Schweizer Sun-Ways schließt Solarpilotprojekt auf der Schiene nach 11.000 Zügen ab

2026-07-12 11:55
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de.wedoany.com-Bericht: Nach über 11.000 Zugdurchfahrten hat das Schienenzwischenraum-Solarmodulsystem des Schweizer Start-ups Sun-Ways unter realen Verkehrsbedingungen einen Betrieb ohne strukturelle Fehler oder Sicherheitsvorfälle erreicht. Das auf bahnintegrierte Photovoltaik spezialisierte Unternehmen führte ein Pilotprojekt auf einem nicht näher bezeichneten Eisenbahnkorridor in der Schweiz durch, bei dem eine von dem Schweizer Bahn-Infrastruktur-Auftragnehmer Scheuchzer AG gebaute, maßgeschneiderte Verlegemaschine zum Einsatz kam, die 300 Meter Solarmodule pro Stunde installieren kann. Obwohl der offizielle Starttermin des Projekts nicht bekannt gegeben wurde, bestätigte Firmengründer Joseph Scuderi gegenüber Swissinfo, dass sowohl die Sicherheits- als auch die Stromerzeugungsziele erreicht wurden.

Das Schienenzwischenraum-Photovoltaiksystem von Sun-Ways verwendet miteinander verbundene Solarmodule, die direkt zwischen den vorhandenen Schienen verlegt werden, ohne dass die Gleise entfernt oder der reguläre Bahnbetrieb unterbrochen werden müssen. Die Verlegung erfolgt mit einer von Scheuchzer AG entwickelten speziellen Gleisbaumaschine, die mit einer Geschwindigkeit von 300 Metern pro Stunde arbeitet, was einer Installation von über 500 Modulen pro Tag entspricht. Der erzeugte Strom wird je nach lokaler Konfiguration in nahegelegene Stromnetze, Bahnhöfe, Endstationen oder Bahnanlagen eingespeist. Das Unternehmen hat bisher keine detaillierten Angaben zu den genauen Abmessungen der Solarmodule, der Wattleistung pro Modul, der Gesamtinstallationslänge des Pilotprojekts oder der Spitzenleistung veröffentlicht.

Obwohl die Nische der Solarstromerzeugung auf Bahntrassen eng ist, gibt es bereits mehrere aktive Unternehmen. Das französisch-schweizerische Joint Venture Bankset Energy testet seit 2017 ein ähnliches Schienenzwischenraum-Photovoltaikkonzept und erreichte auf seinen Pilotabschnitten in der Schweiz und in Deutschland eine Stromerzeugungskapazität von bis zu 0,5 Megawatt pro Kilometer Gleis. Der italienische Hersteller Greenrail verfolgt einen anderen Ansatz, indem er Photovoltaikzellen in Bahnschwellen integriert. In Tests auf italienischen Regionalstrecken lag die jährliche Stromerzeugung unter optimalen Bedingungen bei etwa 35 Megawattstunden pro Kilometer. Sun-Ways differenziert sich durch sein mechanisiertes Verlegesystem, das ein zentrales Hindernis für die großflächige Einführung löst: die schnelle Verlegung ohne Beeinträchtigung des Verkehrs. Allerdings befinden sich alle drei Ansätze derzeit noch in einer frühen Kommerzialisierungsphase, und keine nationale Eisenbahngesellschaft hat die gleisintegrierte Solarenergie in großem Maßstab übernommen (Quellen: Bankset Energy, 2021; Greenrail, 2020).

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