de.wedoany.com-Bericht: Das auf Montage- und Befestigungslösungen spezialisierte französische Unternehmen Araymond hat auf der Messe The smarter E, die vom 24. bis 26. Juni in München stattfand, ein neues Konzept für den Bau von schwimmenden Photovoltaik-Kraftwerken vorgestellt. Der Kern des Konzepts besteht darin, die Pontons direkt am Projektstandort zu fertigen.

Die Lösung mit dem Namen Neluma nutzt eine mobile Mikrofabrik, die in einem Schiffscontainer untergebracht ist und in die Nähe des Gewässers transportiert werden kann, auf dem das Photovoltaik-Kraftwerk errichtet werden soll. Quentin Rabut, Leiter der Geschäftseinheit für schwimmende Photovoltaik bei Araymond, erklärte, dass die Idee auf einer einfachen Beobachtung beruhe: Anstatt Pontons zu transportieren, sei es sinnvoller, sie direkt am Installationsort herzustellen.
Die Produktionseinheit verarbeitet Aluminiumbänder zu Rohren mit einer Länge von 6 Metern und einem Durchmesser von 40 Zentimetern, die als Pontons für die Plattform dienen. Das Verfahren basiert auf der Erfahrung von Araymond in der Metallumformung und Befestigungstechnik. Das in Grenoble ansässige Unternehmen mit einer über 160-jährigen Industriegeschichte hat die entsprechenden Technologien auf das neue System übertragen. In den Rohren befinden sich aufblasbare mehrschichtige Luftkammern, die dem Auftrieb der Struktur dienen. Nach Angaben des Unternehmens kann ein zehnköpfiges Team pro Woche eine schwimmende Photovoltaik-Kapazität von etwa einem Megawatt fertigen und montieren, was einem Arbeitsaufwand von etwa 500 Stunden pro Megawatt entspricht. Durch die Vergrößerung des Teams kann die Einsatzfähigkeit gesteigert werden.

Der Hauptvorteil dieses Modells liegt im Wegfall des Transports großer und sperriger Strukturen, wodurch die Logistikkosten und der CO2-Fußabdruck des Projekts reduziert werden. Rabut wies darauf hin, dass die lokale Fertigung auch die anfänglichen Investitions- und Betriebskosten senke und gleichzeitig die transportbedingten Emissionen verringere. Die von Araymond entwickelte Pontonkonstruktion verwendet teilweise Wasserballast, d. h. ein Teil der Rohre wird mit Wasser gefüllt, um die Stabilität zu erhöhen. Das Unternehmen gibt an, dass diese Konfiguration Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h Dauerwind und Böen von bis zu 220 km/h standhalten kann, während die Anzahl der erforderlichen Verankerungspunkte um etwa ein Drittel reduziert wird. Verankerungen gehören zu den kostspieligsten Elementen einer schwimmenden Photovoltaikanlage. Die Architektur ermöglicht eine Neigung der Photovoltaikmodule um 15°, was die natürliche Reinigung begünstigt, den Wartungsaufwand reduziert und die Flächeneffizienz durch eine gleichmäßigere Nutzung der Wasseroberfläche verbessert.
Araymond, das bereits durch Befestigungslösungen an der Installation von über 22 Gigawatt bodengebundener Photovoltaik-Kraftwerke weltweit beteiligt ist, plant, die schwimmende Photovoltaik zu einem wichtigen Wachstumsbereich zu machen. Das Unternehmen hat 2024 in Montmélian im französischen Département Savoie die erste industrielle Demonstrationsanlage in Betrieb genommen und gibt an, derzeit über acht Anlagen in mehreren Ländern zu verfügen. In Europa konzentriert sich das Unternehmen auf schwimmende Photovoltaik-Projekte im Megawatt-Bereich und führt Gespräche mit mehreren Entwicklern über die Errichtung von Kraftwerken auf ehemaligen Steinbrüchen und anderen Gewässern. Die wichtigsten Partner sind öffentliche Verwaltungen und regulierte Betreiber.

In Indien hat Araymond eine 57-Kilowatt-Demonstrationsanlage auf dem Stausee des Jindal Power-Kohlekraftwerks in Dhule installiert. Dieses Pilotprojekt wurde in etwa zehn Tagen abgeschlossen und bildet die Grundlage für die Entwicklung eines Projektportfolios von mehreren hundert Megawatt. In Brasilien setzt das Unternehmen die Technologie im Agrar- und Lebensmittelsektor ein, indem es mittelgroße Anlagen auf privaten Stauseen lokaler Partner errichtet. Ziel ist es, Strom in der Nähe der Verbrauchsstellen zu erzeugen und gleichzeitig den Wasserschutz zu fördern. Als Teil seiner Expansionsstrategie plant Araymond, in jedem Markt ein lokales industrielles Ökosystem aufzubauen, das auf regionalen Lieferanten von Aluminiumbändern und Metallkomponenten sowie auf EPC-Unternehmen basiert, die für die Projektausführung verantwortlich sind.










