de.wedoany.com-Bericht: Die mauretanischen Behörden haben kürzlich vorläufig drei Unternehmen für die Bereitstellung von Satellitentelekommunikationsdiensten ausgewählt, um die Netzabdeckung zu erweitern und die Servicequalität zu verbessern. Dieser Schritt zielt darauf ab, die digitale Kluft im Land mithilfe der Satellitentechnologie zu verringern.

Nach Angaben der Internationalen Fernmeldeunion (UIT) nutzten im Jahr 2024 etwa 55 % der Bevölkerung Mauretaniens das Internet nicht. Die Abdeckungsraten für 3G- und 4G-Netze lagen bei 78 % bzw. 73 %, die Internetverbreitung bei 45,8 % und die Mobiltelefonverbreitung bei 83,2 %. Die Ausschreibung wurde im Januar 2026 gestartet und zog 13 Unternehmen an, die Ausschreibungsunterlagen erwarben; schließlich gingen neun Angebote ein. Einige Unternehmen reichten gleichzeitig Angebote für beide Lose ein.
Das erste Los betrifft die Bereitstellung mobiler persönlicher Kommunikationsdienste über geostationäre Satellitensysteme. BRAINSAT und VDM wurden ausgewählt, mit Angeboten von 800.000 USD bzw. 50.000 USD. VDM muss sein Angebot an das von BRAINSAT anpassen, um eine Lizenz zu erhalten. Das zweite Los konzentriert sich auf den Verkauf von Satellitenkapazität. BRAINSAT wurde mit einem Angebot von 3 Millionen USD ausgewählt. Auch der mauretanische Telekommunikationsbetreiber Mattel wurde für dieses Los ausgewählt; sein aktuelles Angebot beträgt 6,5 Millionen Ouguiya (etwa 163.000 USD) und muss ebenfalls angepasst werden. Sollten VDM und Mattel ihre Angebote nicht anpassen, wird die Regulierungsbehörde die Lizenzen nacheinander an die nachfolgenden Bieter vergeben. Der nächste Kandidat für das erste Los ist Guimi Multi Services, für das zweite Los lautet die Reihenfolge Mauritel, Wigo, dann VDM.
Die Satellitentechnologie wird weithin als Lösung zur Verringerung der digitalen Kluft in Afrika angesehen, da sie ländliche oder abgelegene Gebiete abdecken kann, in denen der Aufbau terrestrischer Netze schwierig und kostspielig ist. In Mauretanien beschweren sich Verbraucher häufig über Abdeckungsprobleme, Dienstunterbrechungen, unzureichende Internetgeschwindigkeiten und eine Verschlechterung der Kommunikationsqualität, insbesondere in Gebieten außerhalb der großen Städte.
Trotz der vielversprechenden Aussichten steht das Projekt vor mehreren Herausforderungen. Erstens müssen einige der ausgewählten Unternehmen ihre Angebote an die des besten Bieters anpassen, um die Lizenz endgültig zu erhalten. Die großen Unterschiede bei den Finanzangeboten führen zu Unsicherheit hinsichtlich des Einführungszeitplans. Zweitens muss der Regulierungsrahmen die Betriebsbedingungen, die Pflichten der Lizenzinhaber und die Aufsichtsmechanismen klar festlegen. Die Expansion von Betreibern wie Starlink in Afrika hat bereits Fragen zum Schutz personenbezogener Daten, zum Wettbewerb, zu lokalen Beteiligungen, zum Verbraucherschutz, zur Netzintegrität und zur Betriebsverantwortung aufgeworfen. Schließlich sind die Servicekosten ein zentrales Hindernis. Nach UIT-Daten machte ein 5-GB-Mobilfunk-Internetpaket im Jahr 2025 in Mauretanien 2,94 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) pro Kopf aus, während es bei Festnetz-Internet 17,6 % waren. Der internationale Referenzwert für Erschwinglichkeit liegt bei 2 %.










