de.wedoany.com-Bericht: SIBUR arbeitet mit der Südlichen Föderalen Universität (Southern Federal University) zusammen, um mit Hilfe der Mikrofluidik-Technologie hochpräzise chemische Prozesse für die Herstellung von Katalysatoren und Spezialchemikalien zu entwickeln. Im ersten Projekt sollen heimische Katalysatorkomponenten entwickelt werden, um Importe zu ersetzen, die für die Produktion hochwertiger Polyethylen-Sorten benötigt werden.
Die mikrofluidische Methode führt chemische Reaktionen in Mikrokanälen durch, die nur wenige Tausendstel Millimeter dick sind. Die Reaktoren sind nicht größer als eine Streichholzschachtel, ermöglichen jedoch bei minimalem Reagenzvolumen eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit, wobei der Prozess stabil ohne Temperatur- oder Druckschwankungen abläuft. Aufgrund der geringen Größe des Systems wird das Unfallrisiko erheblich reduziert und der Umgang mit potenziell gefährlichen Substanzen vereinfacht.
Derzeit wird die Mikrofluidik-Technologie in der Pharmazie und Medizin bereits breit eingesetzt, um Wirkstoffe zu synthetisieren und gezielte Medikamentenabgabesysteme zu entwickeln. In der petrochemischen Industrie kann diese Methode zur Entwicklung neuer Katalysatoren, zur Optimierung von Kohlenwasserstoffverarbeitungsprozessen und zur Schaffung nachhaltiger technologischer Lösungen mit geringerem ökologischen Fußabdruck genutzt werden.
SIBUR baut ein Ökosystem aus Forschungseinrichtungen, Bildungszentren und Technologiepartnern auf, um diese Richtung voranzutreiben. Die Südliche Föderale Universität ist ein zentraler Akteur, da sie über eine der führenden wissenschaftlichen Schulen für Mikrofluidik in Russland sowie über eine entsprechende Forschungs-infrastruktur verfügt.
Zu den ersten Kooperationsprojekten gehört die Entwicklung einer organischen Verbindung für die Herstellung heimischer Katalysatoren, die für hochwertige Polyethylen-Sorten benötigt werden. Derzeit werden diese Katalysatoren aus China importiert. Die zu entwickelnde Technologie zielt darauf ab, heimische Lösungen zu schaffen, die in Qualität und Kosten mit ausländischen Produkten konkurrieren können.
Parallel zur Entwicklung mikrofluidischer Prozesse arbeiten SIBUR und die Südliche Föderale Universität auch an innovativen Nachbehandlungsmethoden, also der Weiterverarbeitung synthetisierter Produkte. Für bestimmte chemische Prozesse ist dieser Schritt weiterhin erforderlich. Daher werden die Partner Lösungen entwickeln, die bei der technologischen Skalierung die Vorteile der Mikrofluidik bewahren und die Wirtschaftlichkeit verbessern.
Daria Borisova, Mitglied des Verwaltungsrats von SIBUR und geschäftsführende Direktorin für Forschung und Innovation, Geschäftsentwicklung und neue Technologien, betonte, dass die Durchfluss- und Mikrofluidik-Chemie zu den modernen Entwicklungsrichtungen der chemischen Technologie gehört. Diese Technologie wird bereits in der Pharmaindustrie eingesetzt, und ihre Möglichkeiten für die chemische Industrie werden derzeit untersucht. In Zusammenarbeit mit der Südlichen Föderalen Universität werden mehrere Hypothesen getestet, und man sieht Potenzial zur Steigerung der Betriebseffizienz, zur Stabilisierung der Prozessbedingungen und zur Verbesserung der Produktqualität. Mikrofluidische Systeme ermöglichen eine präzisere Prozesssimulation, auch im Rahmen digitaler Zwillinge von Produktionslinien, und können die erforderliche Produktionsmenge bei kleineren Anlagen und geringerem Platzbedarf erreichen. Die Einschränkung der Technologie liegt in der Verarbeitung kleiner Volumina und Tonnagen, was sie für bestimmte Prozessarten geeignet macht. Die Überwindung dieser wissenschaftlichen und technischen Herausforderungen wird die Grundlage für die Entstehung neuer heimischer Technologien legen, die in der Petrochemie und anderen Hightech-Branchen benötigt werden.
Im Rahmen des Programms „Priorität 2030" baut die Südliche Föderale Universität ein Zentrum für Mikro- und Kleinstmengenchemie und Chemieingenieurwesen auf. Diese Plattform wird als Grundlage für die Erprobung neuer Prozesse dienen – sowohl für SIBUR als auch für andere Industriepartner – und den Weg von der Grundlagenforschung und Laborversuchen über Pilotanlagen mit mikrofluidischen Geräten und KI-Systemen bis hin zur industriellen Produktion unterstützen.
Die Entwicklung der Mikrofluidik-Technologie bei SIBUR geht mit einer systematischen Personalentwicklung einher. Das Unternehmen ist Industriepartner des Masterstudiengangs „Mikrofluidische Synthese" an der Südlichen Föderalen Universität und führt gemeinsam mit russischen und internationalen Bildungs- und Technologiezentren Mitarbeiterschulungsprogramme durch.









