de.wedoany.com-Bericht: Orange hat in Zusammenarbeit mit Legendre Immobilier offiziell das New Lannion-Forschungs- und Entwicklungscampus-Projekt in Lannion, Frankreich, gestartet. Geplant ist eine Investition von 50 Millionen Euro für den Bau eines 12.000 Quadratmeter großen Campus, der Platz für fast 1.200 Mitarbeiter bietet. Der Campus entsteht auf dem historischen Gelände des Centre national d'études des télécommunications (Cnet), das 1960 gegründet wurde. Das vom Club-Büro (agence Club) entworfene Projekt umfasst den Neubau eines 7.500 Quadratmeter großen Gebäudes mit R+2-Geschossen sowie die Sanierung eines 1.900 Quadratmeter großen Bestandsgebäudes, die durch eine Brücke verbunden werden. Der Campus wird mit Büroflächen, Innovationsbereichen, einem Auditorium, Laboren und einem speziell für Forschung und Entwicklung vorgesehenen Technikflügel ausgestattet.
Die Bauarbeiten begannen im Herbst 2025, der Rohbau soll bis September 2026 fertiggestellt sein. Die Gesamtfertigstellung ist für Ende 2027 geplant, der Einzug für Anfang 2028. Um das historische Gelände zu integrieren, erwarb die Lannion-Trégor Communauté mit Unterstützung der öffentlichen Grundstücksagentur der Bretagne (EPF Bretagne) einen Teil des Landes und der historischen Gebäude, während Legendre die restlichen Flächen übernahm. Der Campus wird künftig auch einen von der Gemeinschaft geleiteten Ausbildungscampus beherbergen, der sich derzeit noch in der Planungsphase befindet.
In Bezug auf die Umweltverträglichkeit strebt das Projekt die HQE-Nachhaltigkeitszertifizierung (hohe Leistungsstufe) sowie das BiodiverCity-Label an. Auf dem Campus werden rund 5.000 Quadratmeter Photovoltaik-Sonnenschutzdächer und Dachmodule installiert, die voraussichtlich eine Leistung von etwa einem Megawatt erzeugen. Die Abwärme der IT-Geräte kann nahezu den gesamten Heizbedarf des Neubaus decken. Darüber hinaus sind ein Mikrowald, ein erhaltener begrünter Innenhof, ein Regenwassersammelbecken und eine bioklimatische Halle geplant.
Der Standort hat eine bedeutende historische Bedeutung für die Telekommunikationstechnologie: Hier wurde 1963 der Platon – der Prototyp eines digitalen Zeitmultiplex-Vermittlungssystems aus Lannion (prototype lannionnais d'autocommutateur temporel à organisation numérique) – entwickelt, der die telefonische Kommunikation ohne Vermittler revolutionierte. Derzeit arbeiten die Teams hier an mobiler und fester Netzwerktechnik, Cybersicherheit, Daten und Künstlicher Intelligenz. Beim Abriss eines Gebäudes auf der Baustelle entdeckten Arbeiter in einer Wand eine Metallkapsel, die eine Pergamentrolle aus dem Jahr 1960 enthielt, unterzeichnet von damaligen gewählten Amtsträgern, Staatsvertretern, dem Minister für Post und Telekommunikation Maurice Bokanowski und dem Cnet-Direktor Pierre Marzin. Diese fast 66 Jahre lang verborgene Zeitkapsel könnte als Inspiration für die Erstellung einer neuen Zeitkapsel dienen.










