de.wedoany.com-Bericht: Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft (Ministério Público Federal, MPF) hat am 7. Juli 2026 der Regierung des Bundesstaates Paraíba eine technische Stellungnahme vorgelegt, in der sie den Gouverneur auffordert, den Gesetzesentwurf Nr. 2.061/2024 (PL 2.061/2024) vollständig zu genehmigen. Der Entwurf sieht vor, dass der Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und öffentlichen, gemeinschaftlichen sowie privaten Gebäuden nicht weniger als 1,5 Kilometer betragen darf. Die MPF erklärte, dass dieser Schritt darauf abziele, die Auswirkungen der raschen Expansion von Windenergieprojekten auf die umliegenden Gemeinden zu verringern.
Die MPF wies darauf hin, dass das Fehlen einer Abstandsregelung in mehreren Regionen Nordostbrasiliens bereits zu Konflikten und Gesundheitsrisiken geführt habe. In der technischen Stellungnahme berief sich die MPF auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse und Berichte von Anwohnern, wonach die Nähe von Windkraftanlagen mit Gesundheitsproblemen wie Schlafstörungen, Stress, Angstzuständen und Depressionen in Verbindung gebracht werde, die auf die anhaltende Belastung durch Lärm, Infraschall und Vibrationen zurückzuführen seien. Das Dokument erwähnte auch negative Auswirkungen der Anlagen auf die Viehzucht. Die MPF ist der Ansicht, dass die Festlegung eines Mindestabstands dem Vorsorge- und Warnprinzip entspreche, und verwies auf internationale Erfahrungen – mehrere Länder hätten bereits Abstandsstandards von 1,5 bis 2 Kilometern eingeführt, um die Auswirkungen auf benachbarte Gemeinden zu verringern.
Der Bundesstaat Paraíba ist eine der windenergiereichsten Regionen Brasiliens. Laut Branchenstatistik belief sich die installierte Windkraftleistung des Bundesstaates bis Ende 2025 auf rund 1.746,4 Megawatt. Das von der China Three Gorges Corporation investierte Windparkprojekt Serra da Palmeira befindet sich in diesem Bundesstaat. Es hat eine installierte Gesamtleistung von 648 Megawatt und ist mit 108 Einheiten von je 6 Megawatt das größte überseeische Grünstrom-Windparkprojekt der Three Gorges Corporation. Die rasche Entwicklung der Windenergiebranche in diesem Bundesstaat hat Diskussionen über Gemeindeschutz und Umweltauswirkungen ausgelöst.

Der Gesetzesentwurf Nr. 2.061/2024 wurde nach Beratung und Verabschiedung durch das Parlament des Bundesstaates Paraíba dem Gouverneur zur Genehmigung vorgelegt. Das Kernziel des Entwurfs ist der Schutz der Gesundheit und des Wohlbefindens der Bevölkerung sowie die Bewältigung der Herausforderungen, die sich aus der beschleunigten Expansion von Windenergieprojekten ergeben. Nach Auffassung der MPF entspricht der Mindestabstandsstandard von 1,5 Kilometern den internationalen Best Practices. Die Landesregierung hat sich bisher nicht offiziell zur endgültigen Entscheidung über den Gesetzesentwurf geäußert.
Die Initiative der MPF zur gesetzlichen Begrenzung ist Teil der laufenden Untersuchung der brasilianischen Bundesstaatsanwaltschaft zu den sozialen und ökologischen Auswirkungen der Windenergiebranche im Nordosten. Mit dem kontinuierlichen Wachstum der installierten Windkraftleistung ist die Frage, wie ein Gleichgewicht zwischen der Energiewende und dem Gemeindeschutz hergestellt werden kann, zu einem wichtigen Thema für die Entwicklung erneuerbarer Energien in Brasilien geworden.







