Schneider und Bilfinger testen autonome Boje in der Nordsee – 1.000 Betriebsstunden
2026-07-12 09:57
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de.wedoany.com-Bericht: Schneider Electric hat Bilfinger zum Partner des Jahres 2025 ernannt. Gemeinsam entwickelten und testeten sie in der Nordsee eine autonome Boje, die sich selbst mit Strom versorgt und ohne ständige Personalbesetzung auskommt – für die Fernüberwachung von Unterwasserbohrlöchern.

Traditionelle Offshore-Öl- und Gasoperationen sind auf schwere hydraulische und elektrische Versorgungskabel angewiesen, die entfernte Unterwasserbohrlöcher mit bemannten Plattformen verbinden. Diese Anlagen erfordern hohe Investitionen für die Installation und verursachen während des Betriebs erhebliche CO₂-Emissionen. Als Alternative entwickelten Schneider Electric und Bilfinger ein neues System. Kernstück ist eine normalerweise unbemannte Anlage (NUI) – eine Offshore-Einheit, die ohne ständiges Personal vor Ort auskommt, aber rauen Meeresbedingungen standhalten und zuverlässig arbeiten muss.

Die Boje wurde von Buoyant Production Technologies, einer Tochtergesellschaft von Crondall Energy, bei Bilfinger in Auftrag gegeben. Ziel war eine kostengünstige, kohlenstoffarme Entwicklungsoption für Grenzfelder – Öl- und Gasvorkommen, die oft zu klein oder zu teuer sind, um eine vollständige Plattform- und Kabel-Infrastruktur zu rechtfertigen. Laut Schneider Electric hat die Boje seit ihrer Inbetriebnahme Ende 2025 bereits 1.000 Stunden autonom und unfallfrei gearbeitet.

Die Stromversorgung der Boje erfolgt über ein Mikronetz aus Windturbinen, Solarpaneelen und Batteriespeichern, ergänzt durch Dieselgeneratoren als Reserve. Diese Konfiguration macht eine kontinuierliche Stromübertragung vom Festland oder von bemannten Plattformen überflüssig. Das Steuerungssystem läuft auf der EcoStruxure Automation Expert-Plattform von Schneider Electric, die als offen und softwaredefiniert beschrieben wird. Sie ermöglicht den Betrieb von Geräten verschiedener Hersteller auf demselben System ohne Hardware-Bindung. Der Modicon M580 dPAC-Controller verwaltet die Bojenfunktionen sowie den Datenfluss zwischen Sensoren und Geräten. Im Vergleich zu herkömmlichen Kabelverbindungen, die auf Plattformstrom angewiesen sind, reduziert dieser erneuerbare Ansatz die Betriebsemissionen.

Da die Boje unbemannt ist, gewinnen Konnektivität und Sicherheitssysteme zusätzliche betriebliche Bedeutung. Die Boje kommuniziert über 5G und das Starlink-System von SpaceX mit dem Festland. Brand-, Gas- und Rauchmeldesysteme sind in das Design integriert. Schneider Electric beschreibt die Cybersicherheit als mehrschichtiges Framework, das die Steuerungssysteme vor externen Eingriffen schützt. Diese Überwachungsfähigkeiten ermöglichen es den Betreibern, die Leistung von Land aus zu verfolgen und auf Probleme zu reagieren, während gleichzeitig das Risiko für Offshore-Personal durch Meeresgefahren reduziert wird.

Nach dem Einsatz in der Nordsee wurde Bilfinger von Schneider Electric zum britischen EAE-Partner des Jahres 2025 ernannt. Steven Parkinson, Director of Automation, Production & Services UK bei Bilfinger, erklärte, dass traditionelle Automatisierungsarchitekturen die Anpassung extrem erschweren, insbesondere bei Erstanwendungen. Devan Pillay, President Heavy Industry bei Schneider Electric, sieht die eigentliche Chance darin, diesen Ansatz auf zukünftige Anlagen zu übertragen und auszuweiten, um eine kohlenstoffarme Offshore-Industrie zu erreichen. Das Modell lässt sich auf andere Grenzfelder anwenden, bei denen traditionelle Infrastruktur noch unwirtschaftlich ist. Eine breitere Einführung verspricht, die Emissionen pro gefördertem Barrel sowie die Installationskosten in der gesamten Branche zu senken.

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