de.wedoany.com-Bericht: Microsoft hat einen internen Prototyp eines auf Copilot ausgerichteten Netzwerkbetriebssystems entwickelt. Ein durchgesickertes Video zeigt, dass der KI-Assistent das Startmenü, die Taskleiste und die traditionelle Desktop-Shell ersetzt. Das Projekt trägt den Codenamen Aion, basiert auf einer Codebasis namens Win3 und verwendet den Edge-Browser als Shell. Das Video tauchte erstmals auf dem Discord-Server von BetaWiki auf und soll etwa zwei Jahre alt sein. Quellen bestätigten gegenüber Windows Central die Echtheit des Videos. Microsoft hat sich nicht dazu geäußert, ob es sich bei dem Prototyp um ein internes Hackerexperiment oder einen Produktvorschlag handelt; der aktuelle Status des Projekts ist unklar.
Das durchgesickerte Aion-Video zeigt, dass der Aion-Prototyp Copilot als primäre Schnittstelle des Betriebssystems einsetzt und die traditionelle Windows-Oberfläche ersetzt. Statt des bekannten Startmenüs und der Taskleiste verwendet es eine auf Webtechnologie basierende, von Copilot gesteuerte Shell. Der durchgesickerte Ausschnitt zeigt mehrere bemerkenswerte Funktionen, darunter ein multimodales Eingabefeld, in das Benutzer Befehle zur Interaktion mit Copilot eingeben können, sowie Platzhalter für die Taskleiste und startmenüähnliche Funktionen. Das Konzept namens Spaces gruppiert mithilfe von KI Anwendungen und Websites und ermöglicht es Benutzern, diese Spaces über eine startmenüähnliche Oberfläche zu öffnen, zu schließen oder aufzurufen. Darüber hinaus gibt es umfangreiche Plugins, die es Copilot ermöglichen, Aktionen wie das Verfassen und Senden von Outlook-E-Mails basierend auf dem Inhalt der Spaces durchzuführen. Das System läuft auf einer leichten, webbasierten Windows-Codebasis, wobei der Edge-Browser und die Layout-Engine von Chromium die Copilot-Erfahrung unterstützen.
Da der Prototyp auf Webtechnologie basiert, unterstützt er keine nativen Win32-Anwendungen direkt. Wenn ein Benutzer ein Win32-Programm wie Microsoft Word öffnen möchte, bietet Aion einen Link zu einer Windows Cloud PC-Instanz, über die das Programm remote genutzt wird. Dieser Ansatz folgt Microsofts Vorgehen bei Windows 365 Cloud PC, bei dem ältere Anwendungen in einer cloudgehosteten Windows-Umgebung und nicht direkt auf dem lokalen Gerät ausgeführt werden.
Project Aion ist derzeit kein auslieferungsfähiges Produkt. Die früher durchgesickerten Ausschnitte sollen etwa zwei Jahre alt sein, und Microsoft hat nicht bestätigt, ob das Projekt noch aktiv entwickelt, in andere Pläne umstrukturiert oder auf Eis gelegt wurde. Quellen beschreiben Aion als internes Experiment, es gibt jedoch keine offiziellen Informationen über zukünftige Pläne. In letzter Zeit hat Microsoft einige Copilot-Integrationen in Windows 11 aufgrund von Benutzerfeedback zu Funktionsüberfrachtung reduziert. Pläne zur Integration von Copilot in Benachrichtigungen und Einstellungen wurden stillschweigend aufgegeben, und Microsoft Edge hat nach heftigen Benutzerprotesten gerade erst seine KI-gesteuerte Verlaufsuche entfernt. Diese Entscheidungen deuten darauf hin, dass Microsoft bei der Hinzufügung von Copilot-Funktionen einen vorsichtigeren Ansatz verfolgt als ursprünglich mit Aion vorgeschlagen. Gleichzeitig erweitert Copilot seine Präsenz durch mehrere von Microsoft so genannte intelligente Rollen; Edge hat bereits intelligente Browserfunktionen erhalten. Dieses Muster deutet darauf hin, dass selbst wenn Aion selbst nicht veröffentlicht wird, einige seiner Designelemente dennoch in Microsofts Produkten auftauchen.
Die öffentliche Reaktion auf die durchgesickerten Ausschnitte war überwiegend negativ. Reddit-Nutzer r/pcmasterrace äußerten Bedenken hinsichtlich eines Copilot-Betriebssystems und wiesen auf Probleme hin wie den möglichen Verlust der Unterstützung für lokale Anwendungen, die nicht auf die Cloud angewiesen sind, Datenschutzbedenken im Zusammenhang mit KI, die über Spaces hinweg lesen kann, sowie eine geringere Benutzerkontrolle im Vergleich zum traditionellen Windows-Desktop. Benutzer wiesen auch darauf hin, dass Kernfunktionen des Betriebssystems Internetzugang erfordern würden. Die Nutzungsbedingungen von Microsofts Copilot besagen, dass Benutzer die Nutzung des Assistenten auf eigenes Risiko vornehmen, was die Skepsis gegenüber einem auf Copilot ausgerichteten Betriebssystemdesign verstärkt.
Für aktuelle Benutzer von Windows 10 und Windows 11 hat Aion keine direkten Auswirkungen. Der Prototyp ist nicht öffentlich, und Microsoft hat keine Pläne angekündigt, die Standard-Windows-Shell durch eine Copilot-basierte Oberfläche zu ersetzen. Benutzer, die Bedenken hinsichtlich der KI-Integration in Windows haben, können in den Windows-Einstellungen unter Datenschutz und Sicherheit nachsehen, um zu steuern, auf welche Daten Copilot und andere KI-Funktionen zugreifen können. Wenn der Assistent nicht benötigt wird, kann er in Windows 11 über Einstellungen, Personalisierung, Taskleiste deaktiviert werden. Es wird empfohlen, die Insider-Versionen zu verfolgen, um Updates zur Integration von Copilot in die Shell zu erhalten. Das Lesen der Nutzungsbedingungen von Microsofts Copilot kann Benutzern helfen, die Datenverarbeitungsrichtlinien zu verstehen. Für Benutzer, die den traditionellen Windows-Workflow bevorzugen, hat Microsoft als Reaktion auf Feedback zur Position von Copilot weiterhin Optionen hinzugefügt. Zu den jüngsten Updates gehören eine Option zum unbegrenzten Anhalten von Windows-Updates, eine verschiebbare Taskleiste und eine dedizierte Taskleistengrößeneinstellung, die in Insider-Versionen verfügbar ist. Aion ist Teil von Microsofts breiteren Bemühungen, intelligente KI im Betriebssystem zu entwickeln. Der Bericht von Windows Central vergleicht Aion mit anderen Microsoft-Projekten, die intelligente Technologien betreffen, wie den sich ständig erweiternden Automatisierungsfunktionen in Edge und über 80 Copilot-Produkten im Microsoft-Portfolio. Es ist unklar, ob Aion jemals öffentlich veröffentlicht wird oder als internes Projekt erhalten bleibt. Microsoft hat Project Aion nicht offiziell anerkannt und weder ein Veröffentlichungsdatum, Wiederbelebungspläne noch eine öffentliche Roadmap bereitgestellt.










