Britische Antarktis-Forschung setzt autonome Roboter zur Erkundung grönländischer Gletscher ein
2026-07-15 17:28
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de.wedoany.com-Bericht: Das vom British Antarctic Survey (BAS) geleitete Projekt Giant (Greenland Ice sheet to Atlantic Tipping points) wird eine Reihe autonomer Meeresroboter einsetzen, um vom königlichen Forschungsschiff RRS Sir David Attenborough aus eine internationale Expedition nach Grönland durchzuführen. Ziel ist es zu untersuchen, wie das Abschmelzen der Gletscher die atlantische Zirkulation beeinflusst. Die sechswöchige Expedition ist Teil eines fünfjährigen Projekts, das von der Advanced Research + Invention Agency (ARIA) finanziert wird.

Wissenschaftler und Ingenieure werden autonome Fahrzeuge, Luft-drohnen, Satelliten und Sensoren kombinieren, um die grönländischen Gletscher und die umliegenden Ozeane zu untersuchen. Die gesammelten Daten werden in Klima- und Ozeanmodelle einfließen. Die RRS Sir David Attenborough dient als schwimmendes Labor, das autonome Oberflächen- und Unterwasserfahrzeuge unterstützt und gleichzeitig detaillierte Messungen der Tiefe und Form der Fjorde sowie der Meerestemperatur, des Salzgehalts und der Meeresströmungen durchführt.

Zu den eingesetzten Instrumenten gehört der als Boaty McBoatface bekannte Autosub Long Range, ein autonomes Unterwasserfahrzeug (AUV). Es wird unterhalb der sogenannten Gezeitengletscher-Mischablagerungen – einer Mischung aus Meereis und Eisbergen, die sich vor den Gletschern bildet – vordringen, deren Geometrie bewerten und untersuchen, wie sie das Verhalten der Gletscher beeinflusst.

Die Expedition wird außerdem das unbemannte Oberflächenfahrzeug DriX einsetzen, das mit einem Mehrstrahl-Echolot die Unterwasserform der Gletscherfront kartiert. Laut BAS werden die Karten mit einer Auflösung von 50 Zentimetern tägliche oder sogar stündliche Schmelzraten offenbaren und gleichzeitig Informationen über Stärke, Richtung, Temperatur und Salzgehalt der Meeresströmungen sammeln. Das unter Wasser arbeitende autonome Unterwasserfahrzeug Gavia wird die überfluteten Gletscherflächen kartieren und in Tiefen von bis zu 500 Metern ozeanografische Messdaten erfassen. Vier handgestartete autonome Unterwasserfahrzeuge vom Typ ecoSub werden die DriX oder Gavia begleiten und mit der Sonardyne-Unterwasserortungstechnologie (da GPS-Netze unter Wasser nicht funktionieren) präzise Messungen der Schmelz- und Turbulenzraten direkt vor der Gletscherfront durchführen.

Die Forscher werden zudem Meltstake einsetzen, ein als neuartig bezeichnetes Instrument, das von einem ferngesteuerten Schiff aus abgesetzt wird, um 100 Meter tief ins Eis zu bohren und zu messen, wie Wasser Wärme an den Gletscher überträgt. Die RRS Sir David Attenborough ist 129 Meter lang, wiegt 15.000 Tonnen, hat eine Reisegeschwindigkeit von 13 Knoten (24 km/h), eine Reichweite von 19.000 Seemeilen, kann bei 3 Knoten (5,6 km/h) bis zu einen Meter dickes Eis brechen und bietet Platz für 90 Personen (etwa 30 Besatzungsmitglieder und 60 Wissenschaftler, Ingenieure sowie Unterstützungspersonal). An Bord stehen 750 Quadratmeter eingebaute Laborfläche, mindestens zehn wissenschaftliche Containerstellplätze und ein 4 mal 4 Meter großer Moonpool zur Verfügung, der den Einsatz wissenschaftlicher Geräte durch den Schiffsrumpf ermöglicht.

Die während der Expedition gesammelten Informationen werden in Eis-, Ozean- und Klimamodelle einfließen, darunter das britische Erdsystemmodell der nächsten Generation. Dies soll die Vorhersagen darüber verbessern, wie der grönländische Eisverlust den globalen Klimawandel beeinflusst. Das Projekt zielt auch darauf ab, ein Prototyp-Frühwarnsystem zu entwickeln, das vor schnellen Veränderungen der Gletscher warnen kann. Kelly Hogan, Meeresgeophysikerin am British Antarctic Survey und Leiterin des Giant-Forschungsprojekts, sagte: „Wir befinden uns in einem Moment, in dem die Werkzeuge endlich mit den Problemen Schritt halten. Mit autonomen Fahrzeugen, fortschrittlichen Sensoren und leistungsstarker Modellierung – unterstützt durch künstliche Intelligenz – können wir die Wechselwirkungen zwischen Gletschern und Ozean auf eine Weise erforschen, die vor einigen Jahren noch undenkbar war.“

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