist und eine vollständige Erholung weiterhin vor vielfältigen Herausforderungen steht.
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