de.wedoany.com-Bericht: Das US-amerikanische Startup Astranis stellt kleine, kostengünstige geostationäre Satelliten her, um abgelegene Gebiete ohne Glasfaseranschluss mit maßgeschneiderten Internetdiensten zu versorgen. Die Satelliten des Unternehmens wiegen etwa 400 Kilogramm, nur ein Zwanzigstel eines herkömmlichen Kommunikationssatelliten, dessen Einzelstück bis zu 400 Millionen US-Dollar kosten kann. Derzeit werden diese Geräte genutzt, um Nutzer in Alaska, Mexiko und auf den Philippinen zu verbinden.

Die Strategie von Astranis steht in deutlichem Kontrast zu SpaceXs Starlink. Starlink setzt auf Tausende von Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen für eine globale Abdeckung, während Astranis seine Kleinsatelliten in der geostationären Umlaufbahn positioniert, wobei jeder Satellit einem festgelegten Gebiet gewidmet ist. Laut einer Analyse von Contrary Research bringt diese Größenänderung direkte Kostenvorteile: Die Herstellungs- und Startkosten traditioneller geostationärer Satelliten liegen zwischen 100 und 400 Millionen US-Dollar, während die Kosten für die kompakten Geräte von Astranis drastisch reduziert sind.
Die technologischen Innovationen beschränken sich nicht nur auf die Verkleinerung. Laut TechCrunch verwenden die Astranis-Satelliten softwaredefinierte Nutzlasten, die Bandbreite und Leistung je nach Bedarf neu zuweisen können; die neue Omega-Plattform ist für einen Durchsatz von 50 Gigabit pro Sekunde ausgelegt. Darüber hinaus kombinieren die Satelliten chemische Antriebe mit elektrischen Ionenantrieben, was bis zu 30 Positionsanpassungen während der Lebensdauer jedes Satelliten ermöglicht – eine Manövrierfähigkeit, die in der geostationären Umlaufbahn eher selten ist.

Der Maßstab für die kommerzielle Umsetzung zeigt sich in den bereits unterzeichneten Verträgen. Astranis versorgt Alaska über Pacific Dataport; plant, über Apco Networks bis zu 5 Millionen Menschen in Mexiko zu verbinden; und über Orbits Corp 2 Millionen Menschen auf den Philippinen. Darüber hinaus hat das Unternehmen Partnerschaften mit Thaicom in Asien und der Chunghwa Telecom in Taiwan geschlossen. In diesen Regionen sind die Kosten für den Glasfaserausbau generell hoch. Astranis setzt auf ein „Satellit als Dienstleistung"-Modell, bei dem Kunden einen dedizierten Satelliten über ihrer Region kaufen, anstatt allgemeine Kapazitäten in einer gemeinsamen Flotte zu nutzen.

Die finanzielle Unterstützung treibt die Produktionsausweitung voran. Laut Contrary Research hat Astranis durch mehrere Finanzierungsrunden rund 753 Millionen US-Dollar eingesammelt, darunter 200 Millionen US-Dollar Mitte 2024, um die Satellitenproduktion zu beschleunigen. Zukünftig soll die Omega-Serie für die skalierte Fertigung genutzt werden; das Unternehmen plant, jährlich mehrere Satelliten zu starten. CEO und Mitgründer John Gedmark erklärte, die Branche müsse sich hin zu widerstandsfähigeren Architekturen bewegen, die Fähigkeiten auf mehrere kleine Geräte verteilen – dies sei sowohl strategisch als auch kommerziell sinnvoll.










