de.wedoany.com-Bericht: Das von der deutschen Regierung unterstützte Forschungsverbund TruQuaC (Trusted Quantum Control and Communication) hat ein Projekt mit einem Volumen von 3,06 Millionen Euro (etwa 3,5 Millionen US-Dollar) gestartet, das darauf abzielt, eine sichere Steuerungsebene und Gateway-Architektur für verteilte Quantensysteme zu entwickeln. Das Projekt wird hauptsächlich durch einen Zuschuss in Höhe von 2,46 Millionen Euro (etwa 2,8 Millionen US-Dollar) des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen seines Programms „Quantenkommunikationsübertragung und Netzwerkintegration“ finanziert. Die Projektlaufzeit beträgt 36 Monate, von Juni 2026 bis Mai 2029. Das Projekt adressiert einen der wesentlichen strukturellen Engpässe des Quanteninternets, nämlich die sichere Orchestrierung und Integration mehrerer isolierter Quantenprototyp-Knoten in klassische Kommunikationsnetzarchitekturen.

Kernstück der technischen Roadmap ist der Aufbau einer einheitlichen Software-Infrastruktur, die die Netzwerkkomplexität abstrahiert, indem sie verteilte Hardwareknoten als ein einziges, elastisches System betrachtet. Zum Schutz der Daten während der Übertragung wird TruQuaC sichere lokale Gateways einsetzen, die Benutzerauthentifizierung verwalten, dynamische Knotenzustände überwachen, Rechenlasten zuweisen und bei lokalen Netzwerkunterbrechungen den Datenverkehr automatisch umleiten können. Durch den Aufbau dieser softwaredefinierten Infrastruktur will das Konsortium die langfristige Technologiesouveränität Deutschlands vorantreiben und die kryptografische Abwehrfähigkeit des Landes gegen Bedrohungen aus Quantennetzwerken stärken.
Die technische Durchführung des Projekts erfolgt in einer Arbeitsteilung zwischen kommerziellen Institutionen und akademischen Partnern. XeedQ GmbH fungiert als Gesamtprojektkoordinator; der in Leipzig ansässige Hardwarehersteller stellt seine kommerziell erprobten Diamant-Stickstoff-Fehlstellen (NV)-Zentren-Quantenprozessoren als physische Hardwareknoten zur Verfügung. Qoro Quantum liefert die End-to-End-Orchestrierungsschicht, verantwortet von Mitgründer und Chief Technology Officer Dr. Stephen DiAdamo. Deren Plattform nutzt die Maestro-Simulationsengine für Knotensimulationen, die Composer-API für constraint-basiertes Aufgaben-Routing und das unternehmenseigene Open-Source-Python-Softwareentwicklungskit Divi für die Ausführung von Multi-Knoten-Programmen. Auf akademischer Seite sind die Technische Universität Dresden und die Goethe-Universität Frankfurt für die grundlegende wissenschaftliche Validierung, Protokollverifikation und die Zusammenstellung akademischer Forschungsergebnisse zuständig.






