Priberam aus Portugal entwickelt erste Transkriptionsanwendung basierend auf dem AMÁLIA-Modell
2026-07-03 11:44
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de.wedoany.com-Bericht: Das portugiesische Technologieunternehmen Priberam hat innerhalb weniger Stunden nach der Veröffentlichung des AMÁLIA-Modells eine Transkriptionsanwendung auf Basis dieses Modells entwickelt – die erste Anwendung, die von einer Einrichtung außerhalb des Modellkonsortiums erstellt wurde. Sebastião Miranda, Partner und Entwicklungsdirektor von Priberam, sowie Gonçalo Correia, Leiter der KI-Abteilung, begannen bereits während der Teilnahme an der Modellvorstellung darüber nachzudenken, wie AMÁLIA in mehrere Produkte integriert werden könnte, und schlossen die Anwendungsentwicklung innerhalb weniger Stunden ab. Priberam gab an, AMÁLIA so schnell wie möglich in seine Produktpalette integrieren zu wollen, darunter die Transkriptions-, Übersetzungs-, Untertitelungs- und Sprachsynthese-Tools plain X sowie die KI-basierte intelligente Gesundheitsplattform Priberam Care.

Priberam-Partner und Entwicklungsdirektor Sebastião Miranda mit Priberam-KI-Leiter Gonçalo Correia

Priberam ist ein 1989 gegründetes portugiesisches Technologieunternehmen, das sich auf natürliche Sprachverarbeitung und die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz spezialisiert hat. Sein bekanntestes Produkt ist das Priberam-Portugiesisch-Wörterbuch. Das Unternehmen erklärte, dass mehrere seiner sprachbasierten Produkte verschiedene Bereiche abdecken, weshalb man sich entschieden habe, AMÁLIA zunächst auf der eigenen Infrastruktur zu implementieren, um dessen Funktionsweise zu verstehen. Das Entwicklungsteam betonte, dass es sich bei der derzeit entwickelten Anwendung lediglich um eine Test-Chat-Oberfläche handele, die hauptsächlich für einfache Gespräche mit AMÁLIA und zur Beobachtung seiner Leistung diene. Das Modell sei jedoch nicht für allgemeine Konversationen ausgelegt, sondern als Komponente in einer größeren Pipeline konzipiert.

Eine der Ideen zur Integration von AMÁLIA in Priberam Care besteht darin, sicherzustellen, dass Informationen in klinischen Entscheidungsunterstützungstools in normiertem europäischem Portugiesisch verfasst sind. Sebastião Miranda erklärte, dass in den bestehenden Produkten häufig mehrere Modelle gemischt europäisches Portugiesisch und brasilianisches Portugiesisch verwendeten; AMÁLIA könne als letztinstanzliches Modell dienen, um die sprachliche Korrektheit zu gewährleisten.

Die Forscher betonten, dass Portugal kein großes Modell entwickeln sollte, das mit amerikanischen oder chinesischen Modellen konkurriert, sondern ein Modell, das die portugiesische Kultur und Sprache am besten verarbeitet, und es in eine größere Pipeline mit anderen Modellen integrieren sollte. Gonçalo Correia ergänzte, dass es in einfachen Anwendungen wie Museumswebsites sinnvoller sei, ein kleines Modell wie AMÁLIA zu verwenden als ein großes Modell. Neben Souveränitätserwägungen spielten bei der Verwendung kleinerer Modelle auch finanzielle Vernunft und Energienachhaltigkeit eine Rolle.

AMÁLIA wurde von einem Konsortium aus fünf portugiesischen Universitäten entwickelt und ist nun frei zugänglich. Die Forscher des Konsortiums haben bereits einige Anwendungsfälle entwickelt und auf der Modellvorstellung präsentiert. Das Ziel der offenen Zugänglichkeit des Modells ist es, mehr Forschern und Unternehmen zu ermöglichen, es als Komponente in Dialogsystemen, Chatbots, Suchsystemen, automatischen Frage-Antwort-Systemen und anderen Systemen zu nutzen. Sebastião Miranda erklärte, dass die Verwendung von AMÁLIA für die Übersetzung ins europäische Portugiesisch in plain X nahezu sofort umsetzbar sei und die Integration voraussichtlich noch diese Woche abgeschlossen werde. Die Anwendung in Priberam Care erfordere zunächst Experimente, um die Qualität der Lösung zu validieren. Das Team diskutiere zudem darüber, wie AMÁLIA mit dem Priberam-Wörterbuch und dem Rechtschreibprüfer FLIP kombiniert werden könne, habe jedoch noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

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