de.wedoany.com-Bericht: Das kanadische Unternehmen Syntholene hat in Húsavík, Island, seine Demonstrationsanlage für geothermisch angetriebene synthetische Flugkraftstoffe (e-SAF) fertiggestellt – sechs Monate früher als geplant.
Nach Erhalt eines 250-kW-Festoxid-Elektrolyseurs (SOEC) von Dynelectro aus Dänemark bestätigte Syntholene, dass im vierten Quartal dieses Jahres Daten zu seiner auf grünem Wasserstoff basierenden e-SAF-Produktionsroute veröffentlicht werden.
Die Anlage wurde in nur 69 Tagen und unter dem Budget gebaut. Ihr Ziel ist es, die Herstellungsprozesse für E-Fuels sowie die Integration von geothermischer Infrastruktur, SOEC-System und Hilfssystemen (Balance of Plant) zu validieren.
Im Rahmen des Projekts wird erstmals die von Syntholene eigenentwickelte thermisch gekoppelte Wärmetauschertechnologie eingesetzt. Das System kann Wärmeenergie aus einer 20 Kilometer langen isolierten Geothermie-Pipeline zurückgewinnen und so den für den SOEC-Betrieb erforderlichen Stromeinsatz reduzieren.
Die Anlage soll politische Vorgaben zur Beimischung von E-Fuels unterstützen, wie etwa die EU-Verordnung RefuelEU Aviation. Gemäß einer im Januar unterzeichneten unverbindlichen Abnahmevereinbarung könnte das Projekt künftig jährlich bis zu 20.000 Tonnen e-SAF an Icelandair liefern.
Dan Sutton, CEO von Syntholene, erklärte: „Wenn die Validierung erfolgreich ist, sehen wir dies als einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zu kostengünstigen synthetischen Flugkraftstoffen.“
Da die Wärmequelle den Stromverbrauch senken kann, gilt die SOEC als hocheffiziente Technologie zur Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse. Dynelectro gibt an, dass sein 250-kW-SOEC-Gerät pro verbrauchter 1 MWh Strom 27 Kilogramm Wasserstoff produzieren kann.
Allerdings befindet sich die SOEC-Technologie noch in einem frühen Entwicklungsstadium; weltweit ist noch kein großflächig kommerzielles System in Betrieb.
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