Koreanisches Institut für Bautechnologie: Rebound-Effekt von Photovoltaik in Haushalten über Tarifstufen gleicht 11 % bis 22 % aus
de.wedoany.com-Bericht: Die Forscher Jiyoung Eum und Gyeong-Seok Choi vom Korea Institute of Civil Engineering and Building Technology in Goyang haben durch Simulationsanalysen herausgefunden, dass die Nutzung von Photovoltaik in Wohngebäuden unter dem progressiven Stromtarifsystem Südkoreas einen Rebound-Effekt auslösen kann. Haushalte, die eine Tarifstufe überschreiten, gleichen 11 % bis 22 % der erwarteten Energieeinsparungen aus, während Haushalte, die in derselben Tarifstufe bleiben, nahezu keinen Rebound-Effekt aufweisen.

Der sogenannte Rebound-Effekt bezeichnet das Phänomen, dass eine energieeffizientere Technologie durch verändertes Verbraucherverhalten einen Teil der erwarteten Vorteile zunichtemacht. Im Bereich der Photovoltaik in Wohngebäuden kann ein Haushalt nach der Installation einer PV-Anlage den Stromverbrauch erhöhen, da der selbst erzeugte Strom die Stromkosten senkt, wodurch ein Teil der erwarteten Energieeinsparungen und Emissionsminderungen ausgeglichen wird.
Das von Eum und Choi entwickelte Simulationsframework gleicht die stündliche Solarstromerzeugung mit dem Haushaltsstromverbrauch ab, um die Eigenverbrauchsquote zu berechnen und das Verhaltensreaktionsmuster zu verfolgen, wenn die PV-Nutzung Haushalte unter dem progressiven Tarifsystem Südkoreas in günstigere Tarifstufen fallen lässt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Photovoltaik den Stromverbrauch und die Stromrechnungen der Haushalte deutlich reduziert, jedoch ein Teil der erwarteten Einsparungen durch gesteigerten Verbrauch ausgeglichen werden kann. Jiyoung Eum erklärte gegenüber pv magazine, dass der Ausgleichseffekt auf Haushalte konzentriert sei, deren Verbrauch nach der Installation in niedrigere Tarifstufen fällt. Sie wies auch darauf hin, dass es sich um simulationsbasierte Schätzungen handele und eine Validierung mit Messdaten von Haushalten eine sinnvolle Ergänzung wäre.
Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass Haushalte je nach Anzahl der Monate, die sie für den Übergang zwischen Tarifstufen benötigen, jährlich 19 bis 120 Kilogramm Kohlendioxid (CO2) an Emissionsminderung verpassen. Die Forscher empfehlen daher, dass politische Entscheidungsträger bei der Bewertung von Wohn-Photovoltaikprojekten nicht länger von einem einheitlichen Dekarbonisierungsergebnis ausgehen sollten.
Die Studie untersuchte auch die Situation unter dem südkoreanischen Net-Metering-Mechanismus und stellte fest, dass Net-Metering den Rebound-Effekt verstärkt statt beseitigt. Unter Net-Metering verdoppelt sich der Rebound-Effekt bei Haushalten mit hohem Verbrauch von 4,5 % auf etwa 9 %, da diese Haushalte ihren Strombezug aus dem Netz reduzieren und in günstigere Tarifstufen fallen können.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der progressive Stromtarif Südkoreas potenzielle Rebound-Effekte erzeugen kann, die einen Teil der erwarteten Energie- und Emissionsminderungen ausgleichen, und offenbart damit „Dynamiken, die bestehende politische Bewertungsrahmen nicht berücksichtigen". Die Forschung empfiehlt, tarifstufenübergangsstatus-, systemkapazitäts- und net-meteringfähigkeitsabhängige Rebound-Anpassungsfaktoren in den Bewertungsrahmen für Photovoltaikpolitik aufzunehmen.
Jiyoung Eum wies darauf hin, dass staatliche Unterstützung weiterhin ein wichtiger Treiber für Wohn-Photovoltaik in Südkorea sei; nationale Subventionsprogramme senkten die anfänglichen Installationskosten; einige lokale Regierungen böten zusätzliche Unterstützung an, wobei Umfang und Verfügbarkeit je nach Region und Jahr variierten. Sie ist der Ansicht, dass kontinuierliche Unterstützung zur Senkung der Vorabkosten der Schlüssel zur Aufrechterhaltung des Ausbaus sei, und dass auch Solarstromanreize und Tarifgestaltung gemeinsam berücksichtigt werden sollten, da die Tarifstruktur sowohl die Stromkostenersparnisse der Haushalte als auch den anschließenden Rebound beeinflusse.
Die Forschungsergebnisse wurden als Studie mit dem Titel „Rebound effects of residential PV adoption under progressive electricity tariffs in South Korea" (Rebound-Effekte der Nutzung von Photovoltaik in Wohngebäuden unter progressiven Stromtarifen in Südkorea) in der Fachzeitschrift „Energy and Buildings" (Energie und Gebäude) veröffentlicht.
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