de.wedoany.com-Bericht: Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hat mit Tests eines neuartigen Betankungssystems für Raumfahrzeuge im Orbit begonnen, das künftig eine entscheidende Unterstützung für Tiefraummissionen zum Mond, Mars und darüber hinaus bieten könnte.

Das Kernstück dieses Systems ist ein von L3Harris entwickelter Kryo-Konnektor. Dieser Konnektor kann als automatische „Betankungspistole“ für den Weltraum betrachtet werden, die ein Raumfahrzeug mit einer orbitalen Tankstation verbindet und flüssigen Wasserstoff sowie flüssigen Sauerstoff überträgt.
Travis Belcher, Projektleiter am Marshall Space Flight Center, erklärte, dass bisher keine Organisation in der Lage sei, eine vollständig automatische Betankung mit kryogenen Treibstoffen zwischen zwei Raumfahrzeugen durchzuführen. Diese Aufgabe gilt als eine der komplexesten Herausforderungen der modernen Raumfahrttechnik.
Der Hauptvorteil des neuen Systems besteht darin, dass die Treibstoffschnittstelle ohne Beteiligung von Astronauten mehrfach gesteckt und gelöst werden kann. Gleichzeitig ermöglicht das Design, dass die Verbindungselemente auch bei geringfügigen Abweichungen beim Andocken einwandfrei funktionieren.
In der ersten Testphase verwendeten Ingenieure flüssigen Stickstoff mit einer Temperatur von etwa -196 °C, um den Konnektor wiederholt zu verbinden und zu trennen. Dabei wurden seine Dichtigkeit, Zuverlässigkeit und Tieftemperaturbeständigkeit geprüft sowie nicht ideale Andockszenarien simuliert, um die Stabilität des Systems unter realen Bedingungen sicherzustellen.
Die Technologie befindet sich derzeit noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Die NASA plant, sie künftig an konkrete Missionen wie die Monderkundung und Marserkundung anzupassen. Die Behörde ist der Ansicht, dass die Betankung im Orbit die Art und Weise von Langstrecken-Weltraumflügen verändern könnte, sodass Raumfahrzeuge größere Missionen durchführen können, ohne den gesamten Treibstoff mitführen zu müssen.
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