de.wedoany.com-Bericht: Die X5 Corporate Center Public Joint Stock Company (X5) hat ein innovatives Produktfähigkeitsbewertungssystem auf Basis von Künstlicher Intelligenz eingeführt, das den gesamten Bewertungsprozess begleitet. Unternehmensvertreter gehen davon aus, dass diese Lösung jährlich über 25 Millionen Rubel einsparen kann.

Das von X5 eingeführte System nutzt KI nicht nur für einzelne Aufgaben, sondern deckt einen vollständigen Kreislauf ab – von Fallstudientests über Analysen und Berichterstellung bis hin zu personalisierten Entwicklungsempfehlungen für Mitarbeiter. Laut X5-Vertretern unterscheidet sich dieser Ansatz von den meisten Lösungen auf dem Markt: Die KI ersetzt nicht nur einen einzelnen Arbeitsschritt, sondern übernimmt den gesamten Bewertungsprozess, macht ihn schneller und reduziert die Abhängigkeit von manuellen Prüfungen. Das Unternehmen setzt diese Lösung für die Entwicklung von Produktteams ein, wobei das System die Denkweise der Produktmanager, ihre Fähigkeit zur Hypothesenvalidierung, datenbasierte Entscheidungsfindung und die Fähigkeit zur Gestaltung des Produktgeschäftswerts bewertet.
Dmitry Livshin, Geschäftsführer der Cyber Business Consulting LLC, wies darauf hin, dass die Neuheit dieser Technologie darin bestehe, den gesamten Prozess in einer automatisierten Schleife zu schließen – von Fallstudientests über die Analyse der Antworten nach festgelegten Kriterien bis hin zu Berichten und Entwicklungsfahrplänen, ohne dass menschliche Gutachter erforderlich seien. Derzeit gebe es auf dem Markt nur wenige vollständig durchgängige autonome Schleifen; KI decke in der Regel nur ein oder zwei Schritte ab, der Rest werde manuell erledigt. X5 habe bereits eine ähnliche Logik bei der Personalrekrutierung angewendet, sodass diese Einführung als konsequenter Schritt betrachtet werden könne; das Projekt wirke nicht wie ein einzelner Pilotversuch.
X5-Vertreter halten das System für universell einsetzbar und planen, es in die regulären Personalprozesse zu integrieren. Nach ersten Schätzungen kann die Lösung in der aktuellen Phase jährlich über 25 Millionen Rubel einsparen. Dmitry Livshin ist der Ansicht, dass der Prozess auf Hunderte von Teilnehmern ausgeweitet werden könne, ohne dass die Kosten linear steigen; für ein Unternehmen dieser Größe erscheine eine jährliche Einsparung von 25 Millionen Rubel bei Bewertungen durchaus realistisch.
An der Pilotbewertung nahmen insgesamt 70 Produktmanager teil. Nach Angaben des X5 Tech Product Capability Center und der KI-Entwicklungsabteilung stimmten über 94 % der Ergebnisse mit den Einschätzungen der Führungskräfte überein. Das Unternehmen betrachtet diesen Wert als Beleg für die Reife des Modells und seine praktische Anwendbarkeit. Der Bewertungsprozess erfolgt in Form einer Konversation mit einem KI-Chatbot, bei der die Teilnehmer Produktfallstudien lösen. Anschließend analysiert das System die Antworten automatisch anhand vorgegebener Kriterien und bewertet strategisches Denken, Chancenerkennung, Kundenarbeit, Produktentwicklung und die Fähigkeit, den Produktwert nachzuweisen. X5-Vertreter erklärten, dass diese Form die Bewertung von einem langwierigen manuellen Prozess in einen skalierbaren digitalen Prozess verwandele.
X5-Vertreter fügten hinzu, dass eine umfassende Bewertung früher etwa zwei Wochen dauerte und mehrere Experten erforderte, während der Abschlussbericht nun innerhalb von zwei Stunden nach der Sitzung erstellt werden könne. Dies spare Zeit und entlaste Führungskräfte und HR-Teams. Jaroslaw Tulupow, Entwicklungsdirektor bei X5 Tech, erläuterte, dass traditionelle Bewertungen Wochen dauerten, qualifizierte Mitarbeiter erforderten und die Ergebnisse oft subjektiv seien. Das Unternehmen brauche eine schnellere und kostengünstigere Lösung, ohne auf Expertenbewertungen zu verzichten, indem es lästige Aufgaben eliminiere, um sich auf strategische Geschäftsaufgaben konzentrieren zu können.
Juri Tjurin, Technischer Direktor der MD Audit LLC (MD Audit, Teil der Softline-Gruppe), warnte jedoch vor Fehlerrisiken. Er betonte, dass KI kein „fehlerfreier Schiedsrichter“ sei; selbst bei hoher Übereinstimmung mit Experten bestehe das Risiko von Modellverzerrungen, falscher Antwortinterpretation oder Überanpassung an begrenzte Daten, was insbesondere bei ungewöhnlichen Fällen oder der Bewertung sogenannter Soft Skills kritisch sei. Daher sei in der Praxis ein hybrides Modell optimal, bei dem KI die Datenerfassung, -analyse und vorläufige Bewertung automatisiere, die endgültige Entscheidung oder Kontrolle jedoch beim Menschen verbleibe. Dieser Ansatz könne das Fehlerrisiko senken und das Vertrauen in das System erhöhen; KI ersetze nicht die Fachkompetenz, sondern erweitere und beschleunige sie.










