de.wedoany.com-Bericht: Die EU-Wettbewerbsaufsicht hat angekündigt, dass Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure nach den wegweisenden Technologieregeln als „Gatekeeper“ eingestuft werden sollten. Dieser Schritt würde die beiden weltweit größten Cloud-Dienstanbieter strengen Verpflichtungen unterwerfen, um ihre Marktmacht einzudämmen.

Diese Einstufung nach dem Digital Markets Act würde AWS und Microsoft Azure eine Reihe von Verpflichtungen und Verboten auferlegen, darunter die Einschränkung von Selbstbevorzugung sowie die Sicherstellung von Interoperabilität und Datenportabilität. Bislang haben sich die EU-Regulierungsbehörden bei der Eindämmung großer Technologieunternehmen hauptsächlich auf Kernplattformdienste wie Suche, soziale Medien und App-Stores konzentriert. Die Ausweitung des Digital Markets Act auf die Cloud-Infrastruktur würde eine deutliche Ausdehnung auf einen Bereich bedeuten, der als entscheidend für die Künstliche Intelligenz angesehen wird.
Diese vorläufigen Ergebnisse wurden nach einer siebenmonatigen Untersuchung gewonnen. „Cloud-Dienste sind zum Rückgrat der europäischen Wirtschaft geworden – und zur Voraussetzung für Künstliche Intelligenz. Mehr als die Hälfte der EU-Unternehmen ist heute auf Cloud-Dienste angewiesen, während die Investitionen in die öffentliche Cloud-Infrastruktur Rekordhöhen erreichen“, erklärte EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen in einer Stellungnahme. „Angesichts ihrer zentralen Rolle in der digitalen Zukunft Europas müssen diese Dienste in einem fairen, offenen und wettbewerbsfähigen Markt operieren, um Vertrauen zu fördern und die technologische Souveränität Europas zu sichern.“
Amazon erklärte, die Bewertung ignoriere die Breite der Cloud-Dienste, die europäischen Kunden zur Verfügung stünden, und riskiere, Investitionen und Innovationen in Europa zu behindern. „Die EU reguliert Cloud-Dienste bereits umfassend durch den Data Act. Eine zusätzliche, sich überschneidende Regulierung im Rahmen des Digital Markets Act würde die Wettbewerbsfähigkeit Europas schwächen und den Zugang zu modernster Informationstechnologie behindern“, sagte ein AWS-Sprecher. Microsoft verwies auf die wachsende Stärke seines Konkurrenten Google. „Wir bleiben besorgt, dass die Ignorierung der wachsenden Stärke von Google Cloud und Gemini den Markt auf schädliche Weise verzerren würde“, erklärte ein Microsoft-Sprecher.
Die Europäische Kommission wies insbesondere darauf hin, dass AWS und Microsoft Azure im Umsatz, in der Betriebskapazität und bei den Investitionen deutlich über ihren Konkurrenten liegen, über eine große und tief verwurzelte Nutzerbasis, Lock-in-Effekte und hohe Wechselkosten verfügen. Die EU-Wettbewerbsbehörde verwies zudem auf die KI-Tools und Partnerschaften dieser beiden Dienste als entscheidende Faktoren bei der Cloud-Beschaffung. Amazon und Microsoft können nun versuchen, die vorläufigen Ergebnisse der Kommission zu widerlegen; die Regulierungsbehörde wird in den kommenden Monaten eine endgültige Entscheidung treffen.
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