de.wedoany.com-Bericht: Der japanische Automobilhersteller Mitsubishi Motors und das von der Universität Tokio ausgegründete Robotik-Start-up Highlanders Inc. haben eine Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung humanoider Roboter für den Fabrikeinsatz angekündigt. Die Serienproduktion soll frühestens 2027 in Mitsubishis Motorenwerk anlaufen. Beide Unternehmen gaben die Kooperationsvereinbarung am 9. Juli bekannt, mit dem Ziel, Mitsubishis bestehende Kapazitäten zu nutzen und Highlanders Fertigungstechnologie sowie skalierbare Produktionskanäle bereitzustellen.

Damit steigt Mitsubishi in den Wettbewerb um humanoide Roboter ein. Die Hyundai Motor Group, Toyota, BMW und Renault – globale Automobilhersteller – betrachten Roboter bereits als treibende Kraft zur Steigerung der Produktionseffizienz und versuchen, durch Auftragsfertigungsmodelle neue Einnahmequellen zu erschließen. Im Januar dieses Jahres erklärte die Hyundai Motor Group, dass sie humanoide Roboter in der Automobilproduktion einsetzen und ein Produktionssystem für 30.000 Roboter pro Jahr aufbauen wolle. Morgan Stanley prognostiziert, dass der globale Markt für humanoide Roboter bis 2050 ein Volumen von 5 Billionen US-Dollar erreichen könnte.
Highlanders wurde 2023 gegründet und stammt von der Universität Tokio ab. Das Unternehmen ist auf humanoide Roboter und hundeähnliche vierbeinige Roboter spezialisiert – eine Produktpalette, die der des Hyundai-Partners Boston Dynamics ähnelt. Beide Unternehmen erklärten, dass sie sich für eine Gesellschaft einsetzen, in der Mensch und Maschine koexistieren, um in der Fertigung neue Werte zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu steigern. Der durch die rasche Alterung Japans verursachte Arbeitskräftemangel sowie der Wettbewerbsdruck durch immer fortschrittlichere Fertigungstechnologien sind die Hauptfaktoren für die Zusammenarbeit. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz betrat der N-Prototyp von Highlanders – ein humanoider Roboter mit weißem T-Shirt und glänzend schwarzem Gehäuse – mit steifen Schritten die Bühne und trat dann zur Seite.
Die Kooperationspartner planen, die Produktion des N-Roboters im nächsten Jahr in der japanischen Stadt Kyōto aufzunehmen, mit einer monatlichen Kapazität von 1.000 Einheiten. In den letzten Jahren ist die inländische Automobilproduktion von Mitsubishi zurückgegangen, sodass im Werk freie Kapazitäten vorhanden sind. Mitsubishi-CEO Takao Katō erklärte, dass der Automobilhersteller nun darüber nachdenken müsse, wie humanoide Roboter in der Fabrik eingesetzt werden können. Das Werk verfüge tatsächlich über freie Kapazitäten, etwa in Bezug auf den Platz, und das Ziel sei es, diese für eine effizientere Massenproduktion zu nutzen. Die Technologie von Mitsubishi und die Roboter von Highlanders passten perfekt zusammen. Katō sagte, Mitsubishi plane, den Roboter frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 in anderen Werken einzusetzen, doch die Führungskräfte gaben an, dass noch geprüft werde, ob der N-Roboter für konkrete Aufgaben geeignet sei. Mitsubishi erwartet, dass der Roboter unter anderem beim Transport von Bauteilen helfen kann.
Highlanders entwickelt derzeit Roboter in einer kleinen Einrichtung nördlich von Tokio und sucht nach Fertigungspartnern, um die Skalierung zu unterstützen. Highlanders-CEO Hiroya Masuoka erklärte, das Unternehmen konzentriere sich auf Aufgaben wie Materialtransport und Arbeiten, die für menschliche Arbeiter gefährlich seien. Die Priorität der Entwicklung basiere auf der Idee, dass Roboter schrittweise Arbeiter bei Aufgaben ersetzen könnten, die zu Arbeitsunfällen führen könnten. Mitsubishi hat bereits in Highlanders investiert, doch Katō lehnte es ab, die Investitionssumme oder den Anteilsbesitz zu nennen. Er sagte, Mitsubishi erwäge eine Aufstockung der Investitionen und habe derzeit keine Pläne, die Technologie mit dem Partner Nissan zu teilen.






