de.wedoany.com-Bericht: Die brasilianische Nationale Datenschutzbehörde (ANPD) hat am Dienstag (30.) eine öffentliche Konsultation gestartet, um Vorschläge aus der Gesellschaft zur Umsetzung der Regeln für digitale Plattformen nach dem neuen Internet-Civilrecht zu sammeln. Die Konsultation berücksichtigt die neuen Befugnisse, die der Behörde von der Regierung in diesem Bereich übertragen wurden.

Die Konsultation wird über die brasilianische Partizipationsplattform (Brasil Participativo) eingereicht und endet am 17. August. Die ANPD erwartet von der Gesellschaft Vorschläge zu regulatorischen Prioritäten in Bereichen wie Nutzerrechte, Pflichten digitaler Plattformen und Schutz von Frauen in der digitalen Umgebung. Die Konsultation besteht aus einem allgemeinen und einem spezifischen Fragenblock.
Camila Leite Contri, stellvertretende Leiterin der Regulierungsabteilung der ANPD, erklärte in einer Stellungnahme, die Behörde halte es für notwendig, mit der Gesellschaft eingehend über Themen zu diskutieren, die künftige Regulierungsmaßnahmen leiten könnten, darunter Regulierungsstandards, Parameter zur Differenzierung von Pflichten nach Dienstgröße und Risiko sowie Mechanismen zur Überwachung und Transparenz von Internetanwendungsanbietern. Contri wies darauf hin, dass die eingegangenen Vorschläge die Prioritätenplanung der ANPD im neuen Regulierungsumfeld unterstützen würden, um die Nutzerrechte auf eine Weise zu gewährleisten, die den Schutz grundlegender Rechte ausgleicht.
Die Änderungen des Internet-Civilrechts gehen auf das Gesetz Nr. 12.975/2026 zurück, das die Vorschriften aktualisiert und die Pflichten von Internetanwendungsanbietern (wie digitalen Plattformen und sozialen Netzwerken) festlegt, bei steigender digitaler Gewalt proaktiv zu handeln, ohne auf ein konkretes Gerichtsurteil warten zu müssen. Diese neue Regelung spiegelt das Verständnis des brasilianischen Obersten Bundesgerichts (STF) zur Verfassungsmäßigkeit der Regeln des Internet-Civilrechts wider, wonach Plattformen für Inhalte Dritter verantwortlich sein können. Darüber hinaus legt das Gesetz Nr. 12.976/2026 Leitlinien zum Schutz von Frauen in der digitalen Umgebung fest. Beide Gesetze übertragen der ANPD die Befugnis, digitale Plattformen zu regulieren, zu überwachen und Verstöße zu untersuchen. Diese Befugnisse werden in Abstimmung mit den bereits von der ANPD im Rahmen des Allgemeinen Datenschutzgesetzes (LGPD) und des Digitalen Statuts für Kinder und Jugendliche (ECA Digital) wahrgenommenen Aufgaben ausgeübt.









