Siemens investiert 300 Millionen Euro in die Erweiterung der Stromverteilungsausrüstung für KI-Rechenzentren
2026-07-01 16:51
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de.wedoany.com-Bericht: Am 1. Juli gab Siemens bekannt, 300 Millionen Euro in Deutschland zu investieren, um die Produktionskapazität für kritische Stromversorgungsausrüstung für KI-Rechenzentren zu erweitern. Das Projekt umfasst den Bau einer neuen Zuliefereranlage in Offenbach sowie den Ausbau zweier bestehender Werke in Frankfurt. Die Bauarbeiten beginnen im Juli dieses Jahres, die neue Anlage in Offenbach soll im Frühjahr 2027 in Betrieb gehen.

Der Kern dieser Investition zielt auf die Stromverteilungs- und Schaltanlagen ab, die für KI-Rechenzentren benötigt werden. Mit der Ausweitung von Large-Language-Modell-Training, Inferenzdiensten und Cloud-Computing-Clustern haben sich Rechenzentren von traditionellen Serverräumen zu industriellen Stromversorgungsanlagen mit hohem Energieverbrauch, hoher Dichte und hoher Zuverlässigkeit entwickelt. Serverschränke, Flüssigkühlsysteme, Energiespeichereinheiten, Notstromversorgungen, Netzwerkgeräte und Gebäudeautomationssysteme benötigen stabile Mittel- und Niederspannungsverteilungssysteme. Der Ausbau der Frankfurter Werke durch Siemens zielt im Wesentlichen darauf ab, die Fertigungskapazitäten für die elektrische Infrastruktur von Rechenzentren zu erhöhen.

Die in den Frankfurter Werken hergestellten elektrischen Schaltanlagen sind Schlüsselkomponenten in der Stromversorgung von Rechenzentren. Sie übernehmen Funktionen wie Stromverteilung, Fehlerisolierung, Lastumschaltung und Systemschutz.

KI-Rechenzentren stellen deutlich höhere Anforderungen an die Stromversorgungsausrüstung als gewöhnliche Gewerbegebäude. Ein einzelnes großes KI-Rechenzentrum benötigt oft eine höhere Rack-Leistungsdichte, stärkere Redundanz, schnellere Fehlerreaktion und eine detailliertere Stromüberwachung. Sobald eine Anomalie in der Stromversorgungskette auftritt, sind Servercluster, Trainingsaufgaben, Inferenzdienste und Kühlsysteme betroffen. Schaltanlagen, Leistungsschalter, Stromschienen, Schutzvorrichtungen und Automatisierungssteuerungen müssen unter hoher Last kontinuierlich betrieben werden. Die Kapazitätserweiterung von Siemens dient dazu, die gestiegenen Anforderungen an die Liefergeschwindigkeit und Zuverlässigkeit von Stromversorgungsausrüstung im Rechenzentrumsbau zu bewältigen.

Die neue Anlage in Offenbach wird einen Teil der Vorfertigungsaufgaben übernehmen und liegt etwa sechs Kilometer vom Hauptwerk in Frankfurt entfernt. Durch die Trennung von Vorfertigung und Endmontage kann Siemens Platz in den bestehenden Frankfurter Werken freigeben und die Montage- und Lieferkapazität für Schaltanlagen erhöhen.

Das Wachstum des Rechenzentrumsmarktes ist der Haupttreiber dieser Investition. Laut deutschen Medienberichten erklärte Peter Körte, Leiter des Siemens-Geschäftsbereichs Smart Infrastructure, dass der globale Rechenzentrumsmarkt schnell wachse, mit einer Wachstumsrate von weit über zehn Prozent. Die nächste Generation von Rechenzentren entstehe – industrielle Großanlagen mit enormem Strombedarf, die eine neue Generation von Schaltanlagen als technischen Kern benötigen. Die in Frankfurt von Siemens produzierten Produkte seien genau für die elektrische Infrastruktur dieser „KI-Supergehirne“ bestimmt.

Diese Investition wird auch die Beschäftigung ausweiten. Siemens plant, bis Ende 2030 rund 700 neue Arbeitsplätze in den Anlagen in Offenbach und Frankfurt zu schaffen, die Bereiche wie Produktion, Forschung und Entwicklung, Automatisierung und Lieferkettenkoordination abdecken.

Für Betreiber von KI-Rechenzentren hängt die Rechenleistungserweiterung nicht nur von Chips und Servern ab, sondern auch davon, ob die elektrische Infrastruktur zeitgleich bereitgestellt werden kann. Hochspannungsanschluss, Mittelspannungsverteilung, Niederspannungsverteilung, Kühlungsstromversorgung, Notstromversorgung und intelligente Überwachungssysteme bestimmen, ob ein Rechenzentrum sicher eine höhere Leistungsdichte tragen kann. Die zusätzliche Investition von Siemens in Deutschland zeigt, dass der Bau von KI-Rechenzentren die Nachfrage auf die Hersteller elektrischer Ausrüstung überträgt und Schaltanlagen sowie Verteilungssysteme zu entscheidenden Versorgungsgliedern in der Expansion der KI-Infrastruktur werden.

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